Dinitrophenol (DNP): Verbraucherzentralen warnen vor dem Kauf
Die Chemikalie Dinitrophenol (DNP) wird europaweit in Onlineshops illegal als Fatburner und Schlankheitsmittel vor allem für Bodybuilder angeboten. Sie reichert sich im Körper an und wird dadurch lebensgefährlich.

Das Wichtigste in Kürze:
- 2,4-DNP ist eine hochgiftige Chemikalie, die die Wärmeproduktion des Körpers stark erhöht.
- Schon kleine Mengen, über mehrere Tage eingenommen, können zu einer lebensgefährlichen Überhitzung und zum Tod führen.
- DNP ist nicht als Arzneimittel zugelassen und darf weder als Diät- oder Nahrungsergänzungsmittel noch als Zutat in diesen verkauft werden.
- DNP steht seit 2024 auf der Verbotsliste der Welt-Anti-Doping-Agentur.
Was steckt hinter der Werbung?
Dinitrophenol (DNP) wird noch immer verbotenerweise in meist ausländischen Onlineshops als Fatburner oder Schlankheitsmittel angeboten, vor allem für Bodybuilder. DNP steigert die Wärmeproduktion des Körpers. Dadurch verbraucht der Körper mehr Energie und baut vermehrt Fett ab.
Die gesundheitlichen Risiken sind jedoch erheblich: DNP ist eine hochgiftige Chemikalie, die ursprünglich unter anderem als Sprengstoff verwendet wurde.
Die Anbieter sitzen häufig im Ausland. Manche erwecken den Eindruck, ihren Firmensitz in Deutschland zu haben, obwohl tatsächlich kein Firmensitz in der EU angegeben ist. Teilweise fehlen ein Impressum oder Angaben zum tatsächlichen Anbieter.
Die Gefahren von DNP werden in der Werbung häufig verharmlost.
Wie wirkt DNP und warum ist es so gefährlich?
DNP greift in den Energiestoffwechsel der Zellen ein. Dadurch verbraucht der Körper mehr Energie und produziert gleichzeitig sehr viel Wärme. Die Körpertemperatur kann deshalb gefährlich ansteigen.
Eine Vergiftung kann zu Überhitzung, Kreislaufproblemen, Herzrhythmusstörungen und schließlich zum Versagen mehrerer Organe führen.
Besonders gefährlich ist, dass sich DNP im Körper anreichern kann. Deshalb können auch kleine Mengen bei wiederholter Einnahme lebensgefährlich sein.
Mögliche Anzeichen einer Vergiftung sind Übelkeit, Erbrechen, starkes Schwitzen, Schwindel, Hautrötungen, Atemnot, Blutdruckabfall und Herzrhythmusstörungen. Haut, Augen oder Schweiß können sich gelb verfärben.
Wer DNP eingenommen hat oder vermutet, dass ein Nahrungsergänzungsmittel oder Fatburner DNP enthält, sollte die Einnahme sofort beenden und sofort ärztlichen Rat einholen oder sich an eine Giftnotrufzentrale wenden.
Bei einem Verdachtsfall sollten Sie das Produkt außerdem der örtlichen Lebensmittelüberwachungsbehörde übergeben.
Wie ist die Rechtslage?
DNP ist nicht als Arzneimittel zugelassen. Es darf auch nicht als Diät- oder Nahrungsergänzungsmittel oder als Zutat dafür verkauft werden.
Auch im Sport ist DNP verboten. Seit dem 1. Januar 2024 steht es auf der Verbotsliste der Welt-Anti-Doping-Agentur.
Was tun die Behörden gegen Dinitrophenol?
Über das europäische Schnellwarnsystem RASFF informieren sich die Lebensmittelüberwachungsbehörden gegenseitig über gefährliche Lebensmittel und Nahrungsergänzungsmittel. So können betroffene Produkte schneller erkannt und vom Markt genommen werden.
In den vergangenen Jahren wurden dort zahlreiche Fälle von DNP-haltigen Fatburnern gemeldet und dann vom Markt genommen. Deshalb sind solche Produkte sind im stationären Handel kaum noch zu finden. Sie werden aber weiterhin über Onlineshops angeboten – häufig von Anbietern außerhalb der EU.
Quellen:
Bundesinstitut für Risikobewertung (2015): Nahrungsergänzungsmittel, die Dinitrophenol (DNP) enthalten, können zu schweren Vergiftungen bis hin zu Todesfällen führen. Mitteilung Nr. 046/2015 vom 26.11.2015 (zuletzt abgerufen am 21.08.2026)
Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit: Schlankheitsmittel versprechen viel - helfen aber nur wenig. Illegal enthaltene Substanzen führten schon zu Todesfällen. Stand: 03.01.2017 (zuletzt abgerufen am 21.08.2026)
Schweizer Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärmedizin (2022): 2,4-Dinitrophenol (DNP). Stand: 09.02.2022 (zuletzt abgerufen am 21.08.2026)
Food Standards Agency (2023): The dangers of DNP and the National Food Crime Unit's role in reducing the health risk to the public. Stand: 01.10.2023 (zuletzt abgerufen am 21.08.2026)
Europäisches Schnellwarnsystem RASFF: Meldungen zu DNP (zuletzt abgerufen am 21.08.2026)
Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (2019): OPSON VIII. Stand: 21.06.2019 (zuletzt abgerufen am 21.08.2026)
ECHA-Dossier 2,4 Dinitrophenol (zuletzt abgerufen am 21.08.2026)
Petroczi A et al. (2015): Russian Roulette with unlicensed fat-burner drug 2,4-dinitrophenol (DNP): evidence from a multidisciplinary study of the internet, bodybuilding supplements and DNP users. Subst Abuse: Treat Prev Policy 10: 39
NADA (2023): Verbotsliste 2026 – WADA Prohibited List 2026. (zuletzt abgerufen am 21.08.2026)
Dieser Inhalt ist im Rahmen des Online-Angebots www.klartext-nahrungsergänzung.de entstanden.











