Warnung vor gefälschten ELSTER-Mails

Pressemitteilung vom 21. August 2026

Die E-Mails wirken auf den ersten Blick seriös und locken mit einer Steuererstattung von 450 Euro – doch sie stammen nicht aus dem Service-Portal von ELSTER. Die Verbraucherzentrale Thüringen warnt: Wer eine solche Nachricht erhält, sollte nicht auf die angegebenen Links klicken und auf keinen Fall sensible Daten wie die IBAN-Nummer eingeben.

Aktuell warten viele Menschen auf Rückmeldung vom Finanzamt und ihre Steuerbescheinigungen für 2025. Kriminelle nutzen das aus: Mit E-Mails, die vorgeben aus Steuerprogrammen wie ELSTER verschickt worden zu sein, versuchen sie, Daten von Verbraucher:innen abzugreifen.

„Gerade wenn Verbraucher:innen auf Nachrichten rund um ihre Steuererklärung warten, wirken solche E-Mails besonders glaubwürdig“, sagt Ralf Reichertz, Referatsleiter Verbraucherrecht bei der Verbraucherzentrale Thüringen. Hinzu kommt, dass die Fälschungen den echten ELSTER-Benachrichtigungen durch die technischen Möglichkeiten immer ähnlicher sehen. Logos, Farben, vermeintliche Steuernummern oder Hinweise auf neue Nachrichten im Online-Portal suggerieren, es handele sich tatsächlich um Post von ELSTER.

In manchen Fällen werden Empfänger aufgefordert, ein Konto zu aktualisieren oder zu synchronisieren und dafür einen Link anzuklicken. Dahinter kann sich eine gefälschte Internetseite verbergen, auf der Passwörter, Bankdaten oder andere persönliche Informationen abgefragt werden.

„Ihre Steuerverwaltung würde Sie niemals per E-Mail auffordern, einen Link anzuklicken, um sensible Daten ohne vorherigen Login ins ELSTER-Portal einzugeben“, sagt Ralf Reichertz. In der Regel erhalten Verbraucher:innen Zugang zum Portal nur über ein vorher heruntergeladenes ELSTER-Sicherheitszertifikat.

So schützen Sie sich vor Phishing:

  • Klicken Sie nicht auf Links in der E-Mail und öffnen Sie keine Anhänge, wenn Zweifel an der Echtheit bestehen.
  • Rufen Sie ELSTER oder andere Steuerportale immer über die bekannte Internetadresse oder ein eigenes Lesezeichen auf. Prüfen Sie nur dort, ob tatsächlich eine neue Nachricht vorliegt.
  • Prüfen Sie die Absenderadresse genau. Auffällige Domains, fremde E-Mail-Adressen, allgemeine Anreden oder sprachliche Ungereimtheiten können Hinweise auf Phishing sein.
  • Geben Sie keine sensiblen Daten ein. Die Steuerverwaltung fordert per E-Mail keine Steuernummern, PINs, Kreditkarten- oder Kontodaten an.
  • Daten eingegeben? Handeln Sie schnell: Unbedingt Passwörter ändern, Kontobewegungen beobachten und bei verdächtigen Abbuchungen die Bank kontaktieren.

Wer bereits auf einen Link geklickt hat, sollte prüfen, welche Daten möglicherweise preisgegeben wurden. Wurden Zugangsdaten eingegeben, sollten die betroffenen Passwörter sofort geändert werden. Für weitere Schritte bietet auch der kostenlose Notfallcheck Internetkriminalität der Verbraucherzentralen unter vzth.de eine erste Orientierung.

Bei Fragen zu verdächtigen Online-Angeboten, Betrugsmaschen oder verbraucherrechtlichen Folgen können sich Betroffene an die Verbraucherzentrale Thüringen wenden. Termine können online unter vzth.de/termin-buchen oder über das Termintelefon unter 0361 555 14 0 vereinbart werden.

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung wiedergibt.