Wo ist Ihr Haus verwundbar? Der Extremwettercheck vom Keller bis zum Dach

Die wichtigsten Schutzmaßnahmen gegen Hitze, Starkregen, Hagel und Sturm

Pressemitteilung vom 06. August 2026

Erst drückende Hitze, dann Gewitter, Starkregen und schwere Böen: In Thüringen hat der Sommer in den vergangenen Tagen gezeigt, wie schnell das Wetter umschlagen kann. Die Ereignisse werfen eine wichtige Frage auf: Wie gut ist das eigene Haus auf Starkregen, Hagel und Sturm vorbereitet? Die Verbraucherzentrale Thüringen zeigt, welche Schwachstellen jetzt geprüft werden sollten und mit welchen Maßnahmen sich das Schadensrisiko verringern lässt.

„Wie groß die Schäden ausfallen, entscheidet sich oft an unscheinbaren Details: einem verstopften Ablauf, einem undichten Kellerfenster oder einem lockeren Dachziegel“, sagt Ramona Ballod, Referatsleiterin Energie, Bauen und Nachhaltigkeit der Verbraucherzentrale Thüringen. „Wer sein Haus Schritt für Schritt vom Grundstück bis zum Dach überprüft, kann viele Risiken rechtzeitig erkennen und verringern.“

Grundstück: Wohin fließt das Wasser?

Bei Starkregen kann die Kanalisation die Wassermengen häufig nicht schnell genug aufnehmen. Das Wasser folgt dann dem Gefälle. Besonders gefährdet sind tiefer liegende Hauseingänge, Garagenzufahrten, Kellerfenster und Lichtschächte.

„Schauen Sie bei kräftigem Regen einmal genau hin: Wo sammelt sich das Wasser und fließt es möglicherweise in Richtung Haus?“, rät Ballod. „So erkennen Sie Schwachstellen, bevor der Keller vollläuft.“

Lichtschächte und Kelleraußentreppen brauchen funktionierende Abläufe oder geeignete Abdeckungen. Auf Asphalt, Beton und dichtem Pflaster kann Regen kaum versickern. Durchlässige Beläge wie Rasengittersteine oder Pflaster mit offenen Fugen entlasten die Entwässerung. Auch ein fachgerecht geplantes Gründach kann Regenwasser zurückhalten und im Sommer zur Kühlung beitragen.

Keller: Wasser kann auch aus dem Kanal kommen

Starkregen dringt nicht nur durch Fenster und Türen ein. Ist die Kanalisation überlastet, kann Abwasser durch Toiletten, Duschen oder Bodenabläufe zurück ins Gebäude gedrückt werden. Ungenutzte Abläufe unterhalb der Rückstauebene sollten deshalb verschlossen werden.

Eine Rückstauklappe kann verhindern, dass Wasser aus der Kanalisation ins Haus gelangt. Ist sie geschlossen, kann allerdings auch kein Abwasser aus dem Gebäude abfließen. Für regelmäßig genutzte Toiletten oder Duschen unterhalb des Straßenniveaus ist deshalb in der Regel eine Hebeanlage erforderlich. Welche Sicherung geeignet ist, sollte ein Sanitärfachbetrieb beurteilen.

Rückstauverschlüsse und Hebeanlagen müssen regelmäßig gewartet werden. Zusätzlich können fachgerecht eingebaute, wasserdichte Kellerfenster und Außentüren das Eindringen von Wasser erschweren.

„Dient der Keller vor allem als Lagerraum, können schon einfache Veränderungen viel bewirken“, sagt Ballod. „Stellen Sie wichtige Unterlagen, Elektrogeräte und andere empfindliche Gegenstände nicht direkt auf den Boden, sondern möglichst weit nach oben.“

Dach: Schutz vor Hitze, Hagel und Sturm

Dachziegel und Dachfenster sollten regelmäßig kontrolliert werden. Auch Regenrinnen, Fallrohre und Abläufe müssen frei sein. Bei Flachdächern gilt das zusätzlich für die Notentwässerung. 

Bei Hagel können Dachfenster, Oberlichter und Glasdächer beschädigt werden. Dringt anschließend Regen ein, wächst der Schaden schnell. Sicherheitsglas kann dieses Risiko verringern. Bei älteren Dachfenstern kann ein Fachbetrieb prüfen, welche Verglasung eingebaut ist und ob sie sich austauschen lässt.

Bei einer neuen Dacheindeckung sind Sturmklammern für die Dachziegel Pflicht. Achten Sie darauf, dass die Klammern im Angebot ausdrücklich berücksichtigt sind. Bei Photovoltaikmodulen und Sonnenkollektoren sollte bereits bei der Planung geklärt und vertraglich festgehalten werden, für welche Windbelastungen die Anlage ausgelegt ist.

Weitere Fragen beantwortet gerne die Energieberatung der Verbraucherzentrale Thüringen. Ein persönliches Beratungsgespräch kann unter der kostenfreien Telefonnummer 0800 809 802 400 vereinbart werden.

Die Energieberatung der Verbraucherzentrale wird gefördert vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie. Dank einer Kooperation mit dem Thüringer Umweltministerium und der Landesenergieagentur ThEGA sind in Thüringen auch die Vor-Ort-Termine bei den Ratsuchenden zu Hause kostenfrei.

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung wiedergibt.