Steigende Gaspreise: Warum sich ein Anbieterwechsel jetzt lohnen kann

Pressemitteilung vom 20. August 2026

Zum Ende des Sommers steigen die Gaspreise auch für Privathaushalte an. Gerade jetzt lohnt es sich, den eigenen Gasvertrag genau zu prüfen, Preise und Konditionen gründlich zu vergleichen und zu einem günstigeren Anbieter zu wechseln.

 „Viele Haushalte bleiben über Jahre in einem teuren Tarif, obwohl ein Wechsel erhebliche Einsparungen bringen kann“, sagt Ramona Ballod, Energiereferentin der Verbraucherzentrale Thüringen. „Wer aktuell ein gutes Angebot mit fairen Vertragsbedingungen findet, kann die drohenden Preissteigerungen abfangen und gelassener in die Heizperiode starten.“

Gasmarkt bleibt schwer berechenbar

Denn die Lage am Gasmarkt ist angespannt. Mitte August waren die deutschen Gasspeicher nur knapp zur Hälfte gefüllt und damit deutlich niedriger als in den vergangenen Jahren zu diesem Zeitpunkt. Auch der Weltmarkt für Gas ist durch den Krieg im Iran aus dem Gleichgewicht. Durch die Sperrung der Straße von Hormus konkurrieren mehr Länder um die noch verfügbaren Gas- und Ölreserven aus den USA, Kanada und Australien – und sorgen für einen weltweiten Preisanstieg. Ein kalter Winter würde den Verbrauch noch zusätzlich erhöhen.

„Wie stark sich die höheren Großhandelspreise auf private Haushalte auswirken, hängt vom jeweiligen Vertrag und von der Beschaffungsstrategie des Anbieters ab“, so Ramona Ballod. „Eine passende Preisgarantie kann zumindest vor steigenden Beschaffungskosten schützen.“

Nicht vom Bonus blenden lassen

Für den Vergleich sollten Verbraucher:innen ihre letzte Jahresabrechnung bereitlegen. Entscheidend sind der bisherige Jahresverbrauch, die jährlichen Gesamtkosten, das Vertragsende und die Kündigungsfrist. 

Vergleichsportale bieten einen ersten Überblick, zeigen aber nicht immer alle verfügbaren Tarife. „Verlassen Sie sich nicht auf ein einziges Vergleichsportal. Schauen Sie sich mehrere Portale an und prüfen Sie interessante Tarife anschließend direkt beim Anbieter“, rät Ramona Ballod. In den Sucheinstellungen sollten Boni zunächst nicht in den Gesamtpreis eingerechnet werden. Außerdem sollte die Anzeige nicht auf Tarife beschränkt sein, die direkt über das Portal abgeschlossen werden können.

Wichtig ist der Gesamtpreis aus Grundpreis und Arbeitspreis bei einem realistischen Jahresverbrauch. Ein hoher Neukundenbonus kann einen ansonsten teuren Tarif lediglich im ersten Jahr günstig erscheinen lassen. Auch Kundenservice, Erreichbarkeit und bisherige Beschwerden über einen Anbieter sollten in die Entscheidung einfließen.

Laufzeit und Preisgarantie prüfen

In der Regel ist eine Vertragslaufzeit von etwa zwölf Monaten sinnvoll. Eine längere Bindung kann bei einem günstigen Tarif infrage kommen, wenn die Preisgarantie entsprechend lange gilt. Dabei lohnt ein Blick ins Kleingedruckte: Steuern, Umlagen und Netzentgelte sind von Preisgarantien häufig ausgenommen.

Kündigung und Wechsel richtig angehen

Ist die Kündigungsfrist knapp oder soll wegen einer Preiserhöhung gekündigt werden, sollten Verbraucher:innen die Kündigung selbst übernehmen. In anderen Fällen kann der neue Anbieter den bisherigen Vertrag kündigen. Am Tag des Wechsels sollte der Zählerstand abgelesen und an den alten Anbieter, den neuen Anbieter und den Netzbetreiber übermittelt werden. 

Bei Fragen zur Tarifwahl oder zum Anbieterwechsel hilft die Energieberatung der Verbraucherzentrale Thüringen unabhängig weiter. Ein persönlicher Beratungstermin kann unter der kostenfreien Telefonnummer 0800 809 802 400 vereinbart werden.

Die Energieberatung der Verbraucherzentrale wird gefördert vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie. Dank einer Kooperation mit dem Thüringer Umweltministerium und der Landesenergieagentur ThEGA sind in Thüringen auch die Vor-Ort-Termine bei den Ratsuchenden zu Hause kostenfrei.

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung wiedergibt.