Klimageräte vergriffen? Jetzt für die nächste Hitzewelle planen

Welche Kühlung zum eigenen Zuhause passt und warum die Wärmepumpe eine Alternative sein kann

Pressemitteilung vom 21. Juli 2026

Wer sich während der jüngsten Hitzetage kurzfristig ein Klimagerät zulegen wollte, ging vielerorts leer aus. Mobile Geräte waren schnell vergriffen, für fest installierte Anlagen müssen Verbraucher:innen mit Wartezeiten rechnen. Da auch in den kommenden Sommern mit längeren Hitzeperioden zu rechnen ist, rät die Verbraucherzentrale Thüringen, die Zeit für eine sorgfältige Planung zu nutzen.

Mobile Geräte: flexibel, aber oft wenig effizient

Mobile Klimageräte, sogenannte Monoblock-Geräte, lassen sich an eine Steckdose anschließen und kosten bis zu 1.000 Euro. Die warme Luft wird über einen Schlauch nach draußen geleitet. Bei Geräten mit nur einem Schlauch muss dafür meist ein Fenster geöffnet bleiben. Dadurch strömt neue warme Luft in den Raum und erschwert die Kühlung.

Effizienter arbeiten in der Regel Geräte mit zwei Schläuchen. Doch auch sie können in großen Räumen, sonnigen Zimmern oder schlecht gedämmten Dachgeschosswohnungen schnell an ihre Grenzen kommen. 

„Beim Kauf sollte nicht nur der Preis entscheiden. Das Gerät muss auch genug Leistung haben, um den jeweiligen Raum wirklich kühlen zu können“, sagt Ramona Ballod, Energiereferentin der Verbraucherzentrale Thüringen.

Splitgeräte kühlen besser, brauchen aber Planung

Fest installierte Splitgeräte bestehen aus einer Innen- und einer Außeneinheit. Sie kühlen deutlich schneller und effizienter als mobile Geräte und entfeuchten zusätzlich die Raumluft. Dafür sind Anschaffung und Einbau teurer: Die Geräte kosten bis zu 2.600 Euro, hinzu kommen die Installationskosten.

Da für den Einbau die Außenwand durchbohrt werden muss, benötigen Mieter:innen die Zustimmung ihres Vermieters oder ihrer Vermieterin. Die Installation darf zudem nur durch einen Fachbetrieb für Klima- und Kältetechnik erfolgen. 

„Neben den Anschaffungs- und Einbaukosten sollten Sie auch die spätere Wartung einkalkulieren. Und achten Sie darauf, wo die Außeneinheit angebracht wird: Ihr Betriebsgeräusch kann sonst schnell die Nachbarschaft stören“, so Ramona Ballod.

Nicht nur auf die Effizienzklasse schauen

Vor dem Kauf sollte die benötigte Kühlleistung fachgerecht ermittelt werden. Entscheidend sind unter anderem Raum- und Fenstergröße, Dämmstandard, Sonneneinstrahlung und vorhandener Sonnenschutz.

Das Energielabel gibt Auskunft über Effizienz, Stromverbrauch und Lautstärke. Eine gute Effizienzklasse bedeutet jedoch nicht automatisch einen niedrigen Stromverbrauch: Ein leistungsstarkes Gerät kann trotz guter Einstufung viel Strom benötigen. Verbraucher:innen sollten deshalb auch die konkreten Verbrauchswerte und unabhängige Produkttests vergleichen.

Wärmepumpe zum Heizen und Kühlen

Wer ohnehin einen Heizungstausch plant, sollte prüfen lassen, ob eine Wärmepumpe mit Kühlfunktion infrage kommt. Luft-Luft-Wärmepumpen funktionieren technisch ähnlich wie Split-Klimageräte. Sie können Räume direkt heizen und kühlen, benötigen aber eine separate Warmwasserbereitung. 

Wasserbasierte Wärmepumpen eignen sich vor allem in Verbindung mit Fußboden-, Wand- oder Deckenheizungen. Besonders stromsparend arbeiten Erdreich- und Grundwasserwärmepumpen bei der passiven Kühlung.

Für Kosten und Energiebilanz bleibt jedoch der Heizbetrieb entscheidend. „Deshalb sollten Sie auch bei gewünschter Kühlfunktion auf eine möglichst hohe Jahresarbeitszahl achten. Sie zeigt, wie viel Heizwärme die Wärmepumpe aus dem eingesetzten Strom erzeugt“, erklärt die Expertin. 

Weitere Fragen zum Kühlen von Wohnräumen beantwortet die Energieberatung der Verbraucherzentrale. Ein persönliches Beratungsgespräch kann unter der kostenfreien Telefonnummer 0800 809 802 400 vereinbart werden.

Die Energieberatung der Verbraucherzentrale wird gefördert vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie. Dank einer Kooperation mit dem Thüringer Umweltministerium und der Landesenergieagentur ThEGA sind in Thüringen auch die Vor-Ort-Termine bei den Ratsuchenden zu Hause kostenfrei.

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung wiedergibt.