Heizungstausch: Warmwasser bei der Wärmepumpe gleich mitplanen
Verbraucherzentrale erklärt, welche Lösungen zur Auswahl stehen
Die alte Gas- oder Ölheizung soll einer Wärmepumpe weichen – doch wie wird künftig das Wasser zum Duschen, Baden und Spülen erwärmt? Diese Frage sollte nicht erst beim Einbau geklärt werden. Denn die Warmwasserbereitung verursacht etwa 10 bis 30 Prozent des gesamten Heizenergiebedarfs.

„Beim Heizungstausch steht vor allem Raumwärme im Mittelpunkt. Die Warmwasserbereitung muss aber von Anfang an Teil der Planung sein“, sagt Ramona Ballod, Energiereferentin der Verbraucherzentrale Thüringen. „Eine nicht bedarfsgerecht geplante Lösung kann den Stromverbrauch erhöhen oder später zu Komfortproblemen führen.“
Eine Wärmepumpe für Heizung und Warmwasser
Die gebräuchlichste Lösung: Die Wärmepumpe übernimmt sowohl die Raumheizung als auch die Warmwasserbereitung. Heizungs- und Trinkwasser bleiben dabei voneinander getrennt. Über einen Wärmetauscher wird die Wärme auf das Trinkwasser übertragen. Ein solches Kombisystem benötigt vergleichsweise wenig Platz. Zudem lassen sich Wärmepumpe, Speicher und Steuerung aufeinander abstimmen.
Bei dieser Lösung muss die Wärmepumpe auch im Sommer in Betrieb bleiben, um warmes Wasser bereitzustellen. Bei den folgenden Systemen kann die Heizungswärmepumpe in der warmen Jahreszeit dagegen ausgeschaltet werden. Das spart Bereitschaftsstrom und schont die Anlage.
Separate Warmwasser-Wärmepumpe als Alternative
Eine andere Möglichkeit ist eine Brauchwasser- oder Warmwasser-Wärmepumpe. Sie ist ausschließlich für die Warmwasserbereitung zuständig und arbeitet unabhängig von der Heizungswärmepumpe. Das kann sinnvoll sein, wenn Heizung und Warmwasser bewusst voneinander getrennt werden sollen.
Das meist im Keller aufgestellte Gerät nutzt die Raumluft als Wärmequelle. Dabei kühlt und entfeuchtet es den Aufstellraum. Benötigt wird ein unbeheizter, aber frostfreier Raum.
Durchlauferhitzer für lange Leitungswege
Wo sich Warmwasserleitungen nur mit großem Aufwand verlegen lassen, können elektrische Durchlauferhitzer eine Alternative sein. Die Wärmepumpe übernimmt dann ausschließlich die Raumheizung, während das Wasser direkt an den einzelnen Zapfstellen erwärmt wird. Die Installation ist vergleichsweise günstig, im Betrieb ist diese Lösung jedoch weniger effizient als die Warmwasserbereitung mit einer Wärmepumpe. Sie eignet sich daher vor allem für größere Gebäude mit langen Wegen zu den Zapfstellen.
Solarthermie kann die Wärmepumpe entlasten
Auch Solarkollektoren können die Warmwasserbereitung unterstützen. Im Sommer reicht die Sonnenwärme häufig aus, um das Wasser vollständig zu erwärmen, sodass die Wärmepumpe pausieren kann.
Solarthermie kann die Effizienz erhöhen, den Verschleiß der Wärmepumpe reduzieren und die laufenden Kosten für Warmwasser senken. Dem stehen höhere Investitionskosten, zusätzlicher Platzbedarf auf dem Dach und eine aufwendigere Planung der Anlage gegenüber. Zudem fällt der Ertrag im Winter gering aus.
Wer eine Gas- oder Ölheizung durch eine Wärmepumpe ersetzen möchte, sollte seinen Warmwasserbedarf vorab möglichst genau ermitteln. Eine gute Planung berücksichtigt neben der Haushaltsgröße auch das Gebäude, die Leitungswege, die Nutzungsgewohnheiten sowie die Anforderungen an Komfort, Kosten und Hygiene. Die Energieberatung der Verbraucherzentrale hilft bei der Planung. Ein persönliches Beratungsgespräch kann unter der kostenfreien Telefonnummer 0800 809 802 400 vereinbart werden.
Die Energieberatung der Verbraucherzentrale wird gefördert vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie. Dank einer Kooperation mit dem Thüringer Umweltministerium und der Landesenergieagentur ThEGA sind in Thüringen auch die Vor-Ort-Termine bei den Ratsuchenden zu Hause kostenfrei.
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