Warmwasser: Wo im Haushalt unnötig Geld verloren geht
Verbraucherzentrale erläutert Einsparpotenzial durch richtige Technik und weniger Wärmeverlust
Warmes Wasser ist im Haushalt selbstverständlich. Wie viel Energie dafür benötigt wird, ist vielen Menschen jedoch nicht bewusst. Dabei lässt sich mit der richtigen Technik und einfachen Änderungen im Alltag einiges sparen – ohne auf Komfort zu verzichten. Die Verbraucherzentrale Thüringen erklärt, worauf es ankommt und wann sich der Austausch alter Geräte lohnt.

Warmwasser zentral oder direkt am Wasserhahn erwärmen?
Grundsätzlich gibt es zwei Möglichkeiten, warmes Wasser bereitzustellen: zentral oder dezentral.
Bei einer zentralen Warmwasserbereitung wird das Wasser beispielsweise über die Heizungsanlage erwärmt und über Leitungen zu Bad und Küche transportiert. Häufig wird es in einem Speicher bevorratet. Das bietet sich vor allem in größeren Haushalten mit hohem Warmwasserbedarf an. Besonders effizient kann die Kombination mit einer modernen Heizungsanlage und erneuerbaren Energien sein.
Bei dezentralen Systemen erwärmt ein Durchlauferhitzer oder ein kleiner Warmwasserspeicher das Wasser direkt in der Nähe der Entnahmestelle. Das kann sich vor allem bei geringem Verbrauch oder langen Leitungswegen lohnen. Denn je kürzer der Weg vom Gerät zum Wasserhahn, desto geringer sind in der Regel die Wärmeverluste.
„Welche Lösung günstiger ist, hängt unter anderem von der Haushaltsgröße, dem Warmwasserbedarf und der vorhandenen Technik ab“, erklärt Ramona Ballod, Energiereferentin der Verbraucherzentrale Thüringen.
Alte Durchlauferhitzer austauschen kann sich lohnen
Wer sein Warmwasser mit einem älteren elektrischen Durchlauferhitzer erzeugt, sollte einen Geräteaustausch prüfen. Moderne, elektronisch geregelte Modelle stellen die gewünschte Temperatur genauer ein und passen ihre Leistung automatisch an den Bedarf an.
„Ein moderner elektronischer Durchlauferhitzer kann gegenüber einem alten hydraulischen Gerät etwa 10 bis 20 Prozent Strom einsparen. Ob sich ein Austausch lohnt, hängt aber auch davon ab, wie viel Warmwasser im Haushalt verbraucht wird“, erklärt Ballod.
Auch bei zentralen Anlagen lässt sich die Effizienz verbessern. Eine Solarthermieanlage kann beispielsweise einen großen Teil der Warmwasserbereitung übernehmen. Im Sommer reicht die Sonnenenergie bei entsprechender Auslegung an vielen Tagen sogar aus, um den gesamten Warmwasserbedarf zu decken. Auch Strom aus einer Photovoltaikanlage kann zur Warmwasserbereitung genutzt werden.
Gut gedämmte Leitungen verhindern Wärmeverluste
Bei zentralen Warmwassersystemen geht Energie nicht nur beim Erwärmen des Wassers verloren. Auch Speicher und Rohrleitungen geben Wärme an ihre Umgebung ab. Eine gute Dämmung hilft, diese Verluste zu begrenzen.
Besonders kritisch sind Zirkulationsleitungen. Sie sorgen dafür, dass an den Wasserhähnen möglichst schnell warmes Wasser verfügbar ist. Dafür wird das Wasser ständig oder in bestimmten Zeitabständen durch die Leitungen gepumpt. Das verbraucht Strom und führt zu zusätzlichen Wärmeverlusten.
„Wenn ständig warmes Wasser durch die Leitungen fließt, geht auch ständig Wärme verloren – selbst wenn niemand einen Wasserhahn aufdreht“, erklärt die Energieexpertin. „Deshalb lohnt es sich, die Zirkulationsanlage von einem Fachbetrieb überprüfen und bedarfsgerecht einstellen zu lassen.“
Auch die Frage, welche Entnahmestellen überhaupt an die Zirkulation angeschlossen sein müssen, sollte geprüft werden. Für ein selten genutztes Gästebad kann beispielsweise ein eigener Durchlauferhitzer sinnvoller sein.
Wichtig: Bei Änderungen an Warmwassertemperaturen oder Zirkulationszeiten müssen die Anforderungen an die Trinkwasserhygiene beachtet werden.
Weniger Warmwasser spart gleich dreifach
Wer weniger warmes Wasser verbraucht, spart nicht nur Energie. Auch die Kosten für Frischwasser und Abwasser sinken.
Schon kleine Veränderungen machen einen Unterschied. Wer kürzer duscht, statt zu baden, und einen wassersparenden Duschkopf verwendet, kann seinen Verbrauch deutlich reduzieren. Auch beim Händewaschen oder Geschirrspülen lohnt es sich, warmes Wasser nur dann zu nutzen, wenn es tatsächlich nötig ist.
Weitere Fragen zur Warmwasserbereitung beantwortet die Energieberatung der Verbraucherzentrale Thüringen. Ein Termin für ein individuelles Beratungsgespräch kann unter der kostenfreien Telefonnummer 0800 809 802 400 vereinbart werden.
Die Energieberatung der Verbraucherzentrale wird vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie gefördert. Dank einer Kooperation mit dem Thüringer Umweltministerium und der Thüringer Landesenergieagentur ThEGA ist die Beratung in Thüringen kostenfrei.
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