Vor dem ersten Frost: Diese Fehler treiben die Heizkosten in die Höhe
Die größten Energiefresser verstecken sich oft an unerwarteten Stellen
Draußen wird es ungemütlich, drinnen soll es kuschelig warm sein. Doch wer jetzt einfach die Heizung aufdreht, verschenkt möglicherweise bares Geld. Denn falsch eingestellte Heizungsanlagen oder ungedämmte Heizungsrohre können die Energiekosten unnötig in die Höhe treiben. Die Verbraucherzentrale Thüringen zeigt, worauf es zum Start der Heizsaison ankommt.

Wenn morgens die Fenster beschlagen und abends die Wolldecke auf dem Sofa nicht mehr ausreicht, ist klar: Die Heizsaison hat begonnen.
„Viele Haushalte können ihre Heizkosten mit einfachen Mitteln senken, ohne auf eine warme Wohnung verzichten zu müssen. Wer seine Heizung jetzt überprüft und richtig einstellt, spart möglicherweise den ganzen Winter über Energie und Geld“, sagt Ramona Ballod, Energiereferentin der Verbraucherzentrale Thüringen.
Wenn die Heizung gluckert, wird es teuer
Ein Heizkörper, der gluckert oder nur teilweise warm wird, enthält möglicherweise Luft. Dann kann Entlüften helfen. Auch das Sofa direkt vor der Heizung oder lange Vorhänge, die den Heizkörper verdecken, sind keine gute Idee. Sie verhindern, dass sich die Wärme im Raum verteilt.
Ein genauer Blick auf die Thermostate lohnt sich ebenfalls. Wer die Heizung auf Stufe fünf dreht, heizt den Raum nicht schneller auf, sondern stellt lediglich eine höhere Zieltemperatur ein. Schon ein Grad weniger Raumtemperatur kann den Heizenergieverbrauch um etwa sechs Prozent senken.
Eigentlich sollten sie längst der Vergangenheit angehören, doch in vielen Kellern schlummern sie noch immer: ungedämmte Heizungsrohre. Sie geben Wärme an Räume ab, die gar nicht beheizt werden sollen. Eine nachträgliche Dämmung ist meist einfach und kostengünstig umsetzbar.
Arbeitet die Heizung richtig?
Auch wenn alle Heizkörper warm werden, läuft die Heizungsanlage nicht unbedingt effizient. Häufig sind Heizzeiten, Vorlauftemperaturen oder andere Einstellungen nicht optimal auf das Gebäude und seine Bewohner abgestimmt.
„Viele Heizungsanlagen laufen mit unnötig hohen Temperaturen. Die Räume werden zwar warm, aber die Heizung verbraucht dabei mehr Energie als nötig. Gerade bei älteren Anlagen lohnt es sich, die Einstellungen von einem Fachbetrieb überprüfen zu lassen“, erklärt Ramona Ballod.
Besonders wichtig ist die sogenannte Heizkurve. Sie regelt, wie warm das Heizungswasser abhängig von der Außentemperatur sein muss. Ist sie zu hoch eingestellt, produziert die Anlage mehr Wärme als nötig.
Auch eine Warmwasserzirkulationspumpe, die Tag und Nacht läuft, kann die Energiekosten erhöhen. Ihre Laufzeiten sollten deshalb zum tatsächlichen Bedarf passen. Dabei sind die Anforderungen an die Trinkwasserhygiene zu beachten.
Eine weitere Möglichkeit, die Heizungsanlage effizienter zu machen, ist der hydraulische Abgleich. Er sorgt dafür, dass die Wärme bedarfsgerecht im Haus verteilt wird. Besonders nach einer energetischen Sanierung, etwa dem Austausch der Fenster oder einer Fassadendämmung, lohnt sich eine Überprüfung der Heizungseinstellungen.
Neue Heizung oder erst einmal optimieren?
Muss gleich eine neue Heizung her oder reicht es, die bestehende Anlage besser einzustellen? Lohnt sich eine Wärmepumpe auch im älteren Haus? Und welche Fördermittel gibt es?
Pauschale Antworten helfen hier wenig. Was wirtschaftlich und technisch sinnvoll ist, hängt unter anderem vom Gebäudezustand, der vorhandenen Heiztechnik und dem Wärmebedarf ab.
„Nicht jede Heizung muss gleich ausgetauscht werden. Oft lässt sich schon durch eine Optimierung der bestehenden Anlage einiges erreichen. Welche Maßnahmen sich wirklich lohnen, sollte aber immer individuell geprüft werden“, sagt Ramona Ballod.
Ob Eigenheim oder Mietwohnung: Die Energieberatung der Verbraucherzentrale Thüringen hilft dabei, den Energieverbrauch besser einzuschätzen und Einsparmöglichkeiten zu finden. Termine können unter der kostenfreien Telefonnummer 0800 809 802 400 vereinbart werden.
Die Energieberatung der Verbraucherzentrale wird vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie gefördert. Dank einer Kooperation mit dem Thüringer Umweltministerium und der Thüringer Landesenergieagentur ThEGA ist die Beratung in Thüringen kostenfrei.
Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung wiedergibt.