Squishies: Wie sicher sind die Quetschspielzeuge?
Squishies sind der Trend im Kinderzimmer, doch einzelne Produkte stehen in der Kritik: Behörden warnen vor Schadstoffen, Erstickungsgefahr und Verbrennungen. Auch die Verbraucherzentralen raten zur Vorsicht. In diesem Artikel erfahren Sie, worauf Sie als Eltern beim Kauf achten sollten.

Das Wichtigste in Kürze:
- Einzelne Squishies, vor allem "Dumplings" und "Buns", stehen im EU-Warnportal Safety Gate. Behörden bemängeln Schadstoffe, Kleinteile und fehlende Herstellerangaben.
- Wer Squishies in der Mikrowelle erwärmt, riskiert schwere Verbrennungen, wenn die Hülle platzt.
- Warnzeichen sind ein auffälliger Geruch, Risse in der Hülle und eine fehlende Anbieteradresse.
- Kinder unter drei Jahren sollten nicht mit Squishies spielen.
- Squishies, die mit sogenannten Wasserperlen gefüllt sind, können für Kinder gefährlich werden.
Was sind Squishies und warum sind sie so beliebt?
Squishies sind weiche Quetschspielzeuge, die sich zusammendrücken lassen und danach langsam in ihre Form zurückkehren. Manche bestehen komplett aus Schaumstoff, andere haben eine dehnbare Hülle, die mit Gel, Flüssigkeit, Kügelchen oder Sand gefüllt ist.
Angetrieben wird der Boom von sozialen Netzwerken. Dort werden die Figuren in Kurzvideos geknetet, was viele als beruhigend empfinden. Dazu kommt der Sammelreiz: Es gibt viele Varianten, einige davon sind selten oder kommen in Überraschungsverpackungen. Wer ein besonderes Stück ergattert, zeigt es online, und die Nachfrage steigt weiter.
In welchen Formen gibt es Squishies?
Die Auswahl ist riesig, und genau das macht den Reiz zum Sammeln aus. Besonders verbreitet sind Squishies, die aussehen wie Lebensmittel. Das können sein
- Dumplings und Buns, die an gedämpfte Teigtaschen erinnern,
- ein Stück Butter,
- eine Scheibe Käse oder
- eine Erdnuss.
Daneben gibt es schlichte Würfel, oft in vielen Farben.
Ebenfalls beliebt sind Tierfiguren. Manche Varianten sind glitzernd oder durchscheinend, andere kommen als Überraschungsfigur in einer verschlossenen Verpackung. Ungeachtet der Form unterscheiden sich die Produkte stark in Material und Füllung.
Welche Produkte stehen in der Kritik?
Im EU-Warnsystem Safety Gate sind aktuelle mehrere Squishies aufgeführt. Geben Sie für eine Auflistung der Produkte im Suchfeld unter "Search" den Begriff "Squishy" ein. Meist geht es um Erstickungsgefahr für kleine Kinder, weil sie Kleinteile lösen oder abbeißen können. Teils spielen aber auch Schadstoffe eine Rolle. In dem Portal finden Sie auch Fotos der beanstandeten Artikel. Betroffen sind unter anderem Produkte mit den Namen:
- Steamed Bun
- Squishy Dumpling
- Squishy Fidget Fun
- Squeezy Dumplings
- Happy Buns
Auffällig: Auf den Verpackungen fehlt eine Anbieteradresse. Damit ist unklar, wer für die Sicherheit verantwortlich ist. Das ist für sich genommen schon ein Warnsignal. Gerade im Zuge eines schnellen Trends drängen zudem viele neue Anbieter auf den Markt.
Welche Schadstoffe wurden gefunden?
Verschiedene Behörden und die Stiftung Warentest haben Squishies untersucht und sind dabei auf unterschiedliche Stoffe gestoßen:
- Flüchtige organische Verbindungen (VOC): Nachdem sich Verbraucher über einen chemischen, benzinartigen Geruch beschwert hatten, ließ die niederländische Lebensmittel- und Konsumsicherheitsbehörde NVWA Quetschspielzeuge prüfen. Teils fand sie VOC. Diese Stoffe sind für den Geruch verantwortlich und können bei dauerhafter Belastung unter anderem die Atemwege reizen.
- Benzol: Britische Verbraucherschützer wiesen den Stoff im Produkt „Squeezy Dumplings“ nach. Benzol gilt als krebserregend.
- Dimethylformamid: Das Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit untersuchte 2019 insgesamt 18 Schaumstoff-Squishies. In einem Produkt steckte dieses Lösungsmittel, das zudem unangenehm roch.
- Asbest: Bei Squishies mit Sandfüllung gab es Warnungen, dass der Sand mit Asbest belastet sein könnte. Von außen lässt sich das nicht erkennen.
- Wasserperlen: Es gibt Squishies, die mit gelartigen, oft bunten Kugeln gefüllt sind, die an Bonbons erinnern. Das Verschlucken, Einatmen oder Einführen von Wasserperlen in Nase oder Ohr kann zu schweren Organschäden führen.
Weitere Untersuchungen laufen derzeit in den Niederlanden, Dänemark, Frankreich und Belgien. Das bayerische Landesamt prüfte 2019 außerdem Squishies mit Gel- oder Kügelchenfüllung: Bei den Belastungstests platzte keine Hülle, allerdings fielen in zwei Füllungen mikrobiologische Auffälligkeiten auf. Eine konkrete Gesundheitsgefahr sah die Behörde wegen der stabilen Hüllen nicht.
Warum ist die Mikrowelle gefährlich?
In sozialen Medien kursieren Videos, in denen Squishies in der Mikrowelle erwärmt werden, damit sie weicher und formbarer werden. Davor warnen die Verbraucherzentralen ausdrücklich. Gel oder Flüssigkeit im Inneren heizen sich stark auf, und wenn die Hülle reißt, drohen schwere Verbrennungen. Das gilt auch für Squishies, die im Sommer im aufgeheizten Auto liegen bleiben.
Besonders tückisch: Die gelartige Masse bleibt an der Haut haften und gibt weiter Wärme ab. Dadurch können die Verbrennungen tiefer werden als bei heißem Wasser, das schneller abläuft.
Britische Verbrennungsspezialisten haben bereits Kinder mit schweren Verletzungen behandelt. In Nordfrankreich erlitt im Sommer 2026 ein achtjähriger Junge Verbrennungen zweiten Grades an Gesicht und Oberkörper, als ein Gel-Squishy platzte.
Worauf sollten Eltern beim Kauf von Squishies achten?
- Squishies von Markenherstellern bevorzugen: Diese haben einen Namen zu verlieren und achten daher in der Regel sorgfältiger auf Sicherheit und Qualität.
- Squishies im seriösen Handel kaufen: Im Geschäft lässt sich gleich der Geruchstest machen. Beim Online-Kauf darauf achten, dass der Händler seinen Sitz in der EU hat.
- Geruch prüfen: Squishies, die stark chemisch oder nach Benzin riechen, besser nicht kaufen.
- Anbieter checken: Auf dem Spielzeug oder der Verpackung sollte die Adresse eines Herstellers oder Importeurs in der EU stehen.
- CE-Zeichen und Altersangabe beachten: Das CE-Zeichen ist aber keine Garantie, denn auch Produkte mit diesem Zeichen stehen im Online-Portal Safety Gate.
- Regelmäßig kontrollieren: Rissige oder beschädigte Squishies sofort entsorgen.
- Nicht erhitzen: Weder in der Mikrowelle noch auf der Heizung oder im Auto.
Was tun bei Verbrennungen oder Hautreaktionen?
Platzt ein Squishy und die heiße Füllung gelangt auf die Haut, müssen Sie schnell handeln:
- Kühlen Sie die betroffene Stelle etwa 20 Minuten lang unter fließendem, kaltem Wasser.
- Legen Sie kein Eis auf.
- Entfernen Sie keine festsitzende Kleidung.
- Lassen Sie das Kind sofort ärztlich untersuchen, vor allem wenn die Verbrennung tief ist oder das Gesicht betroffen ist.
Auch wenn nach dem Spielen mit einem Squishy eine Hautreaktion auftritt, sollten Sie eine Arztpraxis aufsuchen.
FAQ: Squishies im Überblick
Sind alle Squishies gefährlich?
Nein. Die Produkte unterscheiden sich stark, und pauschal als giftig einstufen lassen sie sich nicht. Beanstandet werden einzelne Artikel, vor allem von Anbietern ohne Herstelleradresse. Ob es ein grundsätzlich erhöhtes Risiko gibt, wird derzeit noch untersucht.
Woran erkenne ich ein bedenkliches Squishy?
Typische Warnzeichen sind ein stechender, chemischer oder benzinartiger Geruch, eine fehlende Anbieteradresse und Sandfüllungen. Auch Risse in der Hülle sind ein Grund, das Spielzeug auszusortieren. Im Portal Safety Gate können Sie zusätzlich nachsehen, ob ein Produkt gelistet ist.
Darf man Squishies in der Mikrowelle erwärmen?
Auf keinen Fall. Die Hülle kann platzen, und die heiße Füllung haftet an der Haut. Schwere Verbrennungen sind die Folge. Auch Hitze im Auto sollten Squishies nicht ausgesetzt werden.
Ab welchem Alter sind Squishies geeignet?
Kinder unter drei Jahren sollten gar nicht damit spielen. Verschluckte Kügelchen aus der Füllung oder abgebissene Stücke können zum Ersticken oder zu einem Darmverschluss führen. Achten Sie außerdem auf die Altersangabe auf der Verpackung.
Was tun, wenn ein Squishy kaputtgeht?
Entsorgen Sie das Spielzeug sofort, auch bei kleinen Rissen. Bei Hautkontakt mit der Füllung diese sofort abspülen. Bei Verbrennungen gilt: 20 Minuten kalt abspülen und ärztlichen Rat einholen.








