Nutri Score: Was bedeutet das Zeichen auf den Lebensmitteln?

Stand: 07. November 2025

In diesem Text erklären wir:

Nutri-Score: Was bedeutet das Zeichen auf den Lebensmitteln?

Die Verbraucherzentrale wünscht sich,

dass alle Menschen die Informationen auf der Internet-Seite gut verstehen können.

Deswegen gibt es die Informationen jetzt auch in Leichter Sprache.

Dieser Text ist eine Zusammenfassung von einem längeren Text.

Das heißt: Es gibt noch weitere Informationen zu diesem Thema.

Den längeren Text können Sie hier lesen: Nutri Score - Was bedeutet die Kennzeichnung?

Der längere Text ist nicht in Leichter Sprache geschrieben.

 

Nutri-Score: Was bedeutet die Kennzeichnung?

Seit dem Jahr 2020 gibt es in Deutschland den Nutri-Score.

Nutri-Score spricht man so aus: nutri-skor.

Nutri-Score ist ein englisches Wort.

Der Nutri-Score ist ein Zeichen auf der Verpackung von Lebensmitteln.

Viele Firmen benutzen das Zeichen.

Das ist aber freiwillig.

Das bedeutet: Die Firmen müssen das Zeichen nicht benutzen.

Den Nutri-Score gibt es auch in anderen Ländern in Europa. 

Das Zeichen steht auf der Vorderseite von den

Lebensmittel-Verpackungen.

An dem Nutri-Score kann man sehen, wie gesund ein Lebensmittel ist.

So können Sie auch bei mehreren Lebensmitteln sehen:

Dieses Lebensmittel ist gesünder.

Zum Beispiel:


Sie haben 2 verschiedene Müsli-Packungen.

Mit dem Nutri-Score sehen Sie auf einen Blick:

Welches Müsli ist gesünder?

Welches Müsli hat die besseren Nährstoffe?

Der Nutri-Score wird mit verschiedenen Farben und Buchstaben dargestellt:

  • Farbe grün bis Farbe rot
    Grün ist die beste Bewertung.
    Rot ist die schlechteste Bewertung.

Es gibt 5 Stufen in der Bewertung.

  • Buchstabe A bis Buchstabe E
    A ist die beste Bewertung.
    E ist die schlechteste Bewertung.

Es gibt 5 Stufen in der Bewertung.

Wichtig:
Wenn Sie Lebensmittel vergleichen,
machen Sie das nur mit ähnlichen Lebensmitteln aus der gleichen Produkt-Gruppe.

Zum Beispiel:

Vergleichen Sie eine Salami-Pizza mit einer
Gemüse-Pizza.

Bild: Santé publique France

Mit diesen Angaben sehen Sie, wie gesund ein Lebensmittel ist:

  • Mit dem Nutri-Score
  • Mit der Zutaten-Liste
  • Mit der Nährwert-Tabelle

Alle Angaben dazu finden Sie auf der Verpackung von den Lebensmitteln.

Wie bekommen Lebensmittel einen Nutri-Score?

Die Firmen entscheiden selbst,
ob sie den Nutri-Score auf ihre Lebensmittel schreiben.

Wenn eine Firma das machen will,


muss sie das zuerst bei einer Gesundheits-Behörde in Frankreich anmelden.

Die Firma muss den Nutri-Score selbst ausrechnen und auf die Lebensmittel-Verpackung schreiben.
Die Gesundheits-Behörde schaut dann,
ob die Firmen aus Frankreich den Nutri-Score richtig ausrechnen.

In Deutschland heißt die Gesundheits-Behörde:
RAL Deutsches Institut für Gütesicherung und Kennzeichnung e.V.

Das ist wichtig:

Wenn eine Firma den Nutri-Score benutzen will,
muss sie das für alle Lebensmittel von einer Lebensmittel-Marke machen.

Aber: Bis jetzt benutzen nicht viele Firmen den Nutri-Score.
Es sind weniger als die Hälfte von den Firmen.

Wie wird der Nutri-Score berechnet?

Bei der Berechnung von dem Nutri-Score schauen die Firmen auf diese Sachen:
Welche Inhaltsstoffe sind in dem Lebensmittel?
Seit Januar 2024 haben Fachleute den Nutri-Score neu berechnet:

  • Der Anteil von Zucker oder Salz wird strenger bewertet.
  • Lebensmittel mit viel Proteinen werden besser bewertet.
    Proteine sind Eiweiß-Stoffe.
  • rotes Fleisch wird nicht gut bewertet.
  • Es gibt eine neue Einordung für: Nüsse, Fette und Öle.
  • Es gibt eine Berechnung für Getränke.
    Dazu gehören auch: Milch-Getränke und Getränke aus Pflanzen.
  • Auch die Menge an Salz im Getränk wird bewertet.

Getränke aus Pflanzen sind zum Beispiel Hafermilch.
Getränke mit künstlichen Süß-Stoffen bekommen einen schlechteren Nutri-Score.

Weil: Süß-Stoffe sind nicht so gut für den Körper.

Was wird nicht mit dem Nutri-Score gekennzeichnet?

Der Nutri-Score wird für bestimmte Lebensmittel nicht empfohlen.
Zum Beispiel für:

  • Lebensmittel für Sportler
  • Lebensmittel für Kinder bis drei Jahren
  • Lebensmittel für Säuglinge
  • Medizinische Lebensmittel

Diese Lebensmittel brauchen keinen Nutri-Score. Denn: Sie haben keine Nährwert-Tabelle.

Zum Beispiel:

  • Frisches Obst, frisches Gemüse oder frisches Fleisch.
  • Kräuter und Gewürze
  • Kaffee und Tee
  • Gelatine, Hefe oder Kaugummi
  • Alkoholische Getränke mit mehr als 1,2 Volumen-Prozent.
    Der Volumen-Prozent gibt den Alkohol-Gehalt an.

Quelle: Verbraucherzentrale Sachsen

 

Deshalb ist der Nutri-Score gut:

Der Nutri-Score ist gut zu verstehen.
Denn: Mit dem Nutri-Score können Sie verschiedene Lebensmittel gut miteinander vergleichen.

Und: Der Nutri-Score rechnet in den gleichen Einheiten wie die Nährwert-Tabelle.
Nämlich mit Angaben in 100 Gramm oder 100 Milliliter.

Wenn Sie einkaufen, können Sie so schnell sehen:
Welche Lebensmittel sind gut für die Gesundheit?
Und welche Lebensmittel sind nicht so gut für die Gesundheit?

Außerdem können die Firmen mit dem Nutri-Score ihre Lebensmittel immer weiter verbessern.
Denn die Firmen können die Zutaten ändern.

Zum Beispiel: Weniger Zucker in das Lebensmittel machen.

Der Nutri-Score wurde von Fachleuten gemacht.
Der Nutri-Score wird oft überprüft und weiter verbessert.

Das kann der Nutri-Score nicht:

Der Nutri-Score kann keine einzelnen Nähstoffe anzeigen.
Diese Angaben finden Sie nur in der Nährwert-Tabelle auf der Verpackung.


Der Nutri-Score kann keine Aromen oder Zusatz-Stoffe anzeigen.

Der Nutri-Score zeigt Süßstoffe nur in Getränken an. Nicht in anderen Lebensmitteln.

Für frisches Obst, Gemüse oder frisches Fleisch gibt es keinen 
Nutri-Score.

Manchmal hat ein Lebensmittel einige schlechte Werte im Nutri-Score.
Aber andere Werte sind gut.
Das kann sich ausgleichen.
Ein Lebensmittel kann einen guten Nutri-Score haben.
Aber das bedeutet nicht, dass alle Sachen darin gut sind.

Manchmal steht ein Lebensmittel zwischen 2 Bewertungs-Stufen.
Dann müssen die Firmen entscheiden,
welchen Nutri-Score das Lebensmittel bekommt.
Das können die Firmen,
indem Sie in der Zusammen-Setzung von dem Lebensmittel etwas verändern.
Die Firmen müssen gut mit der Vergabe von dem Nutri-Score umgehen.

Die Zukunft von dem Nutri-Score

Immer mehr Menschen benutzen den Nutri-Score.

Deshalb soll der Nutri-Score in Zukunft in allen Ländern in Europa gleich berechnet werden.


Deshalb gibt es jetzt eine Gruppe von Fachleuten aus allen Ländern.
Diese Gruppe prüft die Berechnung von dem
Nutri-Score.
Deshalb gibt es jetzt eine Gruppe von Fachleuten aus allen Ländern.
Diese Gruppe prüft die Berechnung von dem Nutri-Score.

Die Verbraucherzentralen sagen zum Nutri-Score:

  • Der Nutri-Score hilft gut beim Auswählen von Lebensmitteln
  • Alle Hersteller sollen den Nutri-Score auf die Lebensmittel drucken müssen
  • Es ist noch zuviel Fett, Öle und Nüsse erlaubt.
  • Und es soll neue Regeln für Fleisch-Produkte geben.
  • Zucker, Salz und Ballaststoffe sollen stärker bewertet werden.
  • Obst und Gemüse brauchen keinen Nutri-Score
  • Denn: Obst und Gemüse sind von Natur aus gesund

Fachleute sagen: In Zukunft soll es noch Änderungen bei der Kennzeichnung von Lebensmitteln geben, die Gemüse oder Obst enthalten.

Und der Nutri-Score soll für alle Lebensmittel Pflicht werden.

Das bedeutet:

Der Nutri-Score ist dann nicht mehr freiwillig,
sondern muss auf allen Lebensmitteln stehen.


Das Kompetenz-Zentrum Leichte Sprache
hat den Text im Jahr 2024 in Leichte Sprache übersetzt.

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66 111 Saarbrücken

0 681 93 62 15 05

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Die Prüf-Gruppe von der reha Gmbh in Saarbrücken hat den Text geprüft.

Die Bilder sind von:
© Lebenshilfe für Menschen mit geistiger Behinderung Bremen e.V.

Der Zeichner ist Stefan Albers, Atelier Fleetinsel, 2013.

Wie bekommen Lebensmittel einen Nutri-Score?

Hersteller entscheiden freiwillig, ob ihre Lebensmittel den Nutri-Score tragen sollen. Entscheidet sich ein Hersteller dafür, muss er das zunächst bei der französischen Gesundheitsbehörde "Santé publique France" anmelden.

Die Santé publique France hat den Nutri-Score als Marke registrieren lassen und gibt vor, unter welchen Bedingungen er verwendet werden darf. Für die Berechnung und den Aufdruck des Nutri-Score auf der Verpackung ist der Hersteller selbst verantwortlich.

Bislang kontrolliert die Santé publique, ob französische Hersteller den Nutri-Score richtig berechnet haben. In Deutschland wurde der Verein RAL Deutsches Institut für Gütesicherung und Kennzeichnung e.V. mit der Kontrolle beauftragt. RAL nimmt bereits für andere staatliche Siegel, wie etwa den Grünen Knopf oder Blauen Engel, Kontrollaufgaben und Rechtsverfolgung wahr.

Entscheidet sich ein Unternehmen für den Nutri-Score, so verpflichtet es sich, das für alle Produkte einer Marke zu tun. Hersteller können sich also nicht einzelne Lebensmittel aussuchen, die sie mit dem Nutri-Score kennzeichnen, zum Beispiel nur die mit grünem A und B. Bietet ein Hersteller mehrere Marken an, kann er den Nutri-Score auch nur bei einzelnen Marken verwenden.

Laut Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft haben sich in Deutschland 910 Unternehmen mit mehr als 1350 Marken registriert (Stand Oktober 2024). 

In diesen Schritten wird der Nutri-Score aktuell berechnet

Die genauen Berechnungsalgorithmen und einen Frage-Antwort-Katalog für den Nutri-Score finden Sie auf der Seite des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft. 

In die Berechnung des Nutri-Score werden bestimmte günstige und ungünstige Inhaltsstoffe des Lebensmittels einbezogen und miteinander verrechnet. Aus dem errechneten Zahlenwert wird der Score abgeleitet.

Zum 01.01.2024 trat in Deutschland und anderen Nutzerländern eine neue Berechnungsgrundlage für den Nutri-Score in Kraft. Die Neuerungen berücksichtigen aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse und Ernährungsempfehlungen.
 

Quelle: Verbraucherzentrale Sachsen

1. Punkte der ungünstigen Inhaltsstoffe ermitteln

Zunächst werden die Mengen der ungünstigen Inhaltsstoffe ermittelt:

  • Energiegehalt
  • gesättigte Fettsäuren
  • Zucker
  • Salz

Als Zucker werden alle Einfach- und Zweifachzucker entsprechend der Nährwerttabelle einbezogen. Neu in der Berechnung ist Salz. Zuvor wurde hier der Salzbestandteil Natrium herangezogen. 

Je nach Gehalt an Energie und Nährstoffen werden Punkte vergeben. Je höher die enthaltene Menge ist, desto höher ist die Punktzahl

2. Punkte der günstigen Inhaltsstoffe ermitteln

Im nächsten Schritt werden die günstigen Inhaltsstoffe berücksichtigt:

  • Ballaststoffe
  • Protein (Eiweiß)
  • Obst, Gemüse, Hülsenfrüchte

Auch hier wird je nach Gehalt eine Punktzahl vergeben. 

Die Angabe des Ballaststoffgehaltes ist keine Pflicht. Auch die genauen Anteile an Obst und Gemüse fehlen oft auf Verpackungen, weil sie nur dann verpflichtend sind, wenn sie sogenannte wertgebende Zutaten sind, etwa die Erdbeeren in der Erdbeerkonfitüre. Daher ist es nicht immer möglich, die Berechnung des Nutri-Score genau nachzuvollziehen.

3. Punkte verrechnen und in Skala einordnen

Die Punkte der günstigen Inhaltsstoffe werden dann von der Punktezahl der ungünstigen abgezogen. Je nach Zwischenergebnis der ungünstigen Faktoren kann es hierbei verschiedene Endergebnisse geben.

Die Gesamtpunktzahl wird dann in den jeweiligen Buchstaben des Nutri-Score übersetzt.

Spezialfall Käse

Käse ist eine wichtige Quelle für Calcium. Daher sollten Sie täglich Milchprodukte wie Käse zu sich nehmen. Der Calciumgehalt geht nicht in den Nutri-Score ein, hängt aber eng mit dem Proteingehalt zusammen. Daher wird bei Käse der Proteingehalt immer berücksichtigt, unabhängig von der Punktezahl der ungünstigen Inhaltsstoffe. So kann zum einen der Calciumgehalt indirekt berücksichtigt werden. Zum anderen lassen sich verschiedene Käsesorten so besser unterscheiden.

Spezialfall tierische und pflanzliche Fette, Nüsse und Samen

Auch für diese Lebensmitteilgruppe gibt es eine spezielle Berechnung, denn sie würden sonst ungünstige Bewertungen tragen. Der Nutri-Score berücksichtigt daher auch die Zusammensetzung der Fettsäuren innerhalb eines Fettes. Produkte mit einem hohen Anteil ungesättigter Fettsäuren wirken sich positiv auf unsere Gesundheit aus.
Ein zu hoher Anteil gesättigter Fettsäuren, wie es oft in tierischen Produkten der Fall ist, kann das Risiko für bestimmte Erkrankungen erhöhen. Daher wird bei Fetten und Ölen bewertet, wie hoch der Anteil gesättigter Fettsäuren ist im Verhältnis zum Gesamtfettgehalt ist und wie viel Energie gesättigte Fettsäuren liefern. Das führt dazu, dass pflanzliche Öle wie Leinöl oder Walnussöl eine bessere Bewertung erhalten können als Produkte mit einem hohen Anteil gesättigter Fettsäuren, wie etwa Butter oder Kokosfett.

Ungünstige Punkte werden vergeben für

  • Energie aus gesättigten Fettsäuren
  • Verhältnis gesättigte Fettsäuren zu Gesamtfett
  • Zucker
  • Salz

Positive Punkte werden vergeben für

  • Proteine
  • Ballaststoffe
  • Obst, Gemüse und Hülsenfrüchte
Spezialfall Getränke

Getränke werden nach einer anderen Berechnungsgrundlage als allgemeine Lebensmittel, das heißt die Abstufungen bei der Punktvergabe sind anders. Daneben gilt:

  • Das einzige Getränk, das ein dunkelgrünes A erhält, ist Wasser.
  • Getränke, die Süßstoffe enthalten, erhalten zusätzlich vier Negativpunkte. Damit verschlechtert sich die Bewertung um mindestens einen Grad.

Ungünstige Punkte werden für alle Komponenten wie bei Lebensmittel allgemein vergeben, jedoch in anderen Abstufungen, ebenso die günstigen Punkte.

Was ist seit 2024 neu an der Berechnung?

  • Strenger bewertet als ursprünglich werden die Gehalte an Zucker, Salz und geringe Mengen an Ballaststoffen.
  • Der Mindestgehalt an Ballaststoffen wurde von 0,9 Gramm auf 3 Gramm pro 100 Gramm Lebensmittel angehoben.
  • Lebensmittel, die viel Protein enthalten, werden besser bewertet, mit der Ausnahme "rotes Fleisch". Hier können maximal 2 Punkte erreicht werden.
  • Nüsse, Saaten, Raps-, Oliven- und Walnussöl werden nicht mehr in die allgemeine Berechnung einbezogen, sondern mit Ölen und Fetten in einer neuen Kategorie zusammengefasst. Ihren Nutri-Score berechnet man nach einem eigenen Modus, der den Energiegehalt aus gesättigten Fettsäuren stärker berücksichtigt. Dadurch verbessert sich der Nutri-Score für gesundheitsförderliche pflanzliche Fette und Nüsse mit viel ungesättigten Fettsäuren.
  • Alle Produkte, die sich trinken lassen, werden mit dem Rechenmodus für Getränke berechnet. Dazu gehören jetzt auch Milch, Milchgetränke und Pflanzendrinks. Nur Suppen und Gazpacho sind davon ausgenommen. Zusätzlich werden die Gehalte an Salz und gesättigten Fettsäuren berücksichtigt.
  • Damit kein Anreiz geschaffen wird, Getränke mit Süßstoffen zu süßen, erhalten Getränke mit künstlichen Süßstoffen zusätzlich 4 ungünstige Punkte, so dass diese Produkte eine Nutri-Score-Bewertung schlechter eingruppiert werden.

Übergangsfristen

Produkte, die vor dem Inkrafttreten am 01.01.2024 mit dem alten Nutri-Score auf dem Markt waren, dürfen noch abverkauft werden. Produkte, die danach auf den Markt kommen, werden mit dem neuen Nutri-Score gekennzeichnet. Es gilt eine Übergangsfrist von maximal 24 Monaten, also bis Ende 2025. Das heißt, in der Zwischenzeit können Produkte mit Nutri-Score nach alter und neuer Berechnung auf dem Markt sein. Während des Übergangszeitraums kann das Logo freiwillig ein zusätzliches Schriftfeld mit dem Hinweis "Neue Berechnung" tragen, wenn die neue Berechnung zugrunde liegt.

Ausführliche Informationen finden Sie auf der Seite des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft.
 

Was wird nicht mit dem Nutri-Score gekennzeichnet?

Der Nutri-Score wurde für den Bedarf der Gesamtbevölkerung entwickelt und eignet sich daher nicht für die Bedarfe spezieller Personengruppen. Für einige Lebensmittel wird der Nutri-Score deshalb nicht empfohlen. Dazu gehören:

  • Säuglingsnahrung,
  • Lebensmittel für Kinder von 0 bis 3 Jahren,
  • Lebensmittel für medizinische Zwecke,
  • Ersatzprodukte für Mahlzeiten,
  • Nahrungsergänzungsmittel,
  • Lebensmittel, die als Sportlernahrung bezeichnet werden.

Manche Lebensmittel benötigen keine Nährwertkennzeichnung und damit auch keinen Nutri-Score. Dazu zählen:

  • unverarbeitete Produkte die nur aus einer Zutat bestehen, etwa frisches Obst und Gemüse oder Fleischteilstücke,
  • Kräuter, Gewürze, Salz und Salzsubstitute,
  • Kaffeebohnen oder Tees,
  • Aromen, Lebensmittelzusatz- oder Verarbeitungshilfsstoffe,
  • Gelatine, Gelierhilfen, Hefe, Kaugummi.

Eine komplette Liste der Lebensmittel, die ihre Nährwerte nicht deklarieren und somit auch keinen Nutri-Score tragen müssen, finden Sie auf der Website der Europäischen Union.

Trotzdem gibt es auch Monoprodukte wie Milch, Zucker und Mehl mit einer Nährwerttabelle und einem Nutri-Score. Dies ist erlaubt, aber ein Vergleich zwischen beispielsweise verschiedenen Zuckerpackungen ist nicht sinnvoll.

Auch alkoholhaltige Getränke mit mehr als 1,2 Vol.-Prozent wie beispielweise Bier oder Wein fallen nicht in den Anwendungsbereich des Nutri-Score.

Das spricht für den Nutri-Score

  • Nach Angaben des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) und des Max-Rubner-Instituts ist der Nutri-Score für Verbraucher:innen leicht verständlich. Die Farben erhöhen die Aufmerksamkeit und die Bewertung kann die Kaufentscheidung beeinflussen.
  • Der Nutri Score ist gut vergleichbar, weil er sich wie die Nährwerttabelle auf 100 Gramm oder 100 Milliliter bezieht.
  • Mit ihm lassen sich Lebensmittel innerhalb einer Produktgruppe oder Lebensmittel mit ähnlichem Verwendungszweck miteinander vergleichen.
  • Beim Einkauf kann somit auf einen Blick zwischen günstig zusammengesetzten und weniger günstig zusammengesetzten Lebensmitteln unterschieden werden.
  • Der Nutri-Score kann dazu beitragen, dass Hersteller ihre Rezepturen verändern und die Zusammensetzung ihrer Produkte verbessern.
  • Der Algorithmus des Nutri-Score ist wissenschaftlich fundiert und wird von Wissenschaftler:innen geprüft und weiterentwickelt.

Das sind die Grenzen des Nutri-Score

  • Der Nutri-Score stellt keine Nährstoffe einzeln dar. Diese sind weiterhin in der Nährwerttabelle zu finden, die Hersteller aufdrucken müssen.
  • Der Nutri-Score berücksichtigt keine enthaltenen Aromen und Zusatzstoffe, mit Ausnahme von Süßstoffen in Getränken. Mit der neuen Berechnungsgrundlage für Getränke werden auch Süßstoffe negativ bewertet. Hier ist nach wie vor der Blick in die Zutatenliste nötig.
  • Für Lebensmittel, die unverarbeitet sind oder nur aus einer Zutat bestehen (zum Beispiel frisches Obst, Gemüse oder Honig), ist der Nutri-Score nicht sinnvoll und auch nicht gedacht. Er eignet sich vor allem für komplex zusammengesetzte und stark verarbeitete Lebensmittel.
  • Schlechte Werte in manchen Bereichen lassen sich durch gute Werte in anderen ausgleichen. Ein Produkt mit gutem Nutri-Score muss nicht bei jedem einzelnen Inhaltsstoff gut abschneiden.
  • Hersteller können ihre Produkte durch Rezepturveränderungen "schön rechnen". Besonders wenn sie an der Grenze zwischen zwei Stufen stehen, können bereits geringe Veränderungen zu einer besseren Bewertung führen. Es liegt in der Verantwortung der Hersteller, den Nutri-Score im Sinne der Sache zu nutzen.

Das sagen die Verbraucherzentralen zum Nutri-Score

  • Verbraucherfreundlich mit Einschränkungen: Der Nutri-Score ist ein verbraucherfreundliches Hilfsmittel zur schnellen Beurteilung des Nährwertes eines Lebensmittels. Als vereinfachte Kennzeichnung erfasst er nicht alle Qualitätskriterien.
  • Verpflichtende Kennzeichnung erforderlich: Die Angabe des Nutri-Score ist freiwillig. Doch nur wenn alle verarbeiteten Lebensmittel den Nutri-Score tragen, ist ein echter Vergleich möglich. Daher braucht es eine europaweit verpflichtende Kennzeichnung.
  • Zu viel Zucker: Auch nach der Verschärfung der Berechnungsgrundlage für Zucker bleibt der Referenzwert mit 90 Gramm am Tag zu hoch. Er sollte entsprechend der Ernährungsempfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung und der WHO auf 50 Gramm am Tag gesenkt werden.
  • Übergangsphase nicht transparent: Für Verbraucher:innen ist in der Übergangsphase nicht ersichtlich, ob ein Produkt mit der alten oder neuen Berechnung bewertet wurde. Unternehmen müssen hier nur auf Anfrage Auskunft geben. Informationen auf der Packung oder der Internetseite des Unternehmens sind freiwillig. Das ist aus Verbrauchersicht wenig transparent und serviceorientiert.
  • Mehr Transparenz bei der Berechnung wünschenswert: Damit die Berechnung des Nutri-Score transparent und nachvollziehbar ist, sollten bei so gekennzeichneten Produkten alle relevanten Angaben auf der Verpackung angegeben sein, auch die die nicht pflichtgemäß angegeben werden müssen. Das betrifft zum Beispiel den Ballaststoffgehalt.
  • Die gesündesten Lebensmittel haben keinen Nutri-Score: Die Basis einer ausgewogenen Ernährung sollten unverarbeitete Lebensmittel wie Obst und Gemüse sein – diese Lebensmittel tragen keinen Nutri-Score.

Sie wundern sich, warum Ihr Produkt mit einem bestimmten Buchstaben des Nutri-Score ausgezeichnet ist? Schicken Sie uns Ihr Produktbeispiel!

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