Verlag fertigt teure "Bürgerportraits" für Verbraucher

Pressemitteilung vom
Ein Unternehmen spricht Bürger in ganz Deutschland an, telefonisch oder direkt an der Tür und wirbt damit, ihre Lebensgeschichte groß in einem Buch herauszubringen. Die Kosten sind hoch und die Vertragsgestaltung trickreich, davor warnt die Verbraucherzentrale Thüringen.

Ein Unternehmen spricht Bürger in ganz Deutschland an, telefonisch oder direkt an der Tür und wirbt damit, ihre Lebensgeschichte groß in einem Buch herauszubringen. Die Kosten sind hoch und die Vertragsgestaltung trickreich, davor warnt die Verbraucherzentrale Thüringen.

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"Unsere Kunden gewinnen wir durch Empfehlungen" heißt es in einem Video des Verlags. Auch ein Verbraucher aus Thüringen erhielt zunächst einen unerlaubten Werbeanruf und daraufhin einen Hausbesuch. Es entstand der Eindruck, als sei er speziell dafür ausgewählt worden, im Buch zu erscheinen, die eigene Lebensgeschichte veröffentlicht zu sehen. Aus einem halbstündigen Interview wird schließlich im fertigen Exemplar eine von bis zu 500 Geschichten.

Nach dem Interview erhielt der Verbraucher einen Vertrag vorgelegt. Damit konnte er das Buch zu Sonderkonditionen selbst erwerben: Rund 373 Euro für ein einzelnes Exemplar. "Im Prinzip hat der Verbraucher den Verlag beauftragt, dieses Buch mit seiner Geschichte zu veröffentlichen", sagt Dirk Weinsheimer, Jurist der Verbraucherzentrale Thüringen. Die Masche mit sogenannten "Bürger-Portraits" ist auf Umsatz ausgelegt, wobei die Verbraucher auch noch selbst die Produktion beauftragen und bezahlen.

Bis zum Vertrag gab es keinen Hinweis auf diesen Ablauf. Auch im Internetauftritt des Verlags ist kein Hinweis auf eventuelle Kosten zu finden. "Das vermeintliche Interesse an der Geschichte der Menschen dient lediglich dazu, den Verbraucher eine Auftragserteilung unterschreiben zu lassen", sagt Weinsheimer.

Der Rat des Verbraucherschützers: "Ein Widerruf sei möglich, jeder Fall muss aber im Einzelfall genau geprüft werden." Am Ende bekam der Verbraucher aus Thüringen Zweifel und er wandte sich an die Verbraucherzentrale. Darum, und um einen ähnlichen Fall, kümmert sich nun die Beratungsstelle in Erfurt.

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