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Extra-Bonus für Fahrplan zur Haussanierung

Pressemitteilung vom
Das Umweltministerium und die Verbraucherzentrale Thüringen starten ab 1. August den neuen Thüringer Sanierungsbonus-Plus.
Dr. Ralph Walther und Umweltministerin Anja Siegesmund bringen ein neues Projekt auf den Weg: den Thüringer Sanierungsbonus-Plus.

Ein Haus energetisch zu sanieren, schont auf lange Sicht Geldbeutel und Klima. Für die Erstellung individueller Sanierungsfahrpläne schaffen das Umweltministerium und die Verbraucherzentrale Thüringen jetzt eine weitere Förderung. Eigentümer von Häusern und Wohnungen in Thüringen können ab 1. August den Thüringer Sanierungsbonus-Plus für individuelle Sanierungspläne (iSFP) beantragen.

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Damit tragen Verbraucher nur noch einen Eigenanteil von 10 Prozent an den Kosten für einen Plan zur energetischen Sanierung. Außerdem erhalten sie für einen Sanierungsfahrplan, der von einem BAFA-Energieberater erstellt wurde, noch einmal 5 Prozent mehr Bundesfördermittel für die Sanierung ihres Wohngebäudes.

„Wir wollen der Wärmewende in Thüringen damit weiteren Schwung verleihen“, sagt Umweltministerin Anja Siegesmund zur Wärmeoffensive ihres Ministeriums. „Eine effizientere Heizung, gespeist aus erneuerbarer Energie, eine gedämmte Fassade oder wärmeisolierende Fenster – viele Häuser in Thüringen stehen vor einer Sanierung. Wir wollen die anstehende Modernisierungswelle nutzen und ein attraktives Angebot unterbreiten. Mit dem individuellen Sanierungsfahrplan erhalten Verbraucher eine unverbindliche Empfehlung für den Weg zum klimaneutralen Haus.“

„Durch die neue, zusätzliche Förderung wird die Erstellung eines individuellen Sanierungsfahrplans für Verbraucher noch einmal deutlich günstiger. Dieses Extra-Bonbon sollten sich die Thüringerinnen und Thüringer bei einer geplanten Sanierung nicht entgehen lassen“, sagt Ralph Walther, Geschäftsführer der Verbraucherzentrale Thüringen.

Das Thüringer Umweltministerium fördert den „Sanierungsbonus-Plus“ bei der Verbraucherzentrale Thüringen allein im Jahr 2021 mit 100.500 Euro. Für die Jahre 2022 und 2023 sind insgesamt 388.000 Euro eingeplant. Kombiniert mit der Förderung des Bundes (maximal 80 Prozent BAFA; maximal 1.300 Euro für Ein- oder Zweifamilienhaus; maximal 1.700 Euro für ein Mehrfamilienhaus) erhalten Thüringerinnen und Thüringer so erstmals eine 90-prozentige Förderung für die Erstellung eines iSFP.

Den Namen „Thüringer Sanierungsbonus-Plus“ trägt das Angebot, weil ein heute erstellter Sanierungsfahrplan zudem die Zuschüsse des Bundes bei einer Umsetzung der Sanierung um 5 Prozent erhöht.

Interessierten steht das neue Angebot bei der Thüringer Verbraucherzentrale ab 1. August zur Verfügung.

Und so funktioniert es:

  • Auf der Internetseite www.thueringer-sanierungsbonusplus.de können Verbraucher das Antragsformular für den Sanierungsbonus-Plus herunterladen.
  • Anschließend senden Sie den ausgefüllten Antrag mit einer Kopie der Rechnung per Post an die Verbraucherzentrale Thüringen.
  • Die Verbraucherzentrale überweist den Bonus (= Differenz aus Gesamtausgaben für die Energieberatung abzüglich 10 Prozent Eigenanteil abzüglich BAFA-Förderung) direkt an den Verbraucher.
     

Beispiel 1: Kosten eines iSFP für ein Einfamilienhaus

Der BAFA-Energieberater schickt für das Erstellen eines iSFP eine Rechnung über 2.000 Euro. 10 Prozent Eigenanteil, also 200 Euro trägt der Verbraucher. Von den verbleibenden 1.800 Euro werden vom Bund 1.300 Euro (Maximalbetrag für Einfamilienhaus) übernommen. Den offenen Restbetrag von 500 Euro übernimmt das Umweltministerium mit der neuen Förderung Sanierungsbonus-Plus. Damit sichert das Umweltministerium stabil eine attraktive Förderquote von 90 Prozent ab.

Beispiel 2: Extra-Förderung für Sanierung

Die Dämmung einer Hausfassade soll 50.000 Euro kosten und ist eine zuvor im iSFP definierte Maßnahme. Der Hauseigentümer erhält auf seinen Antrag im Bundesförderprogramm „Einzelmaßnahmen an der Gebäudehülle“ im Standard 10.000 Euro Fördermittel. Durch den zuvor erstellten iSFP erhält er nun noch einen Förderbonus von 5 Prozent der Gesamtkosten (= 2.500 Euro = 5 Prozent von 50.000 Euro). 

Hintergrund

Rund 35 Prozent des gesamten Endenergieverbrauchs in Deutschland entfallen auf den Gebäudebereich, davon der Großteil auf Wohnhäuser. Für das Erreichen der Klimaziele – Thüringen strebt laut Klimagesetz bis spätestens 2050 einen klimaneutralen Gebäudebestand an – muss die Sanierungsrate von 1 Prozent auf mindestens 2 Prozent anwachsen.

Zahlen, Daten, Fakten

  • In Thüringen gibt es rund 532.000 Wohngebäude, davon 84 Prozent Ein- oder Zweifamilienhäuser (Stand 2019).
  • 18 Prozent aller Ein- und Zweifamilienhäuser sowie 10 Prozent aller Mehrfamilienhäuser entstanden nach 1990.
  • Fast zwei Drittel aller Ein- u. Zweifamilienhäuser sowie ein Drittel aller Mehrfamilienhäuser entstand vor 1948.
  • Im ersten Jahrzehnt nach 1990 gab es intensive Sanierungen, dennoch ist der Niedrigstenergie-Gebäudestandard bei Weitem nicht erreicht.
  • Im Jahr 2020 gab es aus Thüringen 316 Anträge auf Förderung eines individuellen Sanierungsfahrplans (iSFP) beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA). Diese ist neben der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) zuständig für die Bundesförderung energieeffizienter Gebäude.
Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung wiedergibt.

Thüringer Ministerium für Umwelt, Energie und Naturschutz