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Fahndung nach Verbraucherproblemen in Erfurt

Pressemitteilung vom
Die Pop-Art-Figuren bei ihrem Einsatz in Kiel.
Die Marktwächter kommen nach Erfurt. Das Bild zeigt das Projekt in Kiel.
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Marktwächter mit drei Meter hohen Pop-Art-Figuren am Erfurter Anger

Erfurt. Unter dem Motto „Aufgedeckt: Zwei Seiten des Marktes“ und mit sechs Pop-Art-Figuren lädt die Verbraucherzentrale Thüringen für den 11. und 12. September auf den Erfurter Anger ein. Die Figuren sind jeweils drei Meter hoch. Sie informieren über Fallstricke und Abzock-Maschen, die Verbrauchern im Alltag begegnen. 

Jede Figur widmet sich einem anderen Thema. Beleuchtet werden mögliche Probleme bei Investitionen am Grauen Kapitalmarkt, beim Streaming, bei der Altersvorsorge, bei Bankdienstleistungen und im Bereich der Telekommunikation. Passanten können Hinweise und Beschwerden abgeben und mit Beratern sprechen. 

Die Aktionstage sind Teil der Marktwächter-Tour, die noch bis 18. Oktober bundesweit in 16 Städten stattfindet. An den Marktwächtern sind Verbraucherzentralen verschiedener Bundesländer beteiligt. Sie beobachten den Markt aus Verbrauchersicht und sammeln Verbraucherbeschwerden. Seit dem Start der Marktwächter „Finanzen“ und „Digitale Welt“ im März 2015 wurden mehr als 25.000 besonders auffällige Meldungen gesammelt und ausgewertet.

Im Ergebnis wurden 42 konkrete Warnungen veröffentlicht, zuletzt vor unseriösen Finanzsanierungen im Bereich der Kreditvermittlung. Außerdem wurden mehr als 120 Abmahnungen ausgesprochen, zum Beispiel gegen den Online-Bezahldienst PayPal wegen zu langer und unverständlicher AGB. Gegenüber Behörden und der Politik machen die Marktwächter auf Verbraucherprobleme aufmerksam.

Verbraucherzentrale Thüringen ist Teil des Marktwächter-Projekts

Die Verbraucherzentrale Thüringen ist Teil des Marktwächter-Projekts. „Ein großes Ärgernis waren in der vergangenen Zeit beispielsweise die Bausparkassen“, sagt Andreas Behn, Referatsleiter Finanzdienstleistungen. Viele Verbraucher in Thüringen besaßen alte, noch gut verzinste Bausparverträge. „Die wurden unter Angabe aller möglicher Gründe gekündigt. Der Kunde selbst hatte oft wenig Chancen, sich zu wehren“, berichtet Andreas Behn.  Einige Verbraucherzentralen und der Bundesverband ließen aufgrund der zahlreichen Beschwerden vor Gericht klären, wann eine Bausparkasse kündigen darf. Andreas Behn weiter: „Wir haben dadurch für juristische Klarheit gesorgt.“

Datenschutz oder Abo-Falle: Projekt bringt Probleme an die Oberfläche

„Die Marktwächter haben etliche Probleme an die Oberfläche gebracht. Datenschutz, irreführende Werbung, Abo-Fallen, untergeschobene Verträge: Die offengelegten Probleme benennen sehr konkret die Themen, in denen Anbieter, Aufsicht und Politik für Verbraucher noch vieles verbessern müssen“, sagte Klaus Müller, Vorstand des Verbraucherzentrale Bundesverbands zum Start der Tour.

„Die Marktwächter stärken den Verbraucherschutz in Deutschland“, betont auch Dr. Ralph Walther, Geschäftsführer der Verbraucherzentrale Thüringen. „Die Verbraucherzentrale Thüringen leistet einen Beitrag dazu. Wenn uns bei der Beratung etwas Besonderes auf dem Finanzmarkt und im Bereich Digitales oder Telekommunikation auffällt, melden wir diese Entwicklungen ins ‚Frühwarnnetzwerk‘ des Marktwächters. Verbraucher können sich auch selbst bei uns über Benachteiligungen und unfaires Verhalten in diesen Märkten beschweren.“

Beide Marktwächter werden durch das Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz (BMJV) gefördert.  

Mehr Informationen finden Sie online:  
www.marktwaechter.de 
www.vzth.de 

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung wiedergibt.