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Rechenbeispiel für eine Fassadendämmung

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Ob durch eine Fassadendämmung über die Jahre ein Gewinn erwirtschaftet werden kann, hängt von vielen Faktoren ab. Wir zeigen eine Beispielrechnung.
Wärmebild Kamera

Das Wichtigste in Kürze:

  • Eine Fassadendämmung kann den Wärmeverlust älterer Häuser deutlich verringern.
  • Förderprogramme können mit Zuschüssen oder günstigen Krediten helfen, die Ausgaben für eine solche Maßnahme möglichst gering zu halten.
  • Ob es sich bei Ihnen lohnt, sollten Sie vorher gut durchrechnen. Wir zeigen, wie das geht.
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Wie wird die finanzielle Einsparung durch eine Fassadendämmung berechnet?

In unsanierten Häusern, die vor 1978 gebaut wurden, geht rund ein Drittel der Heizwärme durch die Außenwände verloren. Eine Fassadendämmung kann diesen Verlust deutlich verringern. Ob durch diese Einsparung über die Jahre sogar ein Gewinn mit der Dämmung erwirtschaftet werden kann, hängt von vielen Faktoren ab. Neben den individuellen Maßnahmekosten sind die zukünftigen Energiepreise entscheidend. Auch Förderprogramme können mit Zuschüssen oder günstigen Krediten helfen, die Ausgaben möglichst gering zu halten.

Um die finanzielle Einsparung durch eine Fassadendämmung abzuschätzen, können sich Eigentümer:innen an der folgenden Beispielrechnung orientieren. Eine solche Rechnung sollte vor einem konkreten Vorhaben in jedem Fall von Fachleuten und mit Blick auf das jeweilige Gebäude durchgeführt werden.

Beispielrechnung

Familie Muster wohnt in Hagen in einem freistehenden Einfamilienhaus. Sie überlegt, ihre 130 Quadratmeter (m²) Außenwand zu dämmen und möchte abschätzen, wie viel sie mit der Maßnahme spart.

Der U-Wert ihrer nicht gedämmten Außenwand beträgt 1,8 W/m²K. Eine 16 Zentimeter dicke Dämmung auf der gleichen Wand reduziert den U-Wert auf 0,19 W/m²K. Es gehen 89% weniger Energie durch die Wand verloren.

Zur Berechnung der durch die Dämmung eingesparten Energie ist die Differenz zwischen dem alten und dem neuen U-Wert entscheidend, die in unserem Beispiel 1,61 W/m²K beträgt. Um die Einsparung in Kilowattstunden (kWh) zu berechnen, benötigt die Familie noch den Temperaturunterschied zwischen innen und außen, der in 12 Monaten insgesamt durchs Heizen ausgeglichen werden muss. Der unterscheidet sich von Region zu Region, weil er klimaabhängig ist.

Familie Muster rechnet zunächst mit einem Wert von rund 80 Kilokelvinstunden (kKh), der für Standorte in NRW häufig verwendet wird. Für die weitere Planung sollten Sie sich aber von einer fachkundigen Person, unter Berücksichtigung der lokalen Durchschnittstemperaturen, den kKh-Wert örtlich genauer ermitteln lassen.

1,61 W/m²K x 80 kKh x 130 m² = 16.740 kWh Einsparung pro Jahr

Nun möchte Familie Muster wissen, wie viel Geld sie durch die Fassadendämmung einsparen kann. Sie heizt mit einer Wärmepumpe. Der Preis des Stroms im sogenannten Niedrigtarif, den sie für den Betrieb einer Wärmepumpe bekommen kann, liegt bei Familie Muster zurzeit bei 36 Cent pro Kilowattstunde. Dieser Wert ist noch durch die so genannte Jahresarbeitszahl der Wärmepumpe zu teilen, ein Wert der angibt, wie viele kWh Raumwärme die Pumpe aus 1 kWh Strom im Jahresdurchschnitt macht. Familie Muster geht von einer Jahresarbeitszahl von 3,2 aus, da die Wärmepumpe durch die Fassadendämmung effektiver arbeitet. Für eine kWh Wärme zahlt sie also ungefähr 11,3 Cent.

Laut dem Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung wird eine Fassade in der Regel etwa alle 40 Jahre saniert.

16.740 kWh pro Jahr x 0,113 € pro kWh x 40 Jahre = 75.660 € Ersparnis nach 40 Jahren

Jetzt möchte Familie Muster die finanziellen Einsparungen im nächsten Schritt den Investitionskosten gegenüber stellen. Eine normale Außenwanddämmung mit Wärmedämmverbundsystem kostet ca. 110 bis 200 Euro pro Quadratmeter. In diesem Preis inbegriffen sind nicht nur die Kosten für das Dämmmaterial, sondern auch die Arbeitskosten, der Gerüstaufbau und sonstiges Arbeitsmaterial. Wird eine ansonsten noch intakte Außenwand also gedämmt, um Energiekosten einzusparen, können die Investitionskosten mit dem mittleren Preis abgeschätzt werden:

Gesamte Sanierungskosten: 130 m² x 155 € pro m² = 20.150 €

Finanziell lohnt sich eine Dämmmaßnahme dann am meisten, wenn sie mit einer ohnehin anstehenden Sanierung verknüpft wird, etwa der Erneuerung des Außenputzes. Dann fällt der größte Teil der oben genannten Kosten sowieso an. Die eigentliche Effizienzmaßnahme, in diesem Fall die Dämmung der Fassade, würde nur noch 60 bis 100 Euro pro Quadratmeter kosten.

Die Energiekosteneinsparung im Rahmen einer größeren Sanierung lässt sich also mit einem mittleren Preis von 80 Euro pro Quadratmeter abschätzen:

130 m² x 80 € pro m² = 10.400 €

Die Kosten für die Außenwanddämmung sind bei Familie Muster somit in jedem Fall viel geringer als das, was sie bei ihrem ungedämmten Haus über einen Zeitraum von 40 Jahren für die Stromversorgung ihrer Wärmepumpe zahlen müsste. Zusätzlich steigt durch die Dämmung der Wert ihrer Immobilie und im Innenraum verbessert sich das Raumklima.

In dem Rechenbeispiel sind die attraktiven Fördermittel, die Sie beispielsweise von der KfW erhalten, noch gar nicht berücksichtigt. Dadurch lohnt sich die Dämmung noch schneller. Und nicht nur auf Bundesebene, sondern oft auch auf Landesebene, manchmal auch auf kommunaler Ebene, werden Fördergelder für energetische Sanierungen von Gebäuden angeboten. Verpassen Sie es nicht, sich im Vorfeld darüber zu informieren.

Sanierungskonfigurator

Mit dem Sanierungskonfigurator des Bundes können Hausbesitzer:innen simulieren, wie sich verschiedene Sanierungsvorhaben, wie zum Beispiel eine Fassadendämmung oder auch eine neue Heizung, auf die Energieeinsparung auswirken. Sie erfahren, wie viel Modernisierungsmaßnahmen kosten und welche staatlichen Fördermittel es dafür gibt.