Zu viel Zucker in Fruchtjoghurts
Wie viel Zucker steckt in Fruchtjoghurts? Die Verbraucherzentrale NRW hat die Nährwertangaben verschiedener Produkte verglichen. Mehrere Marktchecks zeigen: Viele Joghurtbecher aus dem Handel enthalten einen wesentlichen Teil der Zuckermenge, die höchstens gegessen werden sollte.

Das Wichtigste in Kürze:
- Hoher Zuckergehalt bei Fruchtjoghurts macht aus vermeintlich gesunden Zwischenmahlzeiten eher Süßigkeiten.
- Empfehlung: Große Becher mit Fruchtjoghurt besser auf zwei Portionen aufteilen.
- Die Alternative: Joghurt mit saisonalen Früchten.
Fruchtjoghurt hat den Ruf einer wertvollen Zwischenmahlzeit und gilt als gesundes Lebensmittel, weniger als zuckerreiche Süßigkeit. Schaut man sich aber die Nährwertangaben auf den Packungen an, findet man bis zu fünf verschiedene Zuckerarten in einem Becher.
Während der Fettgehalt beim Einkauf schon länger im Fokus steht, wird der Blick auf den Zuckergehalt oft vernachlässigt. Dieser trägt aber ebenfalls nicht unerheblich zu einer übermäßigen Energiezufuhr bei und steht daher bei diesem Marktcheck im Mittelpunkt.
Marktcheck von 20 Joghurts
Der zuletzt 2024 von der Verbraucherzentrale NRW durchgeführte Marktcheck zu Joghurts mit Fruchtzubereitung beinhaltet verschiedene Bechergrößen und Geschmacksrichtungen von namhaften Anbietern, die im Lebensmitteleinzelhandel erhältlich sind. Wahrscheinlich ist jedem klar, dass ein großer Joghurtbecher mehr Zucker enthält als ein kleiner Becher.
Es ist jedoch davon auszugehen, dass der Inhalt eines einmal geöffneten Bechers auch gegessen wird und dann anstatt 150 Gramm durchaus 200 bis 250 Gramm Fruchtjoghurt verzehrt werden. Daher sind nicht nur die Zuckergehalte pro 100 Gramm wichtig, sondern auch die Gesamtmenge an Zucker in einem Becher.
Der Zuckergehalt setzt sich dabei aus zugesetztem Zucker und einem geringen Anteil natürlicherweise in Milchprodukten enthaltenem Zucker zusammen. In der Übersicht ist vereinfachend der Gesamtzuckergehalt dargestellt.
Welche Zuckermenge wird empfohlen?
Legt man die Empfehlung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zugrunde, soll die Zuckermenge pro Tag weniger als 10 Prozent der benötigten Energie liefern. Das sind rund 50 bis 60 Gramm für Erwachsene und etwa 30 Gramm für ein 4- bis 6-jähriges Kind.
Vor allem große Joghurtbecher enthalten einen wesentlichen Anteil der Zuckermenge, die täglich nicht überschritten werden sollte. Das gilt auch, wenn der natürlicherweise enthaltene Milchzucker herausgerechnet wird. Es handelt sich also eher um Süßigkeiten als um gesunde Zwischenmahlzeiten.
Auch bei anderen Lebensmitteln auf Zuckergehalt achten!
Fruchtjoghurts sind nicht die einzige Produktgruppe, bei der auf den Zuckergehalt geachtet werden sollte. Wichtig ist dies z.B. auch bei Getränken, Cerealien, Müsli und Keksen. Eltern sollten besonders beim Griff zu den klassischen Kinderlebensmitteln die Nährwertangaben gründlich unter die Lupe nehmen. Weitere Informationen rund um die Zuckerkennzeichnung finden Sie in diesem Artikel.
Fruchtjoghurts selbst machen
Die perfekte Alternative zu den fertigen Fruchtjoghurts aus dem Regal ist: Naturjoghurt mit Obst der Saison selbst zu verfeinern. Die Geschmacksknospen gewöhnen sich an den weniger süßen Geschmack und die Vielfalt der natürlichen Fruchtaromen wird dann zum Genuss. Wer es eilig hat kann auch einen Teil des gekauften Fruchtjoghurts mit Naturjoghurt mischen. Das Ergebnis enthält weniger Zucker und der Fruchtjoghurt reicht für mehrere Portionen.



































