Weniger ist mehr: Fleisch und Wurst bewusst genießen

Pressemitteilung vom
Verkäufer nimmt ein Stück Fleisch aus Verkaufstheke
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Der Klimawandel und seine jetzt schon spürbaren Auswirkungen bereitet vielen Menschen Sorge. Dabei haben sie es zum Teil selbst in der Hand, Einfluss auf den Klimaschutz zu nehmen. Die Verbraucherzentrale Thüringen gibt Tipps, was Verbraucher beim Lebensmitteleinkauf beachten können, um die Umwelt zu schonen.

Der Klimawandel ist zum größten Teil vom Menschen gemacht. Den unheilvollen Kreislauf kennen bereits Schulkinder: Erdöl oder Kohle werden verbrannt, die daraus entstehenden Gase landen als Kohlendioxid in der Atmosphäre.

Auch bei der Herstellung und beim Konsum von Lebensmitteln entstehen Treibhausgase. So verschieden die Produkte, so verschieden auch die jeweiligen Schritte von der Herstellung bis zum Verbrauch. Entsprechend variieren auch die Emissionen, die durch die Erzeugung von Lebensmitteln verursacht werden. Um diese unerwünschten, umweltschädlichen Nebenwirkungen zu vermeiden, sollten Verbraucher auf hochverarbeitete Lebensmittel verzichten. Denn sie durchlaufen bei ihrer Herstellung viele Stufen und produzieren dementsprechend viele Treibhausgase.

„Wer geringverarbeitete Lebensmittel einkauft und mit natürlichen Lebensmitteln selber kocht, tut sich und dem Klima etwas Gutes“, sagt Marita Schmalz, Fachberaterin für Lebensmittel und Ernährung bei der Verbraucherzentrale Thüringen.

Viehhaltung und Fleischproduktion als Klimaschleuder

Dabei sollte auch der Verbrauch von Fleisch und Wurst überdacht werden. Viehhaltung und Fleischproduktion setzen große Mengen an Kohlendioxid frei. Gerade beim Verdauungsprozess von Rindern fallen viele klimaschädliche Gase an. Auch der Anbau von Tierfutter verbraucht viel Energie. Denn für die industrielle Fleischproduktion in Europa werden Futtermittel wie zum Beispiel Soja aus Entwicklungsländern eingeführt.

„Fleisch und Wurst bewusst zu genießen, bedeutet: weniger ist mehr“, sagt Marita Schmalz, Fachberaterin für Lebensmittel und Ernährung bei der Verbraucherzentrale Thüringen. „Produkte, bei denen die Tiere aus ökologischer oder tiergerechter Erzeugung stammen, schmecken besser und pusten weniger CO2 in die Luft.“ Ökologische Erzeugung bedeutet, dass die Tiere ein gutes Leben hatten und artgerecht gefüttert wurden.

„Wer Fleisch und Wurst öfter mal durch saisonales Obst und Gemüse ersetzt, schützt das Klima und die Gesundheit“, sagt Marita Schmalz. „Aktuell haben Tomaten Saison. Warum also nicht den Wurstbelag einfach durch ein leckeres Tomatenbrot, einen Tomatensalat oder gedünstete Tomaten ersetzen.“ Beim Einkauf sollten Verbraucher die regionalen Angebote nutzen oder Tomaten aus Bio-Anbau wählen. Bio-Produkte schonen das Klima, denn beim ökologischen Landbau wird auf synthetische Düngemittel und Pflanzenschutzmittel verzichtet.

Nicht zuletzt spielt auch der Einkaufsweg eine große Rolle. Ob wir mit dem Fahrrad oder mit öffentlichen Verkehrsmitteln statt mit dem Auto zum Einkaufen fahren, entscheidet darüber, wieviel Kohlendioxid eingespart werden kann.

Fragen zur Herkunft von Lebensmitteln und zu vielen weiteren Themen aus dem Bereich Lebensmittel und Ernährung beantworten die Experten der Verbraucherzentrale jeden Dienstag von 9 bis 12 und von 13 bis 16 Uhr kostenfrei unter Telefon (0361) 555 14-27 oder nach einer E-Mail an ernaehrung@vzth.de.

Viele nützliche Tipps finden Verbraucher auch online in unserem Forum Lebensmittel und Ernährung.

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