Sind Bitterstoffe in Gurken und Zucchini problematisch?

Pressemitteilung vom

Wichtig ist: Wenn ein Lebensmittel bitter und artfremd schmeckt, dann sollte man es wieder ausspucken. Wer Bitteres nicht gut schmecken kann, sollte jemand anderen bitten, für ihn zu probieren.

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Frage.

Gestern aß ich eine sogenannte Minigurke (Snackgurke). Sie schmeckte bitter, ich habe sie nur zur Hälfte gegessen. Im letzten Jahr gab es eine Warnung, dass man keine bitteren Zucchini, Kürbisse usw. essen soll. Ist das noch aktuell? Trifft das auch für Gurken zu? Wie gefährlich ist das?

Es antwortet Julia Müller, Fachberaterin für Lebensmittel und Ernährung.

Diese Warnung ist immer aktuell. Gurken zählen wie Kürbisse, Zucchini und Melonen zu den Kürbisgewächsen. Für sie ist typisch, dass sie auf natürliche Weise Bitterstoffe bilden, die sogenannten Cucurbitacine. Sie verursachen einen stark bitte-ren Geschmack, den man sehr gut schmecken kann. Diese Bitterstoffe sind Giftstoffe, die normalerweise nur in geringen Konzentrationen enthalten sind. Isst man zu viel davon, können diese Stoffe zu Magen-Darm-Unverträglichkeiten wie Durchfall, Übelkeit und Erbrechen führen. In sehr seltenen Fällen treten Vergiftungen mit tödlichem Verlauf auf. Diese extremen Fälle sind wohl der Tatsache geschuldet, dass sehr große Mengen der Bitterstoffe gegessen wurden.

Gurken bilden Bitterstoffe zuerst im Stielansatz. Daher gilt für die Zubereitung in der Küche: schmeckt das Stielende der Gurke leicht bitter, sollte es großzügig abge-schnitten werden. Beim Schälen zum Stiel hinarbeiten, damit sich die Bitterstoffe nicht über die gesamte Gurke verteilen.

Wichtig ist: Wenn ein Lebensmittel bitter und artfremd schmeckt, dann sollte man es wieder ausspucken. Wer Bitteres nicht gut schmecken kann, sollte jemand anderen bitten, für ihn zu probieren.

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