Krankengeld im Urlaub nur mit Genehmigung?

Stand:
Empfänger von Krankengeld dürfen verreisen. Doch viele sind unsicher, ob die Kasse vorher zustimmen muss. Dabei ist die rechtliche Lage klar.
Off

Ulrike P. ist seit drei Monaten wegen einer Depression krankgeschrieben und bekommt Geld von der Kasse. Die 35-Jährige hat eine Psychotherapie begonnen und die Therapeutin empfiehlt Luftveränderung. Am liebsten würde Frau P. zu ihren Eltern fahren. Aber darf sie das einfach?

"Zustimmen muss die Kasse nur bei Auslandsreisen – sonst kann sie das Krankengeld für diese Zeit stoppen", sagt Kai Kirchner von der Erfurter Beratungsstelle der Unabhängigen Patientenberatung Deutschland (UPD). Wer in Deutschland bleibt, erhält sein Geld auch ohne Genehmigung weiter. "Im Inland kann man also anstandslos verreisen", so Kirchner.

Klar geregelt sind die Bestimmungen zum Krankengeld im Sozialgesetzbuch V. "Dort gibt es keine Vorschrift, dass die Versicherten für Reisen in Deutschland eine Erlaubnis brauchen", erklärt der UPD-Berater. "Sie müssen auch nicht Bescheid sagen, wenn sie längere Zeit nicht zuhause sind."

Trotzdem gibt es für Krankengeld-Empfänger ein paar Regeln zu beachten. So darf die Reise der Genesung nicht schaden und man sollte keine Untersuchungen und Behandlungen versäumen. Auch ist es gut, erreichbar zu bleiben und jederzeit Termine der Kasse wahrnehmen zu können – etwa eine Untersuchung beim Medizinischen Dienst der Krankenversicherung. Kirchner: "Am besten bitte ich jemanden, regelmäßig meine Post zu sichten und Bescheid zu sagen, wenn ein Brief von der Versicherung dabei ist."

Noch wichtiger ist es, diese Regeln bei einem Auslandsaufenthalt zu beachten. Denn: Die Kasse muss nach dem Gesetz jederzeit überprüfen können, ob man weiterhin arbeitsunfähig ist – und das kann außerhalb Deutschlands schwieriger werden. Daher sollte man die Kasse vorab um Zustimmung bitten. "Am besten räumt man dabei gleich mögliche Bedenken aus", sagt Kirchner. "Zum Beispiel durch klare Angaben, dass und wie man im Ausland erreichbar ist." Ergänzend empfiehlt sich eine Bestätigung vom behandelnden Arzt, dass die Reise medizinisch unbedenklich ist.

Fußball-Feier: Deutsche Fußball-Fans beim Public Viewing

Vorsicht vor Fakeshops mit Produkten um die Fußball-EM

Auffällig günstige und sofort verfügbare Trikots und Grills: Vor der Fußball-EM in Deutschland fallen im Fakeshop-Finder der Verbraucherzentralen Shops auf, die nun besonders häufig von Verbraucher:innen gemeldet werden.
Ein Gesundheitsgerät neben dem Wort Aufruf in einem Ausrufezeichen.

Healy: Keine wissenschaftliche Evidenz für Gesundheitsversprechen

Bei den Verbraucherzentralen haben sich in den letzten Monaten die Beschwerden über das Produkt "Healy" gehäuft, weil selbstständige Verkäufer:innen behaupten, das Produkt würde etwa bei Multipler Sklerose, Depressionen, ADHS oder Hauterkrankungen helfen. Jetzt gibt es ein Gerichtsurteil dazu.
Das Foto zeigt im Vordergrund das Logo der FTI Touristik auf einen Smartphone, im Hintergrund ist die Homepage der FTI Touristik zu sehen

FTI Touristik GmbH ist insolvent – was das für Sie bedeutet

Europas drittgrößter Reiseveranstalter, die FTI Touristik GmbH, ist insolvent. Betroffen sind alle Leistungen und Marken, die Sie direkt bei dem Unternehmen gebucht haben. Was Sie jetzt wissen müssen, falls Sie schon unterwegs sind oder Ihre Reise noch bevor steht.