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Inkontinenzhilfen: Neue Vorgaben für bessere Kassenleistung

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In der Vergangenheit gab es immer wieder Probleme mit der Wahl und Lieferung von Inkontinenzhilfen wie Windelhosen oder Vorlagen. Neue Vorgaben der gesetzlichen Krankenkassen sollen seit März 2017 jedoch eine bessere Versorgung sicherstellen.

Das Wichtigste in Kürze:

  • Um Kontinenzhilfen auf Kosten der Krankenkassen zu erhalten, ist eine ärztliche Verordnung erforderlich.
  • Patienten müssen sich an den Kosten mit zehn Prozent oder maximal zehn Euro pro Monat beteiligen.
  • Fachhändler sind zu persönlicher oder telefonischer Beratung verpflichtet.
  • Bei Problemen sollte man sich an seine Krankenkasse wenden.
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Wenn eine Versorgung erforderlich ist und die Hilfsmittel vom Arzt verordnet wurden, übernehmen die gesetzlichen Krankenversicherungen die Kosten.

Patienten können jedoch nur Einlagen von den Sanitätshäusern beziehen, mit denen ihre jeweilige Krankenkasse einen besonderen Versorgungsvertrag abgeschlossen hat. In der Vergangenheit gab es immer wieder Probleme mit der Wahl und Lieferung.

Die Patienten können zwischen mehreren Produkten wählen, die dem aktuellen Standard entsprechen. Außerdem müssen die Lieferanten der Hilfsmittel die Patienten beraten, welche Produkte für sie geeignet sind und welche als Regelleistung von der Krankenkasse bezahlt werden.

Patienten erhalten nun saugfähigere und auf ihre individuellen Bedürfnisse angepasste Einlagen und können auf eine fundierte Beratung pochen. Sie brauchen nicht mehr tagelang auf eine Lieferung zu warten und müssen sich in ihrer Not auch nicht mehr selbst um die Beschaffung von Einlagen kümmern. Kommt es trotz der Regeln zu Problemen, sollten Patienten sich an ihre Krankenkasse wenden. Denn sie muss für einen einwandfreien Service sorgen.

Versorgung

Um Inkontinenzhilfen auf Kosten der Krankenkassen zu erhalten, benötigen Patienten eine ärztliche Verordnung. Darin sollten Diagnose, Bezeichnung des verordneten Artikels sowie die benötigte Menge aufgeführt sein. Auf Rezept darf ein Fachhändler, der fester Vertragspartner einer Kasse ist, nur solche Produkte aushändigen, die im neu gefassten Hilfsmittelverzeichnis der gesetzlichen Krankenkassen enthalten sind und die dem verabredeten Standard entsprechen. In begründeten Ausnahmefällen bewilligen die Krankenkassen auch Sondereinlagen.

Kostenübernahme

Die gesetzlichen Kassen zahlen für medizinische Einlagen den jeweils mit Apotheken oder Sanitätshäusern vereinbarten Betrag – der beträgt monatlich meist zwischen 14 und 28 Euro pro Kunde. Patienten müssen sich jedoch mit zehn Prozent oder maximal zehn Euro pro Monat an den Kosten beteiligen. Wählt der Patient ein Sanitätshaus, das nicht Vertragspartner der Krankenkasse ist, muss er damit rechnen, dass die dadurch bedingten höheren Kosten von ihm selbst zu zahlen sind. Diese Zuzahlungspflicht gilt auch bei individueller Wahl von Einlagen, die den medizinischen Bedarf qualitativ übersteigen.

Pflicht des Dienstleisters

Die Fachhändler sind verpflichtet, eine persönliche oder telefonische Beratung zur Ermittlung des individuellen Versorgungsbedarfs anzubieten. Außerdem müssen sie Ratsuchende auf die Kassenleistungen hinweisen. Wenn Kunden dies wünschen, müssen die Fachhändler sie auch zu Hause beraten. Damit Patienten das für sie passende Modell finden, müssen verschiedene Inkontinenzhilfen vorrätig sein, individuell ausgesucht und angepasst werden können. Stehen mehrere Modelle zur Auswahl, dürfen Kunden die verschiedenen Varianten testen. Sanitätshaus oder Apotheke sind auch dafür zuständig, Kunden im Umgang mit den Einlagen vertraut zu machen.

Lieferung und Service

Die Fachhändler sind verpflichtet, die benötigten Hilfsmittel unverzüglich zu liefern. Außerdem müssen sie über eine Telefonhotline verfügen, einen Bringdienst anbieten, neutrale Lieferkartons benutzen und berücksichtigen, wie viel Platz die Kunden zur Lagerung haben.

Hilfe bei Problemen

Bei Konflikten mit dem Lieferanten sollten Kunden sich sogleich an ihre zuständige Krankenkasse wenden. Diese muss dafür sorgen, dass ihre Versicherten die erforderlichen Hilfen kurzfristig sowie in richtiger Menge und Qualität erhalten. Lässt sich die Angelegenheit nicht kundenfreundlich regeln, können die Kunden den Fachhändler notfalls wechseln. Die meisten Kassen haben Verträge mit mehreren Händlern. Darauf müssen sie ihre Versicherten hinweisen.