Wovor warnen wir?
Aktuell häufen sich Fälle, in denen das vertrauenswürdige POSTIDENT-Verfahren missbraucht wird. Betrügende Personen bringen Verbraucher:innen durch Manipulation dazu, unbewusst Kreditverträge zu legitimieren. Die Täter:innen tarnen diese Identifizierung als harmlose Kontoprüfung, Sicherheits-Update oder notwendigen „Freischaltcode“ für Verkäufe. Typische Betrugs-Szenarien aus der Praxis:
- Gefälschte Bank-Schreiben: Sie erhalten einen Brief, der aussieht, als käme er von Ihrer Hausbank. Darin werden Sie aufgefordert, Ihre Daten per POSTIDENT zu bestätigen. Tatsächlich legitimieren Sie mit dem beigefügten Coupon jedoch einen hohen Kredit bei einer anderen Bank.
- Angebliche Verkaufs-Gewährleistung: Wer privat Dinge verkauft (z. B. Sammlungen oder Möbel), wird von angeblichen Käufer:innen gedrängt, sich per POSTIDENT zu identifizieren – angeblich für eine „Sicherheitsgarantie“. In Wahrheit wird die Identität genutzt, um einen Kreditantrag im Namen der verkaufenden Person abzuschließen.
Das Tückische: Die Betroffenen glauben, im eigenen Interesse zu handeln, während im Hintergrund Summen von 20.000 Euro oder mehr auf ihren Namen aufgenommen werden.
Was können Sie tun?
Ein POSTIDENT-Vorgang ist wie eine Unterschrift rechtlich bindend. Schützen Sie sich mit diesen Schritten vor Missbrauch:
- Prüfen Sie den Auftraggeber! Bei jedem POSTIDENT-Vorgang wird der Name des Unternehmens genannt – sowohl auf dem Papier-Coupon als auch digital auf dem Sign-Pad in der Postfiliale oder in der App. Erscheint dort ein unbekannter Name oder eine fremde Bank? Brechen Sie den Vorgang sofort ab!
- Werden Sie selbst aktiv! Starten Sie ein Ident-Verfahren nur dann, wenn Sie selbst den Vorgang ausgelöst haben (z. B. weil Sie gerade ein neues Konto eröffnen wollen). Seien Sie sehr misstrauisch, wenn Ihnen jemand unaufgefordert Links, Coupons oder Vorgangsnummern zuschickt und prüfen Sie sorgfältig den Zweck und den Absender. Unaufgefordert übersandte Ident‑Aufforderungen können auch ein Hinweis auf Betrugsversuche sein.
- Lassen Sie sich nicht unter Druck setzen. Betrüger:innen arbeiten oft mit künstlicher Zeitnot („Ihr Konto wird sonst gesperrt“). Seriöse Banken fordern keine Identitätsprüfungen über Makler, Jobportale oder private Käufer:innen an.
- Daten nur an vertrauenswürdige Empfänger weitergeben: Geben Sie niemals TANs oder Freischaltcodes an Dritte weiter. Nutzen Sie nur Apps und Webseiten, die Sie selbst über die offizielle Adresse der Bank aufgerufen haben.
- Im Verdachtsfall sofort handeln! Wenn Sie vermuten, in eine Falle getappt zu sein:
- Identifizierung sofort stoppen.
- Ihre eigene Bank über die offizielle Telefonnummer kontaktieren.
- Umgehend polizeiliche Anzeige erstatten.