Echte Daten, falsche Absender
Mehrere Verbraucher:innen haben uns erstmals im November 2023 solche Betrugsversuche bei booking.com geschildert. So wie Florian H.: "Direkt in deren Nachrichtenportal wurde ich vom Hotel angeschrieben und zur Verifizierung der Zahlungsdaten aufgefordert. Parallel dazu erhielt ich eine WhatsApp mit echtem Namen und auch dem Namen des Hotels." Sogar der Buchungszeitraum und Buchungsnummer bei booking.com waren richtig.
In der WhatsApp-Nachricht, die von einem Absender "B2chat" kam, hieß es, Florian H. müsse über die Nachricht bei booking.com noch einen Verifizierungsprozess abschließen. Passend dazu stand in der Nachricht der booking.com-App: "Aufgrund einer Aktualisierung der Buchungsregeln sind wir gezwungen, eine zusätzliche Kartengarantie zur Sicherung Ihrer Unterkunft zu verlangen." Über einen Link auf eine fremde Internetseite sollte Florian H. dann Kreditkartendaten angegeben.
Doch die verlinkte Internetseite stammte nicht vom gebuchten Hotel oder booking.com, was H. zum Glück bemerkte. Dabei war sie der echten booking.com-Seite sehr ähnlich (siehe Foto oben). Die Internetadresse oben in der Adressleiste passte aber nicht. Hätte er auf der Seite seine Kreditkartendaten eingegeben, hätten die Kriminellen diese erhalten und dann beispielsweise versuchen können, auf seine Kosten einzukaufen.
Wann die Betrugsnachrichten kommen, ist unterschiedlich. Einige Betroffene berichten von solchen Nachrichten kurz nach der Buchung, andere von mehreren Wochen Abstand seit der Buchung. Offenbar haben die Kriminellen auch jetzt, Anfang 2026, hin und wieder Erfolg mit ihren Betrugsversuchen. Denn vereinzelte Meldungen über diese Masche gibt es weiterhin.
Wie kommen die Kriminellen ins Buchungssystem?
Wie sind solche Betrugsversuche möglich? Gibt es ein Sicherheitsleck bei booking.com, über das die Kundendaten abfließen oder eine Schwachstelle, über die Kriminelle in die Accounts der Unterkünfte gelangen? Das Unternehmen hat das 2023 bestritten und auf Anfrage erklärt, dass Mitarbeiter:innen der Unterkünfte durch Phishing dazu verleitet worden seien, den unerlaubten Zugriff auf ihr booking.com-Konto zu ermöglichen. In einer E-Mail an die Verbraucherzentrale NRW schreibt Booking.com: "Die Betrüger versuchen dann, sich als Unterkunftspartner auszugeben, um von Kunden eine Zahlung zu verlangen, die nicht in der Buchungsbestätigung vorgesehen ist." Mitte April 2026 informierte booking.com über "verdächtige Aktivitäten" auf der eigenen Plattform, bei denen personenbezogene Daten aus Buchungen gestohlen worden sein könnten (siehe Kasten oben).
Beide Erklärungen sind aus unserer Sicht plausibel. Florian H. hat bei seinem gebuchten Hotel nachgefragt. Von dort wurde ihm mitgeteilt, dass die IT alle Systeme geprüft habe und es dort keine Sicherheitslücke gäbe. Auch dort seien Kriminelle also nicht aktiv ins System eingedrungen. In so einem Fall wäre ein Unternehmen verpflichtet, Datenabfluss der zuständigen Datenschutzbehörde zu melden.
So können Sie sich schützen
Verwenden Sie am besten "Zahlung in der Unterkunft", sofern diese das anbietet. Nutzen Sie ausschließlich die Zahlungsmöglichkeiten innerhalb der Buchungsplattform. Bekommen Sie nach Ihrer Buchung eine Mitteilung, dass etwas nicht funktioniert habe, wenden Sie sich an den Kundenservice der Buchungsplattform oder telefonisch an die gebuchte Unterkunft. Booking.com betont, "dass in der Regel bei keiner legitimen Transaktion von einem Kunden verlangt wird, sensible Informationen wie Kreditkartendaten per E-Mail, Chat-Nachricht, SMS, WhatsApp oder Telefon anzugeben".
Auch in der E-Mail aus April 2026 schreibt booking.com: "Wir werden Sie niemals bitten, Kreditkartendaten per E-Mail, am Telefon, per SMS oder WhatsApp mitzuteilen. Wir werden Sie niemals zu einer Banküberweisung auffordern, die von den Zahlungsrichtlinien in Ihrer Buchungsbestätigung abweicht."
Sind Sie doch auf den Betrug hereingefallen und haben Kreditkartendaten auf einer fremden Internetseite angegeben, kontaktieren Sie umgehend Ihre Bank! Möglicherweise kann sie abgebuchtes Geld zurückholen. Auf jeden Fall sollten Sie Ihre Kreditkarte sperren lassen und Anzeige bei der Polizei erstatten.
Betrugsversuche auch bei anderen Plattformen
Ende Januar 2024 berichtete eine Betroffene der Verbraucherzentrale NRW von einer weiteren Masche: Auf der Plattform Airbnb wollte sie eine Wohnung buchen. Ob das Inserat für die Wohnung echt war, ist unklar. Der Vermieter schrieb ihr, dass die Buchung "aus Kostengründen" über booking.com erfolgen solle. Sie würde eine Einladung dorthin erhalten. Die kam dann auch per E-Mail – allerdings auf eine Internetseite, die nicht booking.com war sondern lediglich so ähnlich aussah. Auch hier ist die Verbraucherin über die Internetadresse der Seite gestolpert. Die lautete nämlich (hier teilweise unkenntlich gemacht und gekürzt): "booking.com-invitation-reservation-xxxx.live". Dass booking.com am Anfang steht, soll verwirren. Es ist eine so genannte Sub-Domain der tatsächlichen Adresse "com-invitation-reservation-xxxx.live", die nichts mit dem Anbieter booking.com zu tun hat.