Silvia Georgi nimmt Abschied nach 32 Jahren im Dienst der Verbraucher

Pressemitteilung vom
Ein ganzes Berufsleben für die Verbraucherinnen und Verbraucher in Thüringen: Für Silvia Georgi, seit 1991 Beraterin der Verbraucherzentrale in Leinefelde-Worbis, hieß es am Mittwoch Abschied nehmen.
Verbraucherberaterin Silvia Georgi an ihrem Arbeitsplatz in der VBS Nordhausen.
Off

Seit Gründung der Verbraucherzentrale Thüringen kurz nach der Wende hatte die Juristin im Eichsfeld zu vielen Fragen rund um Verbraucherverträge und Rundfunkgebühren beraten. Zunächst war sie in Worbis, später in Leinefelde tätig – hier zuletzt im Sozialen Zentrum in der Jahnstraße. Als Verbraucherberaterin der ersten Stunde baute sie auch die Verbraucherzentrale Thüringen selbst aktiv mit auf – und stand Ratsuchenden nicht nur im Eichsfeld, sondern auch in Mühlhausen und Nordhausen zur Seite.

„Inzwischen haben sich die Herausforderungen für Verbraucher verändert“, weiß sie. „War es nach der Wende eine ganz neue Konsumgesellschaft mit all ihren Tücken, in der sich die Menschen zurechtfinden mussten, so können heute viele mit der rasanten Entwicklung und Digitalisierung nicht mehr Schritt halten.“ Da sei es gut, dass die Verbraucherzentrale Aufklärung und Orientierung biete.

Für viele Menschen Anliegen zum Guten gewendet

Ob Ärger mit Telefonanbietern, Fitnessstudios oder Reiseveranstaltern während der Pandemie – auf Silvia Georgis Schreibtisch landeten die verschiedensten Fälle. „Oft brauchte es einen langen Atem. In vielen Fällen haben wir den Schriftverkehr für die Verbraucher übernommen, um die Unternehmen zum Einlenken zu bewegen“, sagt sie. Hartnäckig bleiben, die Ratsuchenden darin bestärken, nicht aufzugeben – das zahlte sich in Hunderten Fällen aus. „Die Verbraucherinnen und Verbraucher sind so dankbar, wenn wir ihre Anliegen zum Guten wenden können. Genau deshalb war meine Arbeit für die Verbraucherzentrale so erfüllend“, so die Juristin. Immer zur Seite stand Silvia Georgi dabei ihre Assistentin Marita Hartmann.

„Der Verbraucherschutz war und bleibt wichtig“, ist Silvia Georgi überzeugt. „Solange der Konsum ein so wichtiger Motor unserer Gesellschaft ist, solange bleibt der Konsument das schwächste Glied in der Kette. Er braucht starke Fürsprecher.“ Auch deshalb wurde Silvia Georges Abschied aus dem Berufsleben ein Abschied auf Raten. Obwohl bereits in Rente, beriet sie zuletzt weiterhin einmal wöchentlich in Leinefelde. Ihr Herzensanliegen war es, die Verbraucherberatung hier in sicheren Händen zu geben. „Mit meinem Nachfolger Stephan Sommerlik ging dieser Wunsch jetzt in Erfüllung“, freut sie sich.

 „Silvia Georgi war nicht nur eine über die Maßen engagierte Beraterin. Für viele Kolleginnen und Kollegen thüringenweit war sie auch ein Vorbild mit ihrem klaren Blick und Sachverstand, ihrem beherzten Handeln und ihrer Hingabe“, würdigte Dr. Ralph Walther, Geschäftsführer der Verbraucherzentrale Thüringen, die Juristin an ihrem letzten Arbeitstag. „Sie wird in unserer Verbraucherarbeit sehr fehlen – obwohl wir uns natürlich sehr mit ihr über ihren Ruhestand freuen.“

Dass auch dieser für sie kein Ruhekissen wird, steht für die vielseitig interessierte und sportlich aktive Worbiserin längst fest. „Ich brauche auch im neuen Lebensabschnitt eine sinnstiftende Beschäftigung“, verrät die Juristin, die zuletzt zwei Jungen Menschen ehrenamtlich in Braille-Schrift unterrichtete. „Auch das ist ein Schritt hin zu mehr Barrierefreiheit“, sagt Silvia Georgi, die selbst seit ihrer Jugend mit einer Sehbehinderung lebt – und nicht nur ihre Kollegen immer wieder damit verblüffte, wie wenig dies eine Einschränkung bedeuten muss.

So engagiert sie während ihres gesamtem Arbeitslebens für die Ratsuchenden in Nordthüringen da war, so schöpfte sie auch ihren letzten Arbeitstag noch einmal in vollen Zügen aus: Alle Beratungstermine am Mittwoch waren restlos ausgebucht.

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung wiedergibt.
Fernwärme

Klageregister eröffnet: vzbv verklagt E.ON und HanseWerk Natur

Seit 2020 haben E.ON und HanseWerk Natur ihre Fernwärmepreise um ein Vielfaches erhöht. Der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) hält die Preiserhöhungen für rechtswidrig und verklagt die Unternehmen. Tragen Sie sich ins Klageregister ein, um an der Sammelklage teilzunehmen.
Justitia Gericht Urteil Recht

Klageregister eröffnet: Jetzt mitmachen bei Sammelklage gegen ExtraEnergie

Der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) verklagt den Anbieter ExtraEnergie. Es geht um enorme Preiserhöhungen um teilweise mehr als 200 Prozent. Mit der Sammelklage will der vzbv Rückzahlungen für Kund:innen erreichen.
Essenreste auf einem Teller

Marktcheck: kleine Portionen in der Gastronomie noch nicht Standard

Wenn Restaurantgäste zwischen verschiedenen Portionsgrößen wählen oder übriggebliebenes Essen mitnehmen könnten, würden weniger Lebensmittel als bisher im Müll landen. Doch nur wenige Restaurants nutzen bisher ihre Möglichkeiten, wie der Marktcheck der Verbraucherzentralen zeigt.