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Fisch zum Fest: Entscheidend sind Fischart und Fanggebiet

Pressemitteilung vom

Der Fischeinkauf zu den Festtagen ist nicht nur eine Frage des guten Geschmacks, sondern insbesondere eine Frage nach der gezielten Auswahl nicht bedrohter Fischarten. Die Verbraucherzentrale Thüringen informiert über nachhaltigen Fischeinkauf. 

gebratenes Kabeljaufilet auf einem Teller
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Gerade zu Weihnachten soll etwas Besonderes auf den Tisch kommen. Als leichtere Alternative zum Gänsebraten entscheiden sich viele Verbraucher für Fisch – und stehen dann ratlos vor der Tiefkühltheke im Supermarkt. Was nehmen?

Grundsätzlich unterscheidet man Wildfisch und Fisch aus Aquakultur. Während die Menge an weltweit gefangenem Wildfisch kontinuierlich abnimmt, werden immer mehr Fische in Aquakulturen gezüchtet. Erkennen kann man diesen Fisch am Hinweis „aus Aquakultur“ oder „gezüchtet in…“. Dabei muss das Land angegeben werden, in dem die Fische die finale Entwicklungsphase durchlaufen haben. Die Herkunft eines Wildfisches lässt sich auf der Verpackung an dem Hinweis „gefangen in“ ablesen.

„Ob man einen Meeresfisch guten Gewissens kaufen kann, hängt von der Fischart, dem Fanggebiet und der Fangmethode ab,“ sagt Marita Schmalz, Fachberaterin Lebensmittel und Ernährung der Verbraucherzentrale Thüringen. Diese drei Angaben müssen in Deutschland unter anderem bei Frischfisch, Räucherfisch und bearbeiteten Tiefkühl-Fischerzeugnissen gekennzeichnet werden

Fisch-Ratgeber bietet Orientierung

Welche Fischarten bedroht sind und welche noch empfehlenswert, erfährt man im Fisch-Ratgeber der Verbraucherzentralen. Er zeigt, welche Fischarten aus welchen Fanggebieten zurzeit „empfehlenswert“, „bedingt zu empfehlen“, „nicht zu empfehlen“ oder „absolut nicht zu empfehlen“ sind. Eine farbliche Einstufung gibt zusätzliche Orientierungshilfe. Nach diesem Fischratgeber sind beispielsweise Aal (europäischer Flussaal), Schillerlocke, Steinbeißer, atlantischer Lachs und Rotbarsch absolut nicht zu empfehlen.

Ob eine Fischart bedroht ist, hängt im Wesentlichen von seiner Herkunft ab. Während zum Beispiel die atlantische Makrele aus dem Fanggebiet FAO 27 (Nordostatlantik) nicht empfehlenswert ist, kann sie aus dem Fanggebiet FAO 21 (Nordwestatlantik) mit gutem Gewissen gekauft werden. Dazu muss man wissen, dass die Weltmeere von der Welternährungsorganisation in 19 Fangzonen aufgeteilt wurden, die sogenannten FAO-Fanggebiete. Es wird dabei zwischen Haupt-und Teilfanggebieten unterschieden.

Ausschlaggebend ist auch die Fangmethode. Methoden, mit denen beispielsweise der Beifang stark verringert werden kann, sind vorteilhaft. Während Pelagische Schleppnetze eher nachhaltig sind, führen Grundschleppnetze, die über den gesamten Meeresboden gezogen werden, zur Zerstörung der Ökosysteme.

Umweltsiegel informieren über die ökologischen Auswirkungen von Fischereien und helfen dabei, nachhaltigen Fisch zu finden. Sie zeichnen Produkte aus zertifizierter nachhaltiger Fischerei aus. Zu den bekanntesten zählen das MSC-Siegel (Marine Stewardship Council) für Wildfisch und das ASC-Siegel (Aquaculture Stewardship Council) für Zuchtfisch. Sie bieten jedoch keine absolute Sicherheit, sondern dienen lediglich der Orientierung. Besser ist Wildfisch, der nach den Richtlinien für ökologische Produkte verarbeitet wird oder Zuchtfisch aus Bio-Aquakulturen.

„Grundsätzlich ist Meeresfisch ein sehr bekömmliches Lebensmittel mit wertvollen Eiweißen, Omega-3-Fettsäuren und Jod“, sagt Marita Schmalz. „Doch Wildfisch und Meeresfrüchte werden immer knapper. Überfischung und schädliche Fangmethoden lassen die Fischbestände schrumpfen.“ Damit auch künftige Generationen noch Fisch auf dem Speiseplan haben, ist die nachhaltige Fischerei mit verbindlichen Fangquoten und umweltschonenden Fangmethoden ein Muss.

Fragen zu vielen weiteren Themen aus dem Bereich Lebensmittel und Ernährung beantworten die Fachberaterinnen der Verbraucherzentrale jeden Dienstag von 9 bis 12 und von 13 bis 16 Uhr unter Telefon (0361) 55514-27 oder nach einer E-Mail an ernaehrung@vzth.de.

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