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Manipulierte Rechnungen per E-Mail: Kontodaten unbedingt prüfen

Pressemitteilung vom
Hinweise zu einer bundesweiten Betrugsmasche gibt es jetzt auch in Thüringen: Wer per E-Mail eine Rechnung über eine erbrachte Dienstleistung erhält, sollte die Kontoangaben darin genau prüfen.
Überweisung SEPA
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Die angegebene Bankverbindung kann zu einem Konto von Betrügern statt zu der tatsächlich beauftragten Firma führen. Die Verbraucherzentrale Thüringen rät, Forderungen nur zu überweisen, wenn der Zahlungsempfänger eindeutig feststeht und mit dem ausführenden Unternehmen identisch ist. Verdachtsfälle sollten sowohl der betroffenen Firma als auch der Polizei gemeldet werden. 

So funktioniert der Betrug

Kriminelle verschaffen sich Zugriff auf die E-Mail-Kommunikation, fangen Rechnungen ab und tauschen gezielt die Bankverbindung (IBAN) aus. Die manipulierte Rechnung als PDF wird anschließend weitergeleitet – scheinbar vom echten Absender.

„Für Verbraucher:innen ist das besonders gefährlich, weil auch erwartete Rechnungen betroffen sein können“, sagt Andreas Behn, Referatsleiter Finanzen und Versicherungen bei der Verbraucherzentrale Thüringen. „Sie überweisen das Geld in der Annahme, die beauftragte Firma zu bezahlen. Dieses landet jedoch nicht beim Unternehmen, sondern auf den Konten der Betrüger ­– die sich oft im Ausland befinden.“

Darauf sollten Verbraucher:innen achten

Wer Rechnungen per E-Mail erhält, sollte grundsätzlich:

  • Bankverbindung kontrollieren: Stimmen IBAN und Kontoinhaber mit früheren Rechnungen oder den Angaben auf der Firmenwebseite überein?
  • Änderungen hinterfragen: Neue Kontodaten immer direkt beim Anbieter verifizieren – am besten telefonisch.
  • Rechnungsdetails vergleichen: Preise, Leistungen und Zahlungsbedingungen mit Angebot oder früheren Rechnungen abgleichen.
  • Sich nicht drängen lassen: Aufforderungen zu schneller Zahlung sind ein häufiges Warnsignal.
  • E-Mails kritisch prüfen: Unbekannte Anhänge nicht öffnen, auch bei scheinbar bekannten Absendern vorsichtig sein. 

Im Zweifel nachfragen – nicht zahlen

„Schon kleine Abweichungen können ein Hinweis auf Betrug sein. Verbraucher:innen sollten im Zweifel immer Kontakt zum Rechnungssteller aufnehmen – jedoch nicht über die in der Mail angegebenen Kontaktdaten, sondern über bekannte Telefonnummern oder über die offizielle Firmenwebseite“, so Andreas Behn.

Wer eine manipulierte Rechnung vermutet oder bereits gezahlt hat, sollte sofort die Bank kontaktieren und die Überweisung zurückholen. Dafür gibt es jedoch nur ein kleines Zeitfenster, bevor der Betrag auf das Empfängerkonto überwiesen wird.

Außerdem sollten Betroffene umgehend den Rechnungssteller informieren und Anzeige bei der Polizei erstatten.

„Der Betrug mit manipulierten Rechnungen zeigt: Auch scheinbar vertraute E-Mails sind kein Garant für Sicherheit“, so der Finanzexperte. „Wir empfehlen eine kurze Kontrolle vor jeder Überweisung. Das kann im Ernstfall viel Geld sparen.“

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung wiedergibt.