Gut versorgt auch ohne tierische Produkte

Pressemitteilung vom
  • Eine Studie des Bundesinstituts für Risikobewertung zeigt, dass vor allem die Jodversorgung bei Veganern häufig nicht ausreichend ist.
  • Auch Mischköstler sind unzureichend mit Jod und Eisen versorgt.
  • Die vegane Ernährungsweise zeigt Vorteile in höherer Ballaststoffaufnahme und geringeren Cholesterinspiegeln.
Algen auf einem Teller
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Ein Leben ohne Fleisch, Eier und Milch? Für die einen unvorstellbar, für die anderen längst Trend und Überzeugung: Eine Million Menschen in Deutschland ernähren sich laut Umfragen vegan. Sorgen, dass die Nährstoffversorgung dabei zu kurz kommt, konnte jetzt eine erste Studie entkräften.

Eine rein pflanzliche Ernährung reiche nicht aus, um den Menschen mit lebenswichtigen Stoffen wie zum Beispiel Eisen zu versorgen. So lautet oft ein Argument von Kritikern der veganen Ernährung. Eine Unterversorgung mit Eisen konnte laut der aktuellen Studie des Bundesinstituts für Risikobewertung zwar festgestellt werden. Dies betraf neben Veganern jedoch auch die Menschen, die sich nach Mischkost, d.h. mit tierischen und pflanzlichen Produkten, ernährten.

„Eine gute Versorgung mit Eisen ist besonders für den Sauerstofftransport im Körper wichtig“, sagt Tina Hanke, Fachberaterin Lebensmittel und Ernährung bei der Verbraucherzentrale Thüringen. „Gute pflanzliche Eisenquellen sind zum Beispiel Linsen, Leinsamen und Haferflocken. Vitamin C aus Paprika oder einem Spritzer Zitronensaft verbessert die Eisenaufnahme zusätzlich. Dagegen wirken Bestandteile aus Kaffee und Tee eher hemmend.“

Einen oft befürchteten B12-Mangel konnte die Studie nicht belegen. Veganer waren sogar etwas besser versorgt als Mischköstler. Dies ist vor allem auf die Einnahme von Vitamin B12 als Nahrungsergänzungsmittel zurückzuführen, die bei veganer Ernährung notwendig ist.

Jodmangel betrifft nicht nur Veganer

Was die Studie deutlich zeigte: Bei beiden Ernährungsweisen gab es eine deutliche Unterversorgung mit dem Spurenelement Jod. Diese war bei den Veganern noch ausgeprägter. „Die erste Wahl sollte bei Veganern hier jodiertes Speisealz sein“, so die Ernährungsexpertin. „Algen eignen sich als pflanzliche Jodquelle nur bedingt, da es oft große Schwankungen im Jodgehalt gibt.“ Gegebenenfalls sollten Veganer unter ärztlicher Rücksprache auch zu Nahrungsergänzungsmitteln greifen.

Deutlich besser schneidet die vegane Ernährungsweise dagegen bei der höheren Aufnahme von Ballaststoffen, Vitamin E und Folat ab. Auch wiesen die getesteten Studienteilnehmer, die sich ausschließlich pflanzlich ernährten, einen niedrigeren Cholesterinspiegel auf.

„Die Ergebnisse zeigen, dass unzureichende Versorgungszustände sowohl bei speziellen Ernährungsformen als auch bei Mischkost auftreten können“, sagt Tina Hanke. „Eine ausgewogene und bedachte Lebensmittelauswahl ist also bei allen Ernährungsweisen empfehlenswert.“

 

 

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