Sparkasse Altenburger Land kündigt: Betroffene sollten widersprechen

Pressemitteilung vom
Nach Ansicht der Verbraucherzentrale Thüringen ist eine Kündigung der Sparverträge durch die Sparkasse Altenburger Land nicht rechtmäßig.
Eine Frau arbeitet mit Aktenordner und Taschenrechner.
  • Die Sparkasse Altenburger Land hat angekündigt, sich von 6000 langfristig angelegten Prämiensparverträge zu trennen.
  • Sie beruft sich dabei auf ein BGH-Urteil, wonach eine Kündigung dann rechtmäßig sein soll, wenn die höchste Prämienstufe erreicht ist.
  • Die Verbraucherzentrale Thüringen sieht diese Bedingung nicht erfüllt und rät Betroffenen, der Kündigung zu widersprechen.
Off

Niedrigzinsen am Kapitalmarkt würden langfristig angelegte Sparverträge für Geldinstitute unrentabel machen. So jedenfalls begründet die Sparkasse Altenburger Land, warum sie 6000 Prämiensparverträge kündigen will. Die Verbraucherzentrale Thüringen rät betroffenen Sparkassen-Kunden, das nicht hinzunehmen. 

„Nach Ansicht der Verbraucherzentrale Thüringen sind diese Kündigungen unrechtmäßig. Zwar dürfen nach dem Urteil des Bundesgerichtshofes  unbefristete Prämiensparverträge grundsätzlich gekündigt werden (Az. XI ZR 345/18). Dies aber nur, wenn alle vereinbarten Prämien bereits gezahlt wurden“, sagt Andreas Behn, Referatsleiter Versicherungen und Finanzen bei der Verbraucherzentrale Thüringen. Laut Medienberichten wurden jedoch bei keinem der durch die Sparkasse Altenburger Land gekündigten Sparverträge alle vereinbarten Prämien ausgezahlt.

„Betroffene sollten die Kündigung keinesfalls hinnehmen, sondern schriftlich Widerspruch einlegen“, betont Andreas Behn. Für den Widerspruch steht ihnen unser Musterbrief unter www.vzth.de/musterbriefe kostenlos zur Verfügung.

Bei weiteren Fragen zum Thema können sich Verbraucher direkt an unsere Beratungsstellen in Altenburg, Dostojewskistraße 6, oder in Gera, Humboldtstraße 14, wenden. Eine Beratung ist nur nach Terminvereinbarung unter Tel. (0361) 555 14 0 bzw. (0365) 8310110 möglich. 

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung wiedergibt.

Ratgeber-Tipps

Einfach machen - Geldanlage
Wer früh mit der passenden Finanzstrategie startet, kann diese Ziele auch mit wenig Geld erreichen.
Essenreste auf einem Teller

Marktcheck: kleine Portionen in der Gastronomie noch nicht Standard

Wenn Restaurantgäste zwischen verschiedenen Portionsgrößen wählen oder übriggebliebenes Essen mitnehmen könnten, würden weniger Lebensmittel als bisher im Müll landen. Doch nur wenige Restaurants nutzen bisher ihre Möglichkeiten, wie der Marktcheck der Verbraucherzentralen zeigt.
Plastikmüll im Meer

Einwegplastik-Verbot in der EU: Das sind die Alternativen

Eine neue Verordnung hat im Juli 2021 mit einer Reihe von Einwegkunststoff-Produkten Schluss gemacht – darunter Wattestäbchen, Plastikteller oder auch Styropor-Becher. Wir zeigen, um was es dabei genau geht und bewerten die praktischen Alternativen.
Eine Frau sucht auf einer Streamingplattform nach einem Film.

Neue Gebühren bei Prime Video: vzbv plant Klage gegen Amazon

Änderungen bei Amazon Prime Video: Was Sie zu den neuen Werberichtlinien von Amazon Prime wissen sollten – und wie der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) für Ihre Rechte kämpft.