Fünf Fragen zu Acrylamid

Pressemitteilung vom
Acrylamid gilt als problematischer Stoff in Lebensmitteln. Die Verbraucherzentrale Thüringen beantwortet fünf häufige Verbraucherfragen zum Thema.

Acrylamid gilt als problematischer Stoff in Lebensmitteln. Die Verbraucherzentrale Thüringen beantwortet fünf häufige Verbraucherfragen zum Thema.

Off

Was ist Acrylamid und wie kommt es in Lebensmittel?

Acrylamid ist ein Schadstoff, der bei starker Erhitzung von Lebensmitteln entsteht. Dafür müssen bestimmte Zucker (z.B. Traubenzucker), Eiweißbausteine und ein niedriger Wassergehalt vorhanden sein. Acrylamid entsteht sowohl bei der industriellen Herstellung von Lebensmitteln als auch bei Zubereitung der Speisen zu Hause.

Welche Lebensmittel enthalten Acrylamid?

Insbesondere kohlenhydratreiche Lebensmittel enthalten Acrylamid. Das sind unter anderem Kartoffel- und Getreideprodukte (z.B. Pommes Frites, Gebäck, Toastbrot, Knabberartikel), die frittiert, gebacken oder gebraten und dabei hohen Temperaturen ausgesetzt werden.

Wie gefährlich ist es?

Ein Gutachten der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA 2015) bestätigt, dass Acrylamid in Lebensmitteln das Krebsrisiko für Verbraucher aller Altersgruppen potenziell erhöht. Studien direkt am Menschen haben bisher nur begrenzte und widersprüchliche Hinweise auf ein erhöhtes Krebsrisiko erbracht.

Wie viel darf man höchstens davon essen?

Eine Höchstmenge, bis zu dem Acrylamid kein gesundheitliches Risiko darstellt, lässt sich nicht festlegen. Das Risiko steigt, je mehr Acrylamid zugeführt wird. Deshalb sollte so wenig wie möglich aufgenommen werden. Besonders Kinder sollten entsprechende Lebensmittel seltener verzehren.

Wie kann ich mich vor zu viel Acrylamid schützen?

Bei der Zubereitung der Speisen im Backofen und beim Braten werden Temperaturen unter 180°C empfohlen. Beim Frittieren sollte die Temperatur 175°C nicht überschreiten. Prinzipiell gilt beim Erhitzen von Lebensmitteln, so lange wie nötig und so kurz wie möglich. Je stärker Lebensmittel bräunen, desto mehr Acrylamid bildet sich. Die Grundregel lautet daher "Vergolden statt Verkohlen."


Bei Fragen zu diesen oder anderen Themen können sich Verbraucher am Ratge-bertelefon Lebensmittel und Ernährung informieren. Es ist jeden Dienstag von 9-12 und 13-16 Uhr unter (0361) 555 14 27 erreichbar.
Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung wiedergibt.

Ratgeber-Tipps

Familienküche
Wie „Familienküche“ ganz entspannt funktionieren kann – das zeigt der gleichnamige Ratgeber der Verbraucherzentrale. Er…
Lebensmittel-Lügen
Wissen Sie, was Sie essen?
Rindfleischsuppe ohne Rindfleisch, Erdbeerjoghurt, der Erdbeeren vorgaukelt,…
Justitia Gericht Urteil Recht

Klageregister eröffnet: Jetzt mitmachen bei Sammelklage gegen ExtraEnergie

Der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) verklagt den Anbieter ExtraEnergie. Es geht um enorme Preiserhöhungen um teilweise mehr als 200 Prozent. Mit der Sammelklage will der vzbv Rückzahlungen für Kund:innen erreichen.
Essenreste auf einem Teller

Marktcheck: kleine Portionen in der Gastronomie noch nicht Standard

Wenn Restaurantgäste zwischen verschiedenen Portionsgrößen wählen oder übriggebliebenes Essen mitnehmen könnten, würden weniger Lebensmittel als bisher im Müll landen. Doch nur wenige Restaurants nutzen bisher ihre Möglichkeiten, wie der Marktcheck der Verbraucherzentralen zeigt.
Plastikmüll im Meer

Einwegplastik-Verbot in der EU: Das sind die Alternativen

Eine neue Verordnung hat im Juli 2021 mit einer Reihe von Einwegkunststoff-Produkten Schluss gemacht – darunter Wattestäbchen, Plastikteller oder auch Styropor-Becher. Wir zeigen, um was es dabei genau geht und bewerten die praktischen Alternativen.