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Musterklage gegen Insolvenzverwalter der BEV – so machen Sie mit

Stand:

Nach der Insolvenz des Energieversorgers BEV haben Kunden umstrittene Endabrechnungen bekommen und sollen versprochene Boni verlieren. Der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) hat dagegen Klage eingereicht. Betroffene können sich jetzt kostenlos für die Klage anmelden.

Das Wichtigste in Kürze:

  • Weil der Insolvenzverwalter einen versprochenen Neukundenbonus nicht berücksichtigt, fehlen vielen Kunden der BEV 100 bis 200 Euro.
  • Die Beträge wurden auf Endabrechnungen nicht berücksichtigt, oft kamen stattdessen Nachzahlungsforderungen.
  • Der vzbv hat nun Klage eingereicht. Die mündliche Verhandlung wird am 23. Juni 2020 stattfinden.
  • Betroffene können sich ab jetzt kostenlos anmelden und an dem Verfahren teilnehmen.
Das Logo der Musterklage steht vor einem Foto von jemandem, der einen Stecker in die Steckdose steckt.
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Zahlreiche Kunden der insolvent gegangenen BEV müssen noch um Boni von 100 bis 200 Euro streiten, die ihnen der Insolvenzverwalter verweigert. Dagegen geht der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) mit einer Musterklage vor. Als betroffener Kunde der BEV können Sie sich jetzt kostenlos für eine Teilnahme an der Klage anmelden.

Bis zum 27. März 2020 müssen sich mindestens 50 Verbraucher in das Klageregister eintragen. Passiert dies nicht, wird die Klage abgewiesen. Der vzbv rät Betroffenen deshalb dringend dazu, sich frühzeitig anzumelden. Die Anmeldung kann bis zur mündlichen Verhandlung auch wieder zurückgenommen werden.

Der Hintergrund: Die BEV Bayerische Energieversorgungsgesellschaft mbH hatte im Jahr 2018 mit preisgünstigen Strom- und Gaslieferverträgen geworben. Der Preisvorteil ergab sich vor allem aus einem Neukundenbonus von bis zu 25 Prozent des Jahresverbrauchs bei Vertragsabschluss. So gewann der Versorger eine sechsstellige Zahl an Kunden.

Doch nun wird den ehemaligen Kunden der BEV dieser Bonus im Insolvenzverfahren nicht angerechnet. Der vzbv klagt daher stellvertretend für alle Betroffenen gegen den Insolvenzverwalter des Energieversorgers.

"Die BEV hat Verbraucher mit dem Werbeversprechen eines Neukundenbonus gelockt. Durch die Insolvenz ging die vorzeitige Beendigung des Vertrags vom Energieversorger aus, nicht vom Kunden. Daher gibt es keinen Grund, den Kunden den Bonus vorzuenthalten. Die Forderungen zur Nachzahlung des Insolvenzverwalters sind unhaltbar", sagt Klaus Müller, Vorstand des vzbv. Mit der Musterfeststellungsklage möchte der vzbv Klarheit für Verbraucher schaffen.

Auf der Endabrechnung fehlt der Neukundenbonus

Der Insolvenzverwalter verschickte Endabrechnungen und forderte Verbraucher zur Nachzahlung auf. Er argumentiert, dass der Bonus nur dann zugunsten der Kunden zu berücksichtigen sei, wenn die Mindestvertragslaufzeit von zwölf Monaten eingehalten wurde.

So lange wurden viele Kunden aber gar nicht beliefert, weil der Energieversorger schon im Januar 2019 Insolvenz angemeldet hat. Bekannt wurde dem vzbv der Sachverhalt durch die Marktbeobachtung der Verbraucherzentralen. Im Beschwerdepostfach der Marktwächter gingen zahlreiche Beschwerden von Verbrauchern zu dem Energieversorger ein.

Der vzbv ist der Auffassung, dass der Bonus den Kunden zusteht – und zwar unabhängig davon, ob sie ein Jahr lang beliefert wurden. Dies soll das Oberlandesgericht München feststellen.

Der Neukundenbonus beträgt häufig zwischen 100 und 200 Euro. "Die wenigsten Verbraucher wollen verständlicherweise wegen dieses Betrages die Kosten und Mühen einer eigenen Klage auf sich nehmen. Deswegen klärt der vzbv mit der Musterfeststellungsklage gegen den Insolvenzverwalter die strittigen Fragen. Betroffene müssen damit kein Prozesskostenrisiko auf sich nehmen. Das übernimmt der vzbv. Gleichzeitig werden dadurch die Gerichte entlastet", so Klaus Müller, Vorstand des vzbv.

Inzwischen hat das Gericht die Klage zugelassen und den ersten mündlichen Verhandlungstag auf 23. Juni 2020 festgelegt. Auch das Klageregister ist nun eröffnet. Jetzt können Sie sich also in das Register eintragen und sich damit der Klage anschließen.

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Alle Informationen zur Klage finden Sie unter www.musterfeststellungsklagen.de. Auf der Webseite finden Sie auch Antworten auf häufig gestellte Fragen zum Instrument der  Musterfeststellungsklage. Der vzbv bietet außerdem einen kostenlosen News-Alert per E-Mail an, den Sie hier bestellen können: