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Internet-Betrug: So können Sie versuchen, Ihr Geld zurückzuholen

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Online einzukaufen ist bequem, die Auswahl gigantisch. Schön, wenn alles mit rechten Dingen zugeht. Doch was tun, wenn’s mal nicht so gut gelaufen ist und die Lieferung der Ware ausbleibt?

Das Wichtigste in Kürze:

  • Grundsätzlich gilt beim Online-Shopping: Misstrauen Sie sehr günstigen Angeboten, Anbietern, die Zahlungen ins Ausland verlangen, sowie Zwang zur Vorkasse.
  • Sollten Sie auf Betrüger hereingefallen sein, gibt es dennoch Möglichkeiten, Ihr Geld zurück zu rufen.
  • Was genau zu tun ist, hängt von der gewählten Zahlungsmethode ab. Meist müssen Sie schnell reagieren.
Ein Mann telefoniert und macht ein verärgertes Gesicht
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Der Online-Vorkassebetrug

Im Jahr 2018 wurden in Deutschland mehr als 50 Milliarden Euro im Online-Handel umgesetzt. Tendenz steigend. Die gute Nachricht: Die meisten Geschäfte, die im Internet abgewickelt werden, sind seriös. Gleichzeitig ist das Internet aber ein Tummelplatz für Betrüger.

Auch bei größter Vorsicht – ein Opfer krimineller Angriffe kann man auch im Internet leicht werden. Die Masche ist eigentlich immer dieselbe: Es werden Waren zu sehr günstigen Preisen angeboten und Sie werden aufgefordert, in Vorkasse zu gehen. Die Ware selbst kommt aber nie an.

Unseriöse Angebote lauern nicht nur in fragwürdigen Online-Shops, sondern auch auf Verkaufsplattformen wie eBay oder Amazon Marketplace und auf Kleinanzeigenportalen. Gerade sehr günstigen Angeboten und bei Anbietern, die Zahlungen ins Ausland verlangen, ist größte Vorsicht geboten.

Insgesamt gilt: Gerade bei bislang unbekannten Online-Händlern sollten Sie misstrauisch sein, wenn Vorkasse geleistet werden soll. Anbieter und ihre Seriosität können Sie durch Eingabe des Firmennamens im Internet prüfen. Achten Sie außerdem darauf, ob Sie sich auf der echten Internetseite eines Anbieter befinden oder auf einer gefälschten Kopie (Stichworte Phishing und Fake-Shops).

Wie hole ich mein Geld zurück?

Sollten Sie trotz aller Vorsicht dennoch auf Betrüger hereingefallen sein, müssen Sie Ihr Geld nicht gleich verloren geben. Es gibt Möglichkeiten, zumindest einen Teil davon zurück zu holen.

Überweisung, Lastschrift, Kreditkarte, Bezahldiensten oder Bargeldtransferdienst – die Möglichkeiten mithilfe Ihres Finanzdienstleisters Ihr Geld zurückzufordern, unterscheiden sich im Detail:

  • Eine Überweisung, die Sie selbst getätigt haben, kann nicht mehr rückgängig gemacht werden, wenn Ihre Bank den Auftrag schon durchgeführt hat. Da hilft allenfalls ein schneller Anruf. Nur wenige Banken bieten eine „Stopp-Funktion“ – für wenige Minuten nach dem Abschicken gültig – im Online-Banking-Zugang.
  • Am einfachsten ist es, eine Sepa-Lastschrift zurückzuholen. Eine berechtigte bzw. genehmigte Lastschrift können Sie innerhalb von acht Wochen ab dem Zeitpunkt der Abbuchung rückbuchen lassen. Das geht bei Fällen von Betrug sogar bis zu 13 Monate nachträglich.
  • Auch Kreditkartenzahlungen können rückgängig gemacht werden. Im sogenannten Charge-Back-Verfahren können Zahlungen storniert werden. Dies kostet in aller Regel eine Bearbeitungsgebühr.
  • Bei vielen Internet-Bezahldiensten wie z.B. PayPal springt der Käuferschutz ein – zumeist jedoch nur bei Warenverkäufen. Nicht aber bei Gewinnspielen. Achten Sie immer auf die Nutzungsbedingungen.
  • Anders bei Zahlung via Bargeldtransferdienst wie Western Union oder Moneygram. Bei diesen Diensten ist ein Rückruf des Geldes solange möglich, bis das Geld in der Filiale vom Empfänger persönlich abgeholt wird. Wenn Sie eine Straftat entdecken, müssen Sie sehr schnell sein: Rufen Sie umgehend die Betrugshotline des Anbieters an!