Anbieterwechsel ist die beste Preisbremse

Pressemitteilung vom
Die Energiepreise am Großhandelsmarkt liegen weit unter den Höchstständen des Vorjahres. Doch während es neue Verträge wieder zu annehmbaren Kosten gibt, kommen die gefallenen Preise bei vielen Bestandskund:innen nicht an. Die Verbraucherzentrale Thüringen rät: Strom- und Gaskund:innen sollten die Wechselmöglichkeiten nutzen - aber Versorger und Vertrag genau prüfen.
Eine Frau hält eine Glühlampe in einer Hand und schreibt.
Off

„Wenn Ihr jetziger Anbieter mehr als 40 Cent für die Kilowattstunde Strom oder mehr als 12 Cent für die Kilowattstunde Gas verlangt, kann sich ein Wechsel lohnen. Der Energiemarkt lebt wieder, da ist der Wechsel zu einem günstigeren Anbieter die beste Preisbremse”, sagt Ramona Ballod, Energiereferentin der Verbraucherzentrale Thüringen. 

Auch wer bei seinem aktuellen Anbieter bleiben möchte, sollte prüfen, ob dieser einen günstigeren Tarif anbietet. „Das gilt vor allem bei Kunden, die in der Grundversorgung sind”, so Ramona Ballod. 

Vorsicht bei Discountpreisen

Die preisliche Spannbreite zwischen den einzelnen Anbietern ist nach wie vor groß. Skeptisch sollten Verbraucher:innen bei sogenannten Energiediscountern sein. Einige dieser Anbieter hatten Ende 2021 und Anfang 2022 Verträge mit zum Teil langfristigen Laufzeiten gekündigt und ihre Kund:innen nicht mehr beliefert. Nun sind sie wieder vermehrt in Vergleichsportalen zu finden.

Energieexpertin Ballod rät, vor dem Wechsel Bewertungen im Internet zu lesen und auf schlechte Erfahrungen anderer Kund:innen zu achten. 

Tarifportale gezielt nutzen

Vergleichsportale arbeiten meist werbe- und provisionsorientiert. Sie verdienen an einem Vertragsabschluss mit und sind somit nicht neutral.

„Deshalb sollten Sie die Suchfilter individuell anpassen. Wichtig ist dabei: Keine Tarife mit Vorkasse oder mit Paketpreisen. Einen eventuellen Bonus sollten Sie nicht mit einrechnen lassen. So können Sie die Jahreskosten besser einschätzen“, rät Ballod. 

Ein weiterer Tipp der Expertin: Nicht nur die Tarife anzeigen lassen, zu denen man direkt über das Portal wechseln kann. So vergrößert sich die Auswahl.

Zudem sollten Wechselwillige die Voreinstellung „hohe Kundenempfehlungsquote" deaktivieren. „Kundenempfehlungen kann man nur für solche Tarife aussprechen, für die das Portal Provisionen erhält. Auch das schränkt Ihre Auswahl unnötig ein”, so Ballod.  

Kurze Laufzeit wählen

Ist ein akzeptables Tarifangebot gefunden, sollte eine Vertragslaufzeit von etwa einem Jahr in Verbindung mit einer Preisgarantie gewählt werden. „Prüfen Sie die Vertragsbedingungen vor dem Abschluss genau. Das gilt vor allem für die Laufzeit und die Preisgarantie. Falls der Anbieter einen Wechselbonus bietet: klären Sie, wie der Bonus genau verrechnet wird”, rät die Verbraucherschützerin.  

Wer zu einem neuen Anbieter wechseln möchte, muss die Vertragslaufzeit und die Kündigungsfrist des alten Anbieters beachten. Bei Preiserhöhungen haben Kund:innen allerdings ein Sonderkündigungsrecht. 

Weitere Fragen zum Wechsel des Strom- oder Gasanbieters beantworten die Energieberater:innen der Verbraucherzentrale Thüringen. Termine für ein persönliches Beratungsgespräch können unter der Telefonnummer 0800 809 802 400 (kostenfrei) vereinbart werden.

Die Energieberatung der Verbraucherzentrale wird gefördert vom Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz. Dank einer Kooperation mit dem Thüringer Umweltministerium und der Landesenergieagentur ThEGA sind in Thüringen auch die Vor-Ort-Termine bei den Ratsuchenden zu Hause kostenfrei.

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung wiedergibt.
Essenreste auf einem Teller

Marktcheck: kleine Portionen in der Gastronomie noch nicht Standard

Wenn Restaurantgäste zwischen verschiedenen Portionsgrößen wählen oder übriggebliebenes Essen mitnehmen könnten, würden weniger Lebensmittel als bisher im Müll landen. Doch nur wenige Restaurants nutzen bisher ihre Möglichkeiten, wie der Marktcheck der Verbraucherzentralen zeigt.
Plastikmüll im Meer

Einwegplastik-Verbot in der EU: Das sind die Alternativen

Eine neue Verordnung hat im Juli 2021 mit einer Reihe von Einwegkunststoff-Produkten Schluss gemacht – darunter Wattestäbchen, Plastikteller oder auch Styropor-Becher. Wir zeigen, um was es dabei genau geht und bewerten die praktischen Alternativen.
Eine Frau sucht auf einer Streamingplattform nach einem Film.

Neue Gebühren bei Prime Video: vzbv plant Klage gegen Amazon

Änderungen bei Amazon Prime Video: Was Sie zu den neuen Werberichtlinien von Amazon Prime wissen sollten – und wie der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) für Ihre Rechte kämpft.