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Zuckerwerbung - zwischen Wahrheit und Suggestion

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Wer bewusst auf Zucker in Lebensmitteln verzichten möchte, hat es nicht immer leicht. Neben Haushaltszucker (auch Saccharose genannt) können auch zahlreiche andere Süßmacher enthalten sein.

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Häufig sind diese nicht auf den ersten Blick erkennbar. Besonders dann nicht, wenn mit Begriffen wie "weniger süß" oder "ohne Zucker" geworben wird. Was hinter diesen steckt, erläutern wir Ihnen in diesem Beitrag.

"ohne Zuckerzusatz"

Die Angabe "ohne Zuckerzusatz" besagt, dass dem Produkt keine Ein- und Zweifachzucker wie Trauben- oder Haushaltszucker oder andere Lebensmittel mit süßender Wirkung (etwa Fruchtsirup) zugesetzt wurden. Jedoch darf mit Süßstoffen und Zuckeraustauschstoffen gesüßt werden. Wenn ein Lebensmittel wie beispielsweise Früchtemüsli von Natur aus Zucker enthält, soll das Etikett den Hinweis "enthält von Natur aus Zucker" tragen.

"reduzierter Zuckergehalt"

Dies besagt, dass mindestens 30 % weniger Zucker im Vergleich zu anderen Lebensmitteln gleicher Art enthalten ist. Die Angabe ist nur zulässig, wenn bei dem zuckerreduzierten Produkt außerdem der Energiegehalt gleich oder niedriger ist als der des Vergleichproduktes. Beispielsweise kann bei Kakaogetränkepulver ein Teil des Zuckers durch den Füllstoff Maltodextrin ersetzt werden. Maltodextrin enthält genauso viel Energie wie Zucker.

"zuckerarm"

"Zuckerarm" bedeutet, dass das Produkt maximal 5 g Zucker pro 100 g oder bei flüssigen Lebensmitteln maximal 2,5 g Zucker pro 100 ml enthalten darf.

"zuckerfrei"

Auch bei der Angabe "zuckerfrei" muss das Produkt nicht völlig zuckerfrei sein. Ein Restgehalt von maximal 0,5 g Zucker pro 100 g bzw. 100 ml ist gesetzlich erlaubt.

"mit Fruchtzucker – der Süße aus Früchten"

Im Obst sorgt Fruchtzucker (Fruktose) für Süße. Auch in der Lebensmittelproduktion wird Fruchtzucker oder Fruchtzuckersirup zum Süßen eingesetzt. Diese Zutaten besitzen eine höhere Süßkraft als herkömmlicher Haushaltszucker und sind meist preiswerter. Es gibt Hinweise, dass Fruchtzucker bei übermäßigem Konsum den Fettaufbau im Körper fördert und zur Erhöhung des Harnsäurespiegels und der Blutfettwerte beiträgt. Auch wächst die Zahl der Personen, die an einer Fruchtzuckerunverträglichkeit leiden. Symptome dafür sind Magen und Darmprobleme. Mit Fruchtzucker gesüßt heißt also nicht gesünder gesüßt oder besser verträglich.

"weniger süß"

Bei der Angabe "weniger süß" handelt es sich lediglich um eine Geschmacksangabe. Diese Bewerbung bedeutet nicht immer weniger Zucker oder weniger Energie. Es kann auch einfach nur eine weniger stark süßende Zuckerart wie beispielsweise Traubenzucker anstelle von Haushaltszucker verwendet worden sein. Möglich ist auch, dass Zucker durch ebenfalls energiehaltige Mehrfachzucker ersetzt wurde, die nur schwach süß sind wie beispielsweise Inulin oder Oligofruktose.