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Bausparkassen: Verrechnungsschecks nicht vorschnell einlösen

Stand:

Das Wichtigste in Kürze:

  • Verrechnungsscheck Ihrer Bausparkasse sollten Kunden mit gut verzinsten Bausparverträgen keinesfalls kommentarlos annehmen.
  • Schreiben Sie Ihrer Bausparkasse, dass Sie mit Scheck und Kündigung  grundsätzlich nicht einverstanden sind.
  • Wollen Sie den Scheck gleichwohl einlösen, teilen Sie dies zuvor Ihrer Bausparkasse mit.
  • Wer den Scheck nicht einlösen möchte, sollte ihn sicher verwahren - auf keinen Fall zurückschicken.
Ein Münzstapel auf Geldscheinen
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Mit einer kommentarlosen Annahme verzichten die Bausparer unter Umständen auf die Möglichkeit, ihr Geld weiterhin zu guten Konditionen anzulegen. Bis zu 4,25 Prozent bringen einige dieser Altverträge.

Bereits Ende 2014 haben Bausparkassen gedroht, solch rentable Anlagen zu kündigen. Inzwischen kommt es immer wieder zu Kündigungswellen verschiedener Kreditinstitute. Mit dem Versand von Schecks zur Verrechnung wollte die Postbank-Tochter BHW die Auflösung der Verträge erzwingen. Es ist nicht auszuschließen, dass andere Bausparkassen in Zukunft ähnlich agieren.

Hat Ihnen die BHW oder eine andere Bausparkasse gekündigt und die Übersendung eines Verrechnungsschecks angekündigt, sollten sie nicht untätig bleiben. In vielen Fällen ist die Kündigung nicht gerechtfertigt Es kann sich also lohnen, sich zu wehren. Einen Überblick über die verschiedenen Kündigungsgründe und eine rechtliche Einschätzung finden Sie unter Kündigungswelle bei Bausparkassen.

Hier sind einige Vorschläge, was Sie  tun können

Grundsätzlich

  • Lösen Sie den Scheck nicht vorschnell ein! Denn ein kommentarloses Einlösen könnte als Zustimmung zur Auflösung Ihres Bausparvertrages gewertet werden.
  • Schreiben Sie Ihrer Bausparkasse per Einschreiben mit Rückschein, dass Sie Kündigung und Scheck nicht akzeptieren und auch ein Einlösen des Schecks kein Anerkenntnis der Kündigung darstellt. Hier ist der Musterbrief.

Wenn Sie den Scheck einlösen wollen

  • Teilen Sie der Bausparkasse mit, dass Sie den Scheck einlösen werden, um einer Verlustgefahr vorzubeugen. Fordern Sie die Bausparkasse zugleich auf, Ihnen die Kontodaten für eine Rückzahlung zu nennen und das Geld wieder entsprechend der Vereinbarung aus dem Bausparvertrag zu verbuchen.
  • Danach können Sie den Scheck einlösen.
  • Legen Sie das Geld auf einem Tagesgeldkonto an. So können Sie das Geld zeitnah zurückzahlen, wenn Ihnen die Bausparkasse die erforderlichen Kontodaten nennt. Sollte sich die Kündigung später – etwa durch ein Urteil des Bundesgerichtshofs – als unwirksam erweisen, können Sie das Geld ebenfalls wieder schnell in den Bausparvertrag zurückführen.

Wenn Sie den Scheck nicht einlösen wollen

  • Senden Sie den Verrechnungsscheck nicht an Ihre Bausparkasse zurück! Bewahren Sie ihn an einem sicheren Ort auf! Der Scheck kann von jedermann eingelöst werden. Sollte der Scheck in falsche Hände geraten, ist das Geld verloren. Nach aktueller Rechtsprechung tragen Sie dafür womöglich das Risiko - auch wenn Sie keine Schuld trifft.