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DVB-T2 HD Empfang, Abdeckung und Technik

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DVB-T2-HD können Sie in fast ganz Deutschland empfangen. Was benötigen Sie, um Ihre Altgeräte fit zu machen? Und worauf sollten Sie bei der Umstellung auf DVB-T2-HD sonst achten?

Das Wichtigste in Kürze:

  • Sie können DVB-T2 HD in fast ganz Deutschland empfangen.
  • Für den Empfang benötigen Sie einen Receiver – auch Set-Top-Box – oder einen Fernseher mit integriertem DVB-T2 HD Empfänger.
  • Achten Sie beim Fernsehkauf auf das DVB-T2 HD Logo.
  • Bei der Umstellung auf DVB-T2 HD müssen Sie vor allem in Mietwohnungen auch rechtliche Aspekte berücksichtigen.
TV und Radio-Antenne vor blauem Himmel
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Wo lässt sich DVB-T2 HD empfangen?

DVB-T2 HD, also digitales Antennenfernsehen in hoher Auflösung, wurde bis April 2019 in ganz Deutschland eingeführt. Wenn Sie im Verbreitungsgebiet wohnen, können Sie über einen Receiver DVB-T2 HD empfangen. Dieser gewohnte Weg wird als stationärer Empfang bezeichnet. Wegen der einfachen Installation eignet sich DVB-T2 HD gut für Zweit- und Drittgeräte, etwa im Kinderzimmer sowie im häuslichen Arbeitszimmer oder Büro, wo die im Vergleich zu Kabel und Satellit eingeschränkte Programmvielfalt nicht stört.

Mit DVB-T2 HD können Sie aber auch im Garten oder im Urlaub fernsehen. Voraussetzung für die Außer-Haus Nutzung sind in der Regel TV-Geräte, in die der DVB-T2 HD-Empfänger bereits eingebaut ist und die über eine eingebaute Stabantenne verfügen.

Wie viele Programme kann man über DVB-T2 empfangen?

Seit der Einführung von DVB-T2 HD können Sie über eine digitale Antenne je nach Verbreitungsgebiet bis zu 40 Programme empfangen. Wenn Sie sich einen DVB-T2 HD-Receiver anschaffen, den Sie mit dem Internet verbinden können, stehen weitere Fernsehprogramme über das Internet zu Verfügung. Somit können Sie, abhängig vom verwendeten Receiver, 60 bis 70 Programme empfangen.

Im Vergleich zum Kabel- oder Satellitenfernsehen lassen sich mit DVB-T2 HD nur wenige Sender empfangen. Laut Medienforschung schenkt die Mehrzahl der Fernsehzuschauer aber ohnehin kaum mehr als 7 Programmen Beachtung. Und mit DVB-T2 HD sind die Möglichkeiten in den letzten Jahren immerhin gestiegen: Inzwischen erhalten Sie auch Programme wie arte, Phoenix oder KiKa.

Dennoch: Wer Wert auf besonders viele Sender oder ganz bestimmte Spartenkanäle legt, dem bieten Kabel und Satellit theoretisch die Möglichkeit, Hunderte von Sendern sehen zu können. Beispiele für Spartenkanäle, die im DVB-T2 HD-Programm rar sind: Sportfernsehen, Musikprogramme, Reise-, Einkaufs- oder Erotikkanäle, aber auch Programmangebote für Zuschauer mit bestimmten Hobbys oder Interessen. Da kann DVB-T2 HD oft nicht mithalten.

Theoretisch können Sie über DVB-T2 HD auch digitale Hörfunkprogramme empfangen; allerdings wird diese Möglichkeit derzeit nicht genutzt, da DAB+ als Rundfunkstandard für die digitale Radioübertragung festgelegt wurde.

Welche Technik ist für den DVB-T2-HD-Empfang erforderlich?

Um DVB-T2 HD empfangen zu können, müssen Sie sich lediglich einmalig einen Receiver bzw. eine Set-Top-Box anschaffen, wenn Sie ein älteres Fernsehgerät besitzen. Aktuelle Fernsehgeräte haben bereits das Empfangsteil für DVB-T2 HD integriert; es ist also kein zusätzlicher Receiver erforderlich. Neben dem ohnehin zu zahlenden Rundfunkbeitrag fallen dann nur für den Empfang von Privatsendern geringe laufende Kosten an. Die wichtigsten Fragen haben wir hier für Sie gebündelt:

Worauf sollte ich beim Fernseherkauf für DVB-T2 HD-Empfang achten?

DVB-T2-HD LogoMit iDTV wird die Bezeichnung integriertes digitales Fernsehgerät abgekürzt. Es handelt sich um ein TV-Gerät, das über ein integriertes digitales Empfangsteil (Decoderbaustein) verfügt und digitales Fernsehen ohne Set-Top-Box empfängt. Entsprechende Empfangsgeräte für DVB-T2 HD sind seit 2016 im Handel erhältlich. Wenn Sie einen neuen Fernseher kaufen möchten, sollten Sie deshalb auf das abgebildete DVB-T2 HD Logo achten.

 

 

Ich habe bereits einen DVB-T-Receiver. Wie kann ich auf DVB-T2 HD umstellen?

Leider können die herkömmlichen DVB-T Empfänger nicht mit einem Software-Update für den Empfang von DVB-T2 HD fit gemacht werden. Deshalb können weder DVB-T-Receiver noch Fernseher mit integriertem DVB-T-Empfänger einfach auf den neuen Standard aktualisiert werden. Im Falle eines DVB-T-Fernsehers können Sie sich aber einen DVB-T2 HD Receiver kaufen und an den Fernseher anschließen.

Kann ich einen günstigen DVB-T2-Receiver im Ausland bestellen?

Hierzulande wurde DVB-T2 HD zusammen mit dem neuen Bildkompressionsverfahren HEVC eingeführt, während in Frankreich, Großbritannien und Österreich DVB-T2 (ohne den Zusatz „HD“) mit einem älteren Verfahren läuft. Es ergibt also keinen Sinn, DVB-T2 Boxen oder Fernseher im Ausland zu kaufen: Diese funktionieren in Deutschland nicht.

Auch ältere Fernseher (vor ca. 2016) haben zwar oft einen DVB-T2 Empfänger integriert, dieser kann aber (aufgrund des neueren Bildkompressionsverfahrens) keine Fernsehprogramme empfangen. Wenn dies der Fall ist, können Sie den Ton eines Fernsehprogramms hören, aber kein Bild sehen.

Worauf muss ich achten, um auch private Fernsehsender über DVB-T2 HD empfangen zu können?

Für den Empfang der privaten, werbefinanzierten Fernsehsender sind Set-Top-Boxen und Fernseher erforderlich, die auch mit verschlüsselten Programmen umgehen können und über entsprechende Schnittstellen für die Entschlüsselung verfügen. Für die Entschlüsselung fallen Kosten an, diese können entweder per Guthabenkarte jährlich bezahlt werden oder im Abo monatlich. Die Programme der öffentlich-rechtlichen Sender werden grundsätzlich unverschlüsselt übertragen.

Wie installiere ich den DVB-T2 HD Receiver?

Das Empfangsgerät für DVB-T2 HD ist leicht zu installieren. Der Receiver wird am besten über ein HDMI-Kabel mit dem Fernseher verbunden. Außerdem muss der Receiver mit einer Antenne verbunden werden. Gibt es noch einen (gemeinschaftlichen) Hausantennenanschluss, können Sie diesen in aller Regel dafür nutzen. In Ballungsräumen reicht auch eine für DVB-T2 HD geeignete Zimmerantenne.

Falls Ihr Gerät keinen HDMI-Anschluss besitzt, können Sie den Receiver über ein SCART-Kabel anschließen - sofern er über einen separaten SCART-Ausgang verfügt. Auch das funktioniert, bringt aber in der Regel eine schlechtere Bildqualität.

Nach der Installation des DVB-T2 HD-Empfangsgeräts startet dieses entweder automatisch einen Programmsuchlauf, oder Sie müssen ihn durch einen Bedienvorgang auslösen. Der Receiver findet alle angebotenen Programme, die jetzt nur noch ihren Platz auf der Fernbedienung der Box zugewiesen bekommen müssen. Das an den Receiver angeschlossene herkömmliche Fernsehgerät dient nämlich nur noch als Wiedergabeeinheit für Bild und Ton. Alle anderen Funktionen werden über die Fernbedienung des Receivers gesteuert. Weitere Informationen zur Installation, zusätzliche Anschlussmöglichkeiten und die Leistungen finden Sie in der Bedienungsanleitung.

Ein interessanter Zusatzdienst bei DVB-T2 HD ist - wie auch bei anderen Empfangswegen - der elektronische Programmführer (Electronic Program Guide, EPG). Auf Knopfdruck per Fernbedienung werden Informationen über das aktuelle Programm, aber auch über parallele Programme anderer Sender sowie über zukünftige Sendungen auf dem Bildschirm angezeigt. Manche Receiver lassen sich auch mit dem Internet verbinden, und so können auch Zusatzdienste, wie beispielsweise die Mediatheken der Sender, genutzt werden.

Wie installiere ich einen Receiver für mehrere Fernsehgeräte?

Ein Nachteil, den sich DVB-T2 HD mit digitalem Kabel- und Satellitenfernsehen teilt, ist, dass für jedes Endgerät ein eigener Receiver nötig ist, auch für einen DVD-Recorder. Denn Sie können immer nur ein Programm gleichzeitig sehen oder aufzeichnen. Wer also, zum Beispiel, "Tatort" schaut und gleichzeitig "Rosamunde Pilcher" aufzeichnen möchte, kann das nicht ohne zweiten Receiver.

Können DVB-T2 HD Programme auch aufgezeichnet werden?

Bei vielen DVB-T2 HD Receivern und Fernsehern mit integriertem DVB-T2 HD-Empfänger können Sie über eine USB-Schnittstelle mittels externer Festplatte auch Sendungen aufzeichnen, sogenanntes USB-Recording. Die öffentlich-rechtlichen Sender können damit uneingeschränkt aufgenommen werden. Bei den Privatsendern gibt es bei manchen Programmen senderseitige Einschränkungen, so können manche Sendungen nur zeitversetzt angeschaut werden oder die Aufnahme ist generell nicht möglich.

 

Umstellung auf DVB-T2 HD - was Sie wissen sollten

Wenn Sie auf DVB-T2 HD umsteigen möchten, stellen sich neben den technischen auch rechtliche Fragen - vor allem wenn Sie in einer Eigentumswohnung oder in einer Mietwohnung zu Hause sind.

DVB-T2 HD im eigenen Haus

Juristisch völlig unproblematisch zum digitalen Antennenfernsehen wechseln können nur Hauseigentümer. Innerhalb der eigenen vier Wände kann sich jeder selbst für die eine oder andere Empfangsvariante entscheiden. Zu berücksichtigen ist aber, ob Sie sich als Hauseigentümer möglicherweise langfristig mit einem Vertrag an einen Kabelnetzbetreiber gebunden haben. Diese vertragliche Bindung können Sie nur unter Beachtung der entsprechenden Kündigungsfristen beenden.

DVB-T2 HD in der Eigentumswohnung

Wohnungseigentümer haben die jeweiligen Regelungen unter den Miteigentümern (Teilungserklärung) sowie die ergänzenden Beschlüsse der Eigentümerversammlungen zu berücksichtigen. Das gilt vor allem, wenn Sie sich für einen Wechsel vom Kabelanschluss zu DVB-T2 HD stark machen. Haben die Wohnungseigentümer als Eigentümergemeinschaft einen Vertrag mit einem Kabelnetzbetreiber geschlossen, muss dieser - zumindest bis zum nächstmöglichen Kündigungszeitpunkt - eingehalten werden. Anschließend kann sich die Eigentümergemeinschaft nach einem in der Eigentümerversammlung gefassten Beschluss für einen anderen Übertragungsweg entscheiden.

Verfügen Wohnungseigentümer über eine Gemeinschaftsantenne und möchten künftig DVB-T2 HD nutzen, ist allenfalls eine Neuausrichtung der Antenne notwendig. Die Anschaffung des notwendigen Receivers (auch: Set-Top-Box) ist dann Sache der einzelnen Wohnungseigentümer.

Bei weiteren Fragen sprechen Sie Ihre Hausverwaltung an.

DVB-T2 HD in der Mietwohnung

Wenn Sie in einer Mietwohnung leben und auf DVB-T2 HD umsteigen möchten, ist zunächst zu unterscheiden, ob Sie Ihre Fernsehprogramme bisher über Antenne oder über Kabel empfangen haben.

Mieter, die nur über die Gemeinschaftsantenne versorgt werden, erhalten auch DVB-T2 HD über diesen Weg in ihre Wohnung gesendet. Der Vermieter kann nicht auf den Abbau der Hausantenne drängen, etwa weil er meint, DVB-T2 HD lasse sich ja auch mit der Zimmerantenne empfangen. Dazu wäre eine Änderung des Mietvertrags nötig, die Mieter aber nicht akzeptieren müssen. Das Gleiche gilt auch für eine Gemeinschaftsantenne mehrerer Mietparteien. Diese darf nur abgebaut werden, wenn alle Mieter zustimmen.

Verfügt das Haus nicht über eine Gemeinschaftsantenne, darf der Mieter sich grundsätzlich eine eigene Außenantenne anschaffen. Hierzu gibt es jedoch noch keine konkrete Rechtsprechung, sodass man vor dem Kauf einer eigenen Antenne zunächst juristischen Rat einholen sollte.

Möchte der Vermieter mit der Einführung von DVB-T2 HD erstmalig eine Gemeinschaftsantenne installieren lassen, handelt es sich unter mietrechtlichen Gesichtspunkten üblicherweise um eine Modernisierung der Wohnung, die den Vermieter berechtigt, die Kosten anteilig auf seine Mieter umzulegen.

Mieter mit Kabelanschluss sind entweder selbst oder über ihren Vermieter vertraglich an einen Kabelnetzbetreiber gebunden. Wenn Sie als Mieter auf DVB-T2 HD umsteigen möchten und selbst mit dem Kabelanbieter einen Vertrag haben, können Sie diesen nur unter Einhaltung der vertraglich vereinbarten Kündigungsfrist kündigen. Andernfalls ist der Kabelanschluss aber Bestandteil des Mietvertrags und beruht auf einer vertraglichen Bindung, die der Vermieter mit dem Kabelnetzbetreiber abgeschlossen hat. Aus Mietersicht bedeutet dies, dass der Mietvertrag geändert werden müsste, um den Mieter von seiner Zahlungspflicht für den Kabelfernsehanteil zu befreien. Weil der Vermieter zu einer solchen Änderung nicht verpflichtet ist, kann nicht ausgeschlossen werden, dass der Mieter möglicherweise weiterhin für ein Kabelangebot zu zahlen hat, das er gar nicht mehr nutzt. Diese Regelung wird sich aber in der nächsten Zeit durch eine Gesetzesänderung ändern.

Die Kosten für das DVB-T2-HD-Empfangsgerät sind grundsätzlich vom Mieter zu tragen. Davon gibt es nur wenige Ausnahmefälle: Wurde beispielsweise im Mietvertrag vereinbart, dass zu der möblierten Wohnung oder zum möblierten Zimmer auch ein funktionsfähiges Fernsehgerät gehört, kann der Mieter verlangen, dass der Vermieter die Kosten für den Receiver trägt. Auf die Miete umlegen darf der Vermieter die Kosten für einen Receiver nicht, denn es handelt sich nicht um eine bauliche Maßnahme.