Digitales Antennenfernsehen - Receiver und Empfang

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Die Einführung von DVB-T2 HD ermöglicht den Empfang von mehr Programmen. Was müssen Sie wissen?

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Je nach Verbreitungsgebiet lassen sich seit der Einführung von DVBT-T2 HD, also dem digitalen Antennenfernsehen, bis zu 40 Programme empfangen. Bei DVBT-T2 HD sind im Handel auch Receiver erhältlich, die mit dem Internetanschluss verbunden werden können und weitere Fernsehprogramme über das Internet empfangen. Somit können 60-70 Programme empfangen werden. Im Vergleich zum Kabel- oder Satellitenfernsehen ist das eher eine geringe Anzahl.

Zwar hat die Medienforschung festgestellt, dass die überwiegende Mehrzahl der Fernsehzuschauer kaum mehr als 7 Programmen Beachtung schenkt, die Möglichkeit aber, theoretisch Hunderte von Sendern sehen zu können, ist ein wichtiger Trumpf von Kabel und Satellit.

Andererseits bekommen mit DVB-T2 HD zahlreiche Zuschauer endlich auch Programme, die bislang nur über Kabel und Satellit zugänglich waren (zum Beispiel arte, Phoenix, KiKa). Für so manchen Nutzer ist dies durchaus attraktiv.

Ein Nachteil, den sich DVB-T2 HD mit digitalem Kabel- und Satellitenfernsehen teilt, ist, dass für jedes einzelne Endgerät eine eigener Receiver (auch: Set-Top-Box) nötig ist, auch beispielsweise für den Videorecorder. Sie können immer nur ein einziges Programm gleichzeitig sehen oder aufzeichnen. Wer also zum Beispiel "Tatort" schaut und "Rosamunde Pilcher" aufzeichnen möchte, kann das nicht ohne zweiten Receiver.

Im analogen Fernsehen war das möglich, weil sowohl der Fernsehempfänger als auch der Videorecorder über ein jeweils eigenständiges analoges Empfangsteil verfügten. Jetzt sind beide Geräte auf die Signalzulieferung aus der Set-Top-Box angewiesen, und die kann derzeit nicht zwei verschiedene Kanäle verarbeiten. Es sei denn, es handelt sich um einen so genannten Twin-Receiver, also zwei Receiver für DVB-T2 HD in einem Gehäuse. Doch es gibt bislang nur wenige Modelle dieses Typs, und die sind bisher nicht billiger als zwei getrennte Geräte.

DVB-T2-HD-Empfangsgeräte mit integriertem DVD-Recorder sind auf dem Markt und auch integrierte DVB-T2-HD-Fernsehgeräte (iDTV). Angeboten werden auch DVB-T2-HD-Empfangsgeräte mit eingebauter Festplatte zum Aufzeichnen von Fernsehsendungen.

Mit iDTV wird die Bezeichnung integriertes digitales Fernsehgerät abgekürzt. Es handelt sich um ein TV-Gerät, das über ein integriertes digitales Empfangsteil (Decoderbaustein) verfügt und digitales Fernsehen ohne Set-Top-Box empfängt. Entsprechende Empfangsgeräte für DVB-T2 HD sind seit 2016 im Handel erhältlich.

Wegen der eingeschränkten Übertragungskapazitäten werden via DVB-T2 HD nur wenige Spartenkanäle ausgestrahlt. Die Verantwortlichen müssen schon darauf achten, dass die vorhandenen Übertragungskanäle für Programme genutzt werden, die eine möglichst breite Zuschauerschaft ansprechen.

Als Spartenkanal werden Fernsehprogramme oder Mediendienste für ganz spezielle Interessen bezeichnet, etwa Sportfernsehen, Musikprogramme, Reise-, Einkaufs- oder Erotikkanäle oder auch Programmangebote für Zuschauer mit bestimmten Hobbys oder Interessen. Mit der Einführung von DVB-T2 HD wird sich jedoch die Anzahl der Spartensender leicht erhöhen.

Über DVB-T2 HD lassen sich auch digitale Hörfunkprogramme verbreiten; allerdings wird diese Möglichkeit nicht genutzt, da man sich für DAB+ als Rundfunkstandard für die digitale Radioübertragung entschieden hat.

Wer jetzt erwägt, einen neuen Fernseher zu kaufen, sollte sich deshalb sehr genau erkundigen, ob das Gerät für DVB-T2 HD taugt.

DVB-T2 Logo

Verbraucher sollten daher unbedingt auf das oben abgebildete grüne DVB-T2 HD Logo achten.