Menü

Bloatware: Vorinstallierte Apps auf dem Smartphone ärgern viele

Stand:

Auf neuen Smartphones befinden sich oft viele vorinstallierte Apps. Wir geben praktische Tipps für den Umgang mit unerwünschter Bloatware.

Das Wichtigste in Kürze:

  • Smartphone-Hersteller vertreiben ihre Geräte mit einer Reihe von bereits vorinstallierten Apps. Einige dieser Apps können Sie nicht löschen.
  • Vorinstallierte Apps haben bereits im ungenutzten Zustand einige Zugriffsberechtigungen. Deaktivieren Sie diese, wenn Sie die Apps nicht nutzen.
  • Eine Marktwächter-Befragung zeigt: Verbraucher möchten selbst entscheiden, welche Anwendungen sie auf ihrem neuen Smartphone haben möchten.
  • Prüfen Sie, ob Sie nicht genutzte Bloatware deinstallieren können. Lassen sich Apps nicht löschen, kann auch eine Deaktivierung Speicher und Akku schonen.
     
Ein Smartphone liegt neben einem Laptop
Off

Auf Smartphones befinden sich häufig eine ganze Reihe an vorinstallierten Apps. Hersteller und Netzbetreiber statten ihre Geräte in vielen Fällen mit einer Fülle an Anwendungen aus – sogenannte Bloatware ("Aufbläh"-Software).

Bloatware soll dem Smartphone-Nutzer dabei helfen, gleich nach dem Kauf produktiv zu sein und unterhalten zu werden. Sie sollen aber als Marketinginstrument auch dafür sorgen, dass Sie Produkte wie z. B. Hörbücher, Musik und Filme möglichst bei bestimmten Anbietern kaufen, deren Streamingangebote und Messenger nutzen und ihnen Daten zur Verfügung stellen. 

Werden die vorinstallierten Apps aber nicht genutzt, belasten sie unnötig Hardware-Ressourcen wie Speicherplatz und Akku. Welche Apps vorinstalliert sind, variiert je nach Hersteller, Betriebssystem und Netzbetreiber, bei dem Sie das Smartphone eventuell als Teil des Mobilfunkvertrags gekauft haben.

Wollen Sie eine vorinstallierte App löschen – sei es, weil Sie diese nicht nutzen oder weil Sie Platz für andere Features schaffen wollen - wird es jedoch problematisch. Denn einige Bloatware lässt sich nicht löschen oder deinstallieren.

Vorinstallierte Apps: kaum genutzt und oft nicht löschbar

Eine repräsentative Befragung von hopp Marktforschung im Auftrag der Marktwächter zu vorinstallierten Apps zeigt: Die vorgegebene Konfiguration an vorinstallierten Apps und die oft fehlenden Möglichkeit, die Bloatware löschen zu können, geht an den Bedürfnissen und Nutzungsgewohnheiten der Verbraucher vorbei.

Der überwiegende Teil der Verbraucher will selbst bestimmen, welche Anwendungen auf seinem Smartphone installiert sind. Denn der überwiegende Teil der Bloatware auf dem Smartphone wird meist nicht genutzt. Zudem ist rund neun von zehn der befragten Smartphone-Nutzer wichtig, nicht gewollte, vorinstallierte Apps löschen zu können. 75 Prozent der Befragten haben schon einmal die Erfahrung gemacht, Apps nicht löschen zu können.

Die Mehrheit der Befragten hat außerdem Sorge, dass vorinstallierte Apps im Hintergrund persönliche Daten sammeln.

Beschwerdebox Header

Ihre Erfahrungen sind wichtig!

Für die Marktbeobachtung aus Verbrauchersicht können Ihre Informationen und Ihre Erfahrungen sehr wertvoll sein: Wir suchen Ihre Fälle aus den Bereichen Digitaler Markt, Finanzmarkt und Energiemarkt

Nutzen Sie unser kostenloses Beschwerdeformular >>


Sparsame Ausstattung ohne Drittanbieter-Apps

Die Befragung zeigt auch: Welche Apps beim Kauf eines Smartphones auf dem Gerät vorinstalliert sind, wissen die meisten Befragten nicht. Sie wünschen sich mehrheitlich eine "sparsame" Ausstattung ohne Drittanbieter-Apps wie zum Beispiel Anwendungen von Sozialen Netzwerken.

Lediglich 12 Prozent der Befragten präferiert ein Smartphone mit einer möglichst umfangreichen Ausstattung, die auch Apps von Drittanbietern umfasst.

Bloatware: praktische Tipps für den Umgang mit vorinstallierten Apps

Bevor Sie ein Smartphone kaufen: Vermeiden Sie Bloatware schon beim Kauf. Nicht alle Smartphones auf dem Markt sind durch vorinstallierte Apps belegt. Es gibt auch Geräte ohne Drittanbieter-Apps oder mit insgesamt wenig vorinstallierten Apps von verschiedenen Herstellern. Informieren Sie sich vor dem Kauf eines Smartphones darüber, welche Apps auf dem Gerät vorinstalliert sind – und welche davon löschbar sind. Je nach Anbieter können Sie Hilfe auf der Hersteller-Website oder durch eine Kontaktaufnahme zum Kunden-Support bekommen.

Versionen von Betriebssystemen, die ohne Zusatz-Apps auskommen, finden Sie häufig unter Begriffen wie "pur" oder "stock".

Nach dem Kauf – neues Smartphone einrichten:

  • Bloatware minimieren
    Nehmen Sie sich Zeit für die Inbetriebnahme Ihres neuen Smartphones. Sie können während der Registrierung einige wichtige Einstellungen vornehmen und so bei einigen Geräten die Installation zusätzlicher Apps verhindern.
     
  • Voreinstellungen prüfen
    Die vorgeschlagenen Standard-Einstellungen für vorinstallierte Apps – zum Beispiel zu Privatsphäre, Akkunutzung und Zugriff auf das Datenvolumen – sind nicht immer optimal. Überprüfen Sie deswegen die Voreinstellungen aller Apps.
    Bereits bei der erstmaligen Inbetriebnahme eines Smartphones erteilen Sie Rechte, die sich zum Teil auf die vorinstallierten Apps auswirken.
    Richten Sie bei Bloatware nur dann Konten und Accounts ein, wenn Sie die Anwendung auch nutzen wollen und diese Registrierung für die Nutzung zwingend erforderlich ist.
     
  • Zugriffsberechtigungen vorinstallierter Apps
    Prüfen Sie in den Einstellungen auch, welche Zugriffsrechte die vorinstallierten Apps haben – und ändern Sie diese bei Bedarf. Kann die Bloatware etwa auf die Hardware Ihres Smartphones zugreifen und somit prinzipiell die Kamera oder das Mikrofon nutzen, ohne dass Sie es bemerken? Nutzen Sie eine solche vorinstallierte App nicht, entziehen Sie ihr alle möglichen Rechte.
     
  • Bloatware entfernen
    Wollen Sie vorinstallierte Apps nicht nutzen, prüfen Sie, ob diese deinstalliert oder zumindest deaktiviert werden können. Während Sie Bloatware des Smartphone-Herstellers in vielen Fällen nicht deaktivieren oder deinstallieren können, lassen sich einige vorinstallierte Drittanbieter-Apps (z. B. die Facebook-App) hingegen vollständig vom Gerät deaktivieren oder löschen. Doch auch das Deaktivieren von nicht löschbaren Anwendungen kann Speicherplatz freigeben und zu mehr Akkulaufzeit beitragen.
    Aufgepasst: Löschen Sie – wenn es denn möglich ist – keine System-Apps. Bei Android sind das zum Beispiel Google Play Dienste oder der Google Play Store. Ohne diese Anwendungen können möglicherweise grundlegende Systemfunktionen verloren gehen.
     
  • Mit dem Rooten des Betriebssystems vorsichtig sein
    Im Netz findet sich unter Tipps gegen Bloatware oft der Ratschlag, ein Gerät zu rooten (sich erweiterte Rechte verschaffen) und installierte Apps dann quasi mit Gewalt zu deinstallieren. Überlegen Sie es sich gut, bevor Sie solche, technisch relativ anspruchsvolle, Schritte unternehmen! Hersteller und Händler schließen dann meist die Gewährleistung aus. Geht das Gerät durchs Rooten kaputt, erhalten Sie keinen Ersatz. Außerdem kann ein gerootetes Gerät ein Sicherheitsrisiko sein, durch das Schadsoftware auf Ihr Smartphone gelangt.