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Vorsicht bei fuuze.com: bei Anmeldung droht untergeschobenes Abo

Stand:

Achtung, Abofalle! Wer sich beim Entertainment-Dienst fuuze.com registriert, kann statt Streaming-Inhalten ein kostenpflichtiges Abo bekommen.

Das Wichtigste in Kürze:

  • Die Marktwächter warnen vor untergeschobenen Abos des Entertainment-Dienstes fuuze.com.
  • Wer sich über ein Pop-up-Fenster bei dem Anbieter registriert, gerät nach einem sehr kurzen Testzeitraum in ein kostenpflichtiges Abonnement. 
  • Die Marktwächter der Verbraucherzentralen haben weitere Webseiten ausfindig gemacht, die vollkommen identisch aussehen und offenbar die gleiche Abzockmasche nutzen. 
Screenshot Fuuze.com
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Den Verbraucherzentralen liegen Beschwerden aus 5 verschiedenen Bundesländern über den Anbieter fuuze.com vor. Die betroffenen Verbraucher sind bei dem Entertainment-Dienst des Anbieters CMind BV ungewollt in die Abofalle geraten. Fuuze.com wirbt mit unbegrenztem Streaming von Videos, Musik und Sportinhalten sowie mit einer umfangreichen E-Book-, Games- und Software-Bibliothek. Der Anbieter hat seinen Sitz in den Niederlanden.

Abofalle poppt als neues Fenster auf

Die Betroffenen haben sich das kostenpflichtige Abo auf ganz unterschiedlichen Wegen eingefangen: Während ein Verbraucher gerade eine Online-Umfrage erstellt hat, wollten andere Betroffene eine App oder eine Gebrauchsanweisung aus dem Internet herunterladen. Sprich: Keiner der Verbraucher hat aktiv die Seite fuuze.com besucht. 

Trotz unterschiedlicher Ausgangssituation schildern alle betroffenen Verbraucher dieselbe Abzockmasche:

  1. Während des ursprünglichen Vorgangs poppt plötzlich ein neues Fenster auf.
  2. In dem neuen Fenster werden die Verbraucher aufgefordert, eine kostenlose Mitgliedschaft einzugehen.
  3. Hierzu sollen sie sich mitsamt ihrer Kreditkartendaten registrieren.

Kurzer Testzeitraum und intransparente Informationen

Da die betroffenen Verbraucher gerade mit einem Vorgang – zum Beispiel mit einer Umfrage oder einem Download – beschäftigt sind, ordnen sie diese Aufforderung ihrer ursprünglichen Aktivität zu. Sie glauben, sie müssten ihre Daten eingeben, um fortfahren zu können. Dass sie stattdessen ein Abo beim Entertainment-Dienst-Betreiber CMind BV abschließen – und zu welchen Konditionen – sei für sie nicht ersichtlich gewesen.

Wer jedoch seine Kreditkarten-Daten eingibt, registriert sich hierdurch unbemerkt bei fuuze.com und erhält einen Testzugang für den Streaming-Dienst. Das Hinterhältige: Dieser Testzugang geht automatisch in ein kostenpflichtiges Premium-Abonnement über – und zwar bereits nach 2 Stunden oder einem Tag.
Kurze Zeit später finden Betroffene dann eine Abbuchung von 49 Euro auf ihrer Kreditkartenabrechnung. Teilweise wird das Geld aber auch sofort, also noch vor Ablauf der 2 bzw. 24. Stunden abgebucht. Abgerechnet wurde dabei über eigene Zahlungsdienstleister wie:

  • sayopay.com
  • cebapay.com
  • ginapay.com 
  • fuzpay.com
  • arvopay.com
  • eikopay.com
  • fusapay.com
  • luomedia.eu

Laut deren nahezu identischen Webseiten haben diese ihren Sitz in Portugal.
Über die Folgekosten der vermeintlich kostenlosen Mitgliedschaft informiert fuuze.com aber nicht in ausreichender Weise. Ebenso fehlen Informationen zur Laufzeit und Kündigungsfrist.

Anbieter verletzt Informationspflichten

Unserer Auffassung nach verletzt der Betreiber mit diesem Vorgehen die gesetzlichen Informationspflichten. Denn: Eine so kurze Testphase sowie die intransparente Informationen zu einem kostenpflichtigen Abonnement zeigen, dass der Streaming-Dienst versucht, Verbrauchern ein Abo unterzuschieben
Es ist zudem unklar, ob der Anbieter die angepriesenen Videos, Musik und Sportinhalte auch tatsächlich bereithält. Einige Verbraucher haben uns berichtet, dass sie nach der Registrierung keinen Zugriff auf eine umfangreiche Inhalte-Bibliothek gehabt hätten.

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Anderer Name, gleiche Abzockmasche! Vorsicht bei diesen Entertainment-Diensten

Durch weitere Recherchen sind die Marktwächter der Verbraucherzentralen zudem auf weitere Webseiten gestoßen, die vollkommen identisch aussehen wie der Internetauftritt von fuuze.com. Sie unterscheiden sich lediglich durch die URL und den Namen im Logo. 
Auch wenn in den Impressen verschiedene Webseitenbetreiber genannt werden, handelt es sich hierbei offenbar um die gleiche Abzockmasche. Es handelt sich um die folgenden Webseiten:

  • onlinefuntime.com
  • blizzardtime.com
  • volterak.com
  • polakita.com

So schützen Sie sich vor der Abo-Falle

Seien Sie grundsätzlich immer vorsichtig, wenn Sie Ihre Kreditkartendaten auf einer unbekannten Webseite eingeben sollen. Behalten Sie dabei immer im Kopf: Sind die Daten einmal eingegeben, kann ein Anbieter auch Geld von Ihrem Konto abbuchen.

Es ist zudem sinnvoll, den Namen der Streaming-Website zunächst in eine Suchmaschine einzugeben – bevor Sie persönliche Daten eingeben. Handelt es sich um eine unseriöse Webseite, finden Sie häufig bereits Hinweise dazu im Internet.

Was Sie darüber hinaus tun können, wenn Sie eine Rechnung von dubiosen Streaming-Webseiten bekommen haben, erfahren Sie hier

Sind Sie bereits ungewollt in eine Abonnements-Falle getappt, können Sie sich hierzu bei einer Verbraucherzentrale in ihrem Bundesland individuell beraten lassen. Hier finden Sie eine Beratungsstelle in Ihrer Nähe. 

Dubiose Streaming-Portale locken in Abofalle: Was Sie wissen müssen

Die Beschwerden über vermeintliche Streaming-Portale reißen nicht ab: Die Marktwächter haben bereits über 300 vermeintliche Streaming-Webseiten entdeckt. Welche Streaming-Websites betroffen sind und was Sie im Zweifelsfall tun können, erfahren Sie hier