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Dämmung

Wichtige Dämmstoffeigenschaften

Unter der Bezeichnung Dämmstoffe werden Materialien zusammengefasst, die aus unterschiedlichen Rohstoffen hergestellt sind, aber eines gemeinsam haben: große Volumina bei geringem Gewicht aufgrund vieler kleiner Hohlräume. Die ruhende bzw. eingeschlossene Luft ist im Vergleich zu einem festen Körper ein sehr schlechter Wärmeleiter. Sie bewirkt vornehmlich die wärmedämmende Eigenschaft dieser Baustoffe.

Wärmeleit- und Wärmespeicherfähigkeit


Die Wärmeleitfähigkeit eines Materials ist ein wichtiger Faktor für die wärmedämmende Wirkung. Er wird durch einen materialabhängigen Zahlenwert, die spezifische Wärmeleitfähigkeit "Lambda", beschrieben. Dieser Wert gibt den Wärmestrom (in Watt) an, der durch einen ein Meter dicken Stoff bei einem Temperaturunterschied von 1 Kelvin (entsprechend 1 °C) pro Quadratmeter Oberfläche hindurchströmt. Für die Wärmedämmung bedeutet dies: je niedriger die Wärmeleitfähigkeit des Dämmstoffs, um so besser ist seine Wärmedämmfähigkeit. Als Wärmedämmstoffe werden alle Materialien bezeichnet, deren Lambda-Wert kleiner 0,1 W/(mK) ist. Handelsübliche Dämmstoffe weisen Wärmeleitfähigkeiten von 0,035 bis 0,050 W/(mK) auf. Spezielle Materialien erreichen 0,025 W/(mK) und weniger. Die früheren Wärmeleitfähigkeitsgruppen (WLG) sind seit 2007 durch einen sog. Bemessungswert ersetzt worden. Dieser muss neben weiteren Kennzeichnungen wie dem CE-Zeichen auf dem Produkt-Etikett ausgewiesen sein.

Ein weiterer Faktor für die Qualität eines Dämmstoffs ist seine Wärmespeicherfähigkeit. Je mehr Wärme ein Dämmstoff speichern kann, um so träger reagiert er bei Aufheizung und Abkühlung. Diese Eigenschaft ist beispielsweise hilfreich, um im Sommer eine Überhitzung der Innenräume zu vermeiden. Optimal ist eine Phasenverschiebung von circa zwölf Stunden: Der Dämmstoff nimmt dann tagsüber die Wärme auf und gibt sie zeitverzögert in der Nacht ab, wenn die Außentemperaturen wieder gesunken sind. Dämmstoffe auf Erdölbasis wie Polystyrol und Polyurethan besitzen eine geringe, Dämmstoffe aus nachwachsenden Rohstoffen wie beispielsweise Holzfaserdämmstoffe, Zelluloseflocken oder Hanf dagegen eine recht hohe Wärmespeicherfähigkeit.

Brandverhalten


Dämmstoffe werden wie alle Baustoffe nach ihrem Brandverhalten in die Baustoffklassen A1 oder A2 (nichtbrennbar), B1 (schwerentflammbar) und B3 (normalentflammbar) eingeteilt. Materialien der Baustoffklasse B3 (leichtentflammbar) dürfen im Bauwesen nicht verwendet werden! Außer vom Dämmaterial selbst wird das Brandverhalten auch von eventuell zugesetzten Klebern, Flammschutzmitteln, Beschichtungen etc. positiv oder negativ beeinflusst. Bei der Auswahl des Dämmstoffes sind für das entsprechende Bauteil immer die in der Landesbauordnung oder anderen Verordnungen genannten Anforderungen zu erfüllen.
Baustoffklasse Bauaufsichtliche Benennung Dämmstoff (Beispiel)
A - Nichtbrennbare Baustoffe
A1, A2Nicht brennbare BaustoffeMineralfaser, Schaumglas, Perlite
B - Brennbare Baustoffe
B1Schwerentflammbare BaustoffeHolzwolleleichtbauplatten, Polyurethan-Hartschaum
B2Normalentflammbare BaustoffeHolzfaserdämmplatten, Hanf, Zellulose
B3Leichtentflammbare Baustoffe

Anwendungsmöglichkeiten für Dämmstoffe


In den Normen werden für die unterschiedlichen Anwendungsmöglichkeiten bestimmte Typen von Dämmstoffen vorgeschrieben. Der Anwendungstyp muß in Kurzform auf dem Produkt-Etikett vermerkt sein. Nachfolgend sind die wichtigsten Anwendungstypen mit Anwendungsbeispielen aufgeführt:

Anwendungsgebiet Kurzeichen Anwedungsbeispiele
Decke/Dach DAD Außendämmung von Dach oder Decke, vor Bewitterung geschützt, Dämmung unter Deckungen
DAA Außendämmung von Dach oder Decke, vor Bewitterung geschützt, Dämmung unter Abdichtungen
DUK Außendämmung des Daches, der Bewitterung ausgesetzt (Umkehrdach)a
DZ Zwischensparrendämmung, zweischaliges Dach, nicht begehbare, aber zugängliche oberste Geschossdecken
DI Innendämmung der Decke (unterseitig) oder des Daches, Dämmung unter den Sparren/Tragkonstruktion, abgehängte Decke usw.
DEO Innendämmung der Decke oder Bodenplatte (oberseitig) unter Estrich ohne Schallschutzanforderungen
DES Innendämmung der Decke oder Bodenplatte (oberseitig unter Estrich mit Schallschutzanforderungen
Wand WAB Außendämmung der Wand hinter Bekleidung
WAA Außendämmung der Wand hinter Abdichtung
WAP Außendämmung der Wand unter Putz
WZ Dämmung von zweischaligen Wänden, Kerndämmung
WH Dämmung von Holzrahmen- und Holztafelbauweise
WI Innendämmung der Wand
WTH Dämmung zwischen Haustrennwänden mit Schallschutzanforderungen
WTR Dämmung von Raumtrennwänden
Perimeter PW Außen liegende Wärmdedämmung von Wänden gegen Erdreich (außerhalb der Abdichtung) b
PB Außen liegende Wärmedämmung unter der Bodenplatte gegen Erdreich (außerhalb der Abdichtungen) b
a Es sind Festlegungen nach DIN 4108-2:2003, 5.3.3. zu beachten.
b In DIN 4108-2 geregelt.

Bestimmte Produkteigenschaften werden entsprechend der folgenden Tabelle deklariert:

Produkteigenschaft Kurzzeichen Beschreibung Beispiele
Druckbelastbarkeit dk Keine Druckbelastbarkeit Hohlraumdämmung, Zwischensparrendämmung
dg Geringe Druckbelastbarkeit Wohn- und Bürobereich unter Estrich
dm Mittlere Druckbelastbarkeit Nicht genutztes Dach mit Abdichtung
dh Hohe Druckbelastbarkeit Genutzte Dachflächen, Terrassen
ds sehr hohe Druckbelastbarkeit Industrieböden, Parkdeck
dx Extrem hohe Druckbelastbarkeit Hoch belastete Industrieböden, Parkdeck
Wasseraufnahme wk Keine Anforderungen an die Wasseraufnahme Innendämmung im Wohn- und Bürobereich
wf Wasseraufnahme durch flüssiges Wasser Außendämmung von Außenwänden und Dächern
wd Wasseraufnahme durch flüssiges Wasser und/oder Diffusion Perimeterdämmung, Umkehrdach
Zugfestigkeit zk Keine Anforderungen an Zugfestigkeit Hohlraumdämmung, Zwischensparrendämmung
zg Geringe Zugfestigkeit Außendämmung der Wand hinter Bekleidung
zh Hohe Zugfestigkeit Außendämmung der Wand unter Putz, Dach mit verklebter Abdichtung
Schalltechnische Eigenschaften sk Keine Anforderungen an schalltechnische Eigenschaften Alle Anwendungen ohne schalltechnische Anforderungen
sg Trittschalldämmung geringe Zusammendrückbarkeit Schwimmender Estrich, Haustrennwände
sm Trittschalldämmung mittlere Zusammendrückbarkeit
sh Trittschalldämmung erhöhte Zusammendrückbarkeit
Verformung tk Keine Anforderung an die Verformung Innendämmung
tf Dimensionsstabilität unter Feuchte und Temperatur Außendämmung der Wand unter Putz, Dach mit Abdichtung
ti Verformung unter Last und Temperatur Dach mit Abdichtung

Energieaufwand für die Herstellung


Oft unberücksichtigt bleibt der Primärenenergieaufwand, der für die Herstellung des Dämmstoffs aufgewendet wird. Er kann sehr unterschiedlich ausfallen. Es lohnt sich, den Energieaufwand für die Herstellung mit der erwarteten Energieeinsparung nach Einbau des Dämmstoffs zu vergleichen. Spätestens nach zwei Jahren hat sich die zur Herstellung benötigte Energie bei allen Dämmstoffen durch die erzielte Energieeinsparung amortisiert. Bei Polyurethandämmstoffen liegt die energetische Amortisationszeit zwischen 9 und 23 Monaten, bei Mineralfaserdämmstoffen zwischen 1,5 und 13 Monaten und bei Zellulosedämmstoffen unter einem Monat.

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Dieses Dokument ist aus dem Internet-Auftritt der
Verbraucherzentrale Thüringen e.V.,Eugen-Richter-Straße 45, 99085 Erfurt
Sie finden es im Internet unter: http://www.vz-th.de/link799451A.html