Immer mehr Kinder gehen ohne ausreichendes oder ganz ohne Frühstück in die Schule. Die Kinder sind nicht genügend versorgt, um konzentriert die ersten Schulstunden zu meistern. In diesem Zusammenhang sollte auch über die Mittagsversorgung in den Schulen nachgedacht werden. Denn sowohl das Frühstück und die Pausenbrote als auch das Mittagessen sind ein elementarer Baustein für den Erhalt der körperlichen und geistigen Leistungsfähigkeit während des Schultages.
Die Vernetzungsstelle Schulverpflegung hat in diesem Kontext im Frühjahr eine Erhebung zur aktuellen Situation der Schulverpflegung in Thüringen durchgeführt, an der sich insgesamt 381 Schulen beteiligt haben. Dabei wurden u.a. Fragen zur Versorgung allgemein sowie zu den Rahmenbedingungen, der Zufriedenheit und den Speiseplänen gestellt. Die genauen Ergebnisse, die im Oktober veröffentlicht werden, zeigen an vielen Stellen Verbesserungsbedarf.
Die Vernetzungsstelle Schulverpflegung beabsichtigt daher, einige Schulen im Sinne von Projektschulen intensiver zu unterstützen. Gemeinsam mit der Schule, den Schülern und Lehrern, dem Caterer und unseren Netzwerkpartnern sollen Schwachstellen identifiziert, Verbesserungsvorschläge entwickelt und umgesetzt werden. In Vorträgen zu Anforderungen an die Schulspeisung und zur Speiseplangestaltung wird das Personal geschult. Die Materialien stehen den Schulen für die spätere Orientierung zur Verfügung. Notwendig ist auch die Einbindung der Schüler, da sie die Konsumenten sind. Sie können beispielsweise im Rahmen von Unterrichtsprojekten in die Speiseplan- und Speiseraumgestaltung oder über eine Mensa-AG involviert werden.
Ziel ist es, die Attraktivität der Schulverpflegung zu steigern und sie verstärkt in das Schulkonzept zu integrieren. Dadurch kann zum einen das Gemeinschaftsgefühl gestärkt und ein positives Schulklima erzeugt werden. Zum anderen ergeben sich in einer ansprechend gestalteten Mensa vielfältige Möglichkeiten für Gespräche, Austausch und Entspannung, was sich unterstützend auf die Lern- und Lehrmotivation aller auswirkt. Wichtig ist, dass das Mittagessen nicht allein unter dem Aspekt der Nährstoffversorgung gesehen wird. Es leistet zusätzlich einen erheblichen Beitrag zur Förderung der Sozialkompetenz und Esskultur der Schüler und darüber hinaus zur Prävention von Übergewicht.
Interessenten für Projektschulen aber auch alle anderen Schulen sowie an der Schulverpflegung beteiligten Akteure können sich mit Fragen und Problemen ab sofort unter folgender Telefonnummer melden: 0361-555 14 24.
Weitere Informationen für die Redaktionen:
Die Vernetzungsstelle Schulverpflegung wurde im Rahmen der Kampagne "IN FORM – Deutschlands Initiative für gesunde Ernährung und mehr Bewegung" eingerichtet. Träger ist in Thüringen die Verbraucherzentrale Thüringen. Sie steht allen an der Essenversorgung beteiligten Akteuren als fester Ansprechpartner zur Verfügung. Sie informiert und unterstützt Schulen und Anbieter bei der Umsetzung der Qualitätsstandards für die Schulverpflegung der Deutschen Gesellschaft für Ernährung. Die Standards enthalten konkrete Anforderungen an die Speiseplangestaltung und empfohlene Nährstoffmengen. Dadurch können sie gut als Leitfaden für die Umsetzung eines vollwertigen Verpflegungsangebotes genutzt werden.
Für interessante Anregungen zu Frühstücksmahlzeiten und leckeren Pausenbroten oder Aktionen zur gesunden Ernährung können unsere Netzwerkpartner wie die Verbraucherzentrale Thüringen, die IKK Thüringen oder die DGE Thüringen angefragt werden.
Für weitere Informationen:
Alexandra Lienig (Projektleiterin Vernetzungsstelle Schulverpflegung)
Tel. 0361 55514-0
Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung wiedergibt.
