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Service für Journalistinnen und Journalisten

Pressemitteilung der Verbraucherzentrale Thüringen

18.02.2009
Wie grün ist Ökostrom?
Auch bei "sauberem" Strom sollte man genau hinsehen

Nicht erst seit der jüngsten Debatte um die Verlängerung der Laufzeiten von Atomkraftwerken ist klar: der größte Teil der deutschen Stromproduktion ist mit Risiken und Nebenwirkungen verbunden. Rund ein Viertel der hierzulande produzierten Elektrizität stammt aus der Risikotechnologie Atomkraft, knapp die Hälfte aus den fossilen Energieträgern Braun- und Steinkohle, die klimaschädigende Gase freisetzen und so zur globalen Erwärmung beitragen. Mehr und mehr Haushalte suchen daher nach Stromanbietern, die eine Versorgung aus sauberen, erneuerbaren Quellen versprechen.

Doch nicht überall, wo Ökostrom draufsteht, sind erneuerbare Energien drin, warnt Cornelia Genßler, Klimaschutzexpertin der Verbraucherzentrale Thüringen: "Der Begriff Ökostrom ist rechtlich nicht definiert. Viele Energiekonzerne und Stadtwerke schichten lediglich vorhandene Strommengen um oder erwerben sogenannte RECS-Zertifikate." Diese Zertifikate gelten als Herkunftsnachweis für erneuerbare Energien und stammen überwiegend von Wasserkraftwerken aus Skandinavien und den Alpenländern. "So lässt sich deutscher Kohle- oder Atomstrom ganz legal in Ökostrom umetikettieren, ohne dass dabei auch nur ein einziges Gramm Kohlendioxid eingespart wird", so Genßler weiter.

Die entscheidende Frage ist, ob die Nachfrage nach Ökostrom tatsächlich zum Ausbau erneuerbarer Energien führt. Cornelia Genßler: "Derzeit gibt es vier Ökostromanbieter auf dem deutschen Markt, die konsequent in erneuerbare Energien investieren und nicht mit einem Unternehmen verbunden sind, das Atom- oder Kohlekraftwerke betreibt oder mit Strom aus diesen Quellen handelt". Diese Anbieter sind die Elektrizitätswerke Schönau (EWS), LichtBlick, Greenpeace Energy und die Naturstrom AG.

Doch auch Bezieher von Ökostrom sollten sparsam mit Energie umgehen und auf effiziente Elektrogeräte setzen: "Der klimafreundlichste Strom ist jener, der gar nicht erst erzeugt werden muss, denn jede eingesparte Kilowattstunde verbessert die persönliche CO2-Bilanz erheblich", so Genßler abschließend. Tipps zum Stromsparen, Hilfe beim Anbieterwechsel sowie Antworten auf alle weiteren Fragen rund um den privaten Energieverbrauch bietet die Energieberatung der Verbraucherzentrale Thüringen. Ein Termin kann unter der Telefonnummer 09001-3637443 (0,14 EUR/Min. aus dem deutschen Festnetz, abweichende Preise für Mobilfunkteilnehmer) vereinbart werden. Die örtlichen Beratungsstellen sind im Internet abrufbar unter www.verbraucherzentrale-energieberatung.de.


Für weitere Informationen:
Cornelia Genßler, Projektleiterin Klimaschutz
Tel. 0361 55514-0




Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung wiedergibt.


Dieses Dokument ist aus dem Internet-Auftritt der
Verbraucherzentrale Thüringen e.V.,Eugen-Richter-Straße 45, 99085 Erfurt
Sie finden es im Internet unter: http://194.245.141.86/link543191A.html