Glaubt man der Werbung, so ist lästiges Schälen, Zerkleinern und auch Zu-beißen nicht mehr nötig: Der sämige „Obst- und Gemüsebrei“ aus der Fla-sche, der seinen Namen vom englischen Begriff „smooth“ (= fein, weich) hat, kann angeblich bis zu 100 % des Tagesbedarfs an Obst und Gemüse decken. Doch Smoothies bieten keinen gleichwertigen Ersatz für frische Früchte und Rohkost. Statt aus ganzen Früchten sind sie häufig zu einem hohen Anteil aus Saftkonzentraten hergestellt. Bei der Verarbeitung gehen dadurch wertvolle Pflanzeninhaltsstoffe verloren. Zum Teil werden sogar Zusatzstoffe eingesetzt. „Frisches Obst und Gemüse zum Reinbeißen ist den fruchtigen Trendproduk-ten in punkto Gesundheit und Nachhaltigkeit klar überlegen und meist deutlich preisgünstiger“, empfiehlt Petra Müller, Ernährungsexpertin der Verbraucher-zentrale Thüringen.
Entscheidend für die Qualität eines Smoothies ist die Herstellungsmethode: Hochwertige Produkte werden auf Basis von Fruchtmark und Fruchtpüree aus geschälten, entkernten Früchten hergestellt. Abgesehen vom Verlust wertvol-ler Inhaltsstoffe aus den Schalen, bleiben so die Nährstoffe weitgehend erhal-ten. Viele Hersteller setzen aber Fruchtpürees sowie Obst- und Gemüsesäfte aus Konzentraten ein. Je höher der Anteil an Saftkonzentraten ist, desto we-niger wertvolle Inhaltsstoffe, wie Vitamine, sekundäre Pflanzen-, Mineral- und Ballaststoffe, sind im Endprodukt noch enthalten.
„Wenn Smoothies zusätzlich mit Zucker, Verdickungsmitteln, Farb-, Konser-vierungs- und Aromastoffen oder Vitamine aufgepeppt wurden, sollte man besser die Finger vom Kauf lassen“, so die Expertin.
Unser Tipp: Täglich etwa 600 Gramm Obst und Gemüse essen. Da kann man gelegentlich auch einen Smoothie aus ganzen Früchten als kleine Mahlzeit verzehren. Frisches Obst und Gemüse zum Anbeißen ist den Trendprodukten aber immer überlegen. Es fördert ein wichtiges Element der Verdauung und Sättigung, nämlich das Kauen und liefert viele wertvolle Pflanzeninhaltsstoffe und wenig Kalorien.
Für weitere Informationen:
Petra Müller
Tel. (0361) 555 14-0
p.mueller@vzth.de
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