Frische Ananas erfreut sich großer Beliebtheit. Sie gilt als gesund, schmeckt sehr gut und verbreitet einen Hauch Exotik. 2007 wurden in deutschen Haushalten im Durchschnitt 2,6 kg dieser „köstlichen Frucht“ verspeist.
Doch der Genuss bleibt nicht ungetrübt. Ananas stammt aus tropischen Anbaugebieten und muss folglich lange Transportwege zurücklegen. Werden die Früchte auf dem Seeweg transportiert, belastet der Transport natürlich das Klima. Verwandelt sich Ananas aber in eine so genannte „Flugananas“ und wird per Luftfracht verschickt, vervielfacht sich die transportbedingte Klimabelastung. „Die Art, wie Produkte aus Übersee zu uns transportiert wurden, können Verbraucher im Geschäft nicht erkennen, außer es wird konkret auf „Flugananas“ hingewiesen. Eine klimafreundliche Kaufentscheidung ist daher kaum möglich“, meint Petra Müller, Ernährungsexpertin der Verbraucherzentrale Thüringen.
Auch der Anbau von Ananas ist umstritten. In den ausgedehnten Monokulturen werden intensiv Pestizide eingesetzt. Darunter befinden sich Pestizide, die als „sehr giftig“ eingestuft sind und deren Einsatz in Europa längst verboten ist. Die österreichische Umweltorganisation Global 2000 weist in einer aktuellen Untersuchung in Costa Rica nach, dass dieser intensive Pestizideinsatz gekoppelt mit unzureichenden Arbeitsschutzmaßnahmen zu gesundheitlichen Schäden bei den Arbeitskräften in den Plantagen führt und die Umwelt massiv verseucht wird.
Ein weiterer Knackpunkt: Frische Ananas ist während des Transportes sehr anfällig für Verderb und Schimmel. Deshalb werden die Früchte nach der Ernte meist mit Fungiziden gegen den Schimmelbefall behandelt.
Eine gute Alternative: Bio-Ananas ist die bessere Wahl. Sie ist rückstandsfrei, weil sie ohne synthetische Pestizide erzeugt wird. Damit erwirbt man nicht nur ein hochwertiges Produkt, sondern verbessert auch die Lebensqualität in den Anbauländern.
Auf Ananas, die als „Flugananas“ beworben werden, sollte man mit Blick auf den Klimaschutz besser verzichten.
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Petra Müller
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