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Nahrungsergänzungsmittel - eine Produktübersicht von A-Z

Knoblauch-Präparate

KnoblauchkapselnKnoblauchpräparate werden - mal mit, mal ohne weitere Zusätze - als Dragees, Öl oder Presssäfte angeboten. Die Mittel enthalten unterschiedlichste Mengen an Trockenpulver, verschiedensten Extrakten oder -ölen. Hersteller und Vertreiber geben ihren Präparaten gern allerlei Heilsversprechen mit auf den Weg: Sie sollen positiv auf Darm, Atemwege sowie Blutdruck wirken und auch Arterienverkalkung vorbeugen. Eine Firma behauptet gar, dass ihre Kapseln gegen Geschwüre helfen, Bakterien den Garaus machen sowie Blutgerinnseln, Erkältungskrankheiten und auch bestimmten Krebsarten (Magen-, Darm-, Speiseröhrenkrebs) vorbeugen würden. Außerdem stimuliere das Mittel die Reparatur geschädigter Erbsubstanz (DNA).

Bewiesen ist, dass frischer Knoblauch durch seine verschiedenen sekundären Pflanzenstoffe desinfizierend und verdauungsfördernd wirkt, die Fließeigenschaften des Blutes fördert und den Cholesterinspiegel senkt. Tierversuche deuten sogar auf eine krebsvorbeugende Wirkung des Knoblauchs hin. Welche dieser Eigenschaften sich allerdings auf Knoblauch-Präparate aus der Pillendose übertragen lassen, ist weiterhin fraglich. Denn:
  • Für keines dieser Produkte ist ein Mindestgehalt an bestimmten wirksamen Inhaltsstoffen vorgeschrieben. Solche Standardisierungen gibt es nur für Arzneimittel.
  • Schon in frischem Knoblauch schwanken die Inhaltsstoffe je nach Sorte, Herkunft und Wachstumsbedingungen.
  • Auch die Empfehlungen für den täglichen Verzehr unterscheiden sich: Sie reichen von einer bis zu 28 Knoblauchzehen!


Nahrungsergänzungsmittel brauchen weder eine Zulassung noch werden Studien zum Beleg der Wirksamkeit verlangt. Daher ist die Werbung für ein solches Knoblauchprodukt mit Aussagen verboten, die Linderung, Heilung oder Verhütung von Krankheiten verheißen. Diese Aufgaben sind zugelassenen Arzneimitteln – und das können auch Knoblauchpräparate sein – vorbehalten.

Tipp:
Knoblauchprodukte können Wechselwirkungen mit Arzneimitteln haben. Wer regelmäßig Medikamente einnehmen muss, sollte deshalb immer zuvor Arzt oder Apotheker fragen. Besonders kritisch kann es sein, wenn gleichzeitig hoch dosiertes Vitamin E, Gingko, Fischölkapseln oder ein Blutverdünnungsmittel eingenommen werden.

Die sicherste Vorbeugung gegen Herz-Kreislauf-Erkrankungen ist eine gesunde Lebensführung mit viel Bewegung, ausreichend Entspannung und Schlaf, wenig Alkohol und der Verzicht auf Nikotin. Und nicht zuletzt eine ausgewogene Ernährung. Das können weder Knoblauchpräparate noch frische Knoblauchzehen ersetzen.


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Dieses Dokument ist aus dem Internet-Auftritt der
Verbraucherzentrale Thüringen e.V.,Eugen-Richter-Straße 45, 99085 Erfurt
Sie finden es im Internet unter: http://www.vz-th.de/link20272A.html